PS4 Review: „Vanquish“ (Remastered: „10th Anniversary Bundle“) #Vanquish @Sega

Mit der „Bayonetta & Vanquish 10th Anniversary Bundle“ erscheinen nun zwei zu Unrecht etwas vergessene Klassiker des Actiongenres, die seiner Zeit noch auf der PS3 und der Xbox 360 erschienen sind, nun in einer umfassenden Neuauflage auf modernen Konsolen. Dabei kommt es mir gerade zu unwirklich vor, dass beide Spiele bereits 10 Jahre auf dem Buckel haben. << Obwohl man der Vollständigkeit halber erwähnen muss, dass „Bayonetta“ bereits 10,5 und „Vanquish“ hingegen erst 9,5 Jahre auf dem Buckel hat, was sich aber zweifelsohne auf der Packung etwas unschöner gelesen hätte, als „10th Anniversary Bundle“. >> Ich habe bereits beide Spiele bei ihrer Erstveröffentlichung gespielt und war entsprechend neugierig auf die Neuauflage und habe von Koch Media, dem Publisher im deutschsprachigen Raum, dankenswerterweise rechtzeitig vor Release einen Downloadcode für die PS4-Version der Sammlung zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber zu berichten. Einen Einfluss hat dieser Umstand selbstverständlich nicht auf mein Fazit. Da es sich um zwei sehr unterschiedliche Spiele handelt, denen ich natürlich beiden Gerecht werden möchte, habe ich mich dazu entschieden das Review in zwei Reviews, eines jeweils pro Spiel, aufzuteilen: Im ersten Teil des Reviews geht es dabei um „Bayonetta“ und mit dem zweiten Teil des Reviews folgt dann „Vanquish“. Da beide Spiele in einer Sammlung verkauft werden sind sie übergreifend auch als eine Veröffentlichung anzusehen und daher verlinke ich das jeweils andere Review entsprechend, sobald beide veröffentlicht sind.

(c) Sega / Koch Media

Nach dem gestrigen Teil 1: „Bayonetta“ folgt hier also Teil 2: „Vanquish“:

Handelte es sich bei „Bayonetta“ noch um die inoffizielle Fortsetzung von der Devil May Cry-Reihe, die Hideki Kamiya nach seinem Weggang von Capcom nach seinen eigenen Wünschen und ohne Einschränkungen seitens umsetzten wollte, so war bei „Vanquish“ eine andere ehemalige Capcom-Legende am Drücker: Shinji Mikami, der Schöpfer der legendären Resident Evil– und Dino Crisis-Reihe, der ebenfalls an „Devil May Cry“ mitgewirkt hatte. Als Inspiration nahm man dieses Mal nicht trashige B-Movies aus dem Horror-Bereich, sondern Science-Fiction-Filme wie „Starship Troopers“, „Aliens“, oder „Star Force Soldier“ und gleichzeitig die Spielereihe Gears of War von Microsoft. Dabei ist die Geschichte überaus abstrus, trotzt vor amerikanischem Patriotismus und unterhält dabei dennoch ungemein: In der nahen Zukunft liegt die Hoffnung der Menschheit (oder konkreter der Amerikaner) in einer bemannten riesigen Raumstation namens SC-01 Providence, die sowohl die die Antwort auf das Problem der rapide wachsenden Weltbevölkerung und der damit einhergehenden Ressourcenknappheit ist.

Doch als die Raumstation von russischen ultra-Nationalisten eingenommen wird, sendet der US-Präsident eine Gruppe Spezialisten auf die Station, um der Bedrohung Einhalt zu bieten. Die Truppe besteht aus einer Gruppe harter Weltraum-Marines und unserer Hauptfigur Sam Gideon, einem Spezialagenten der  Organisation Dapra, die mit dem Einsatz den Prototyp ihres ARS-Kampfanzuges testen wollen. Zwar wird er zu Anfang von den Marines eher als Sprüche-klopfender Kettenraucher mit einer strikten Abneigung für Autorität wahrgenommen, doch das ändert sich schnell, als die Marines einer Übermacht von gegnerischen Cyborgs gegenüberstehen und die experimentellen Fähigkeiten des ARS-Kampfanzuges das einzig wirksame Mittel zu sein scheinen der Situation wieder Herr zu werden… – Dieser ist nämlich zweifelsohne der heimliche Held ,denn dieser lässt Sam auf Knopfdruck einen mir Raketen-Boostern verstärkten Powerslide auf den Knien durchführen, den man perfekt verwenden kann, um in die nächste Deckung zu rutschen oder akrobatische Ausweichrollen durchzuführen. Das lässt sich dann mit dem verlangsamen der Zeit kombinieren, wenn wir den Fokus unseres Anzuges verwenden, um Gegner mit Style auszuschalten. Das klingt zwar banal ist aber überaus befriedigend und strotzt nur vor Action, das selbst Michael Bay vor Neid erblassen würde.

Besonders hervorzuheben muss man beim Spiel, neben der bewusst trashigen und dennoch interessanten Geschichte und dem frischen Spielprinzip auf jeden Fall die schnelle Action und das ausgefeilte Kampfsystem. Denn gerade im Vergleich zu Microsoft’s Gears-Reihe, die eher ein gemächliches Spieltempo an den Tag legte, bekommt man bei „Vanquish“ neben Deckungsshooter-Mechaniken auch jede Menge schnelle Action mit Rocket-Sliding, Slow-Motion, Bullet-Time und sogar einigen Vehikel- und Geschütz-Abschnitten. Das ist an sich wenig verwunderlich, denn es handelt sich immerhin um ein Spiel von Platinum Games, die neben der „Vanquish“ auch die Macher von „Nier: Automata“, „Metal Gear Rising: Revengeance“, „Astral Chain“, „Bayonetta“ und dem Publikumsliebling „The Wonderful 101“ sind. All diese Spiele überzeugen durch schnelle Action und ausgefeilte Kampfsysteme.

Und gerade in Sachen Geschwindigkeit profitiert das Spiel immens vom Remaster und kann damit endlich seinen technischen Ansprüchen vollends gerecht werden. Denn war die Performance auf der Xbox 360, die damals Lead-Plattform war, noch in Ordnung, so war besonders die PS3-Version von massiven Slowdowns geplagt, was bei einem Spiel, das auf Geschwindigkeit ausgelegt ist natürlich fatal wird. Doch hier hat man durchaus super nachgearbeitet, denn sowohl die Xbox One, wie auch die PS4-Version sind nun hochauflösend in 4K hochskaliert und laufen flüssig mit 60fps, wovon das Spiel immens profitiert. Zwar sieht man in den Details, dass es sich nicht um eine aktuelle Veröffentlichung, sondern gerade bei den heutzutage nicht mehr vorherrschenden CGI-Zwischensequenzen, die eine gewisse Körnung aufweisen, dass es sich um ein 10 Jahre altes Spiel handelt, so fällt das aber insgesamt weniger auf, als noch bei „Bayonetta“, das nur wenig früher veröffentlicht wurde. Doch abseits davon geht die Grafik vollkommen in Ordnung und bietet immer noch sehr beeindruckende Animationen und Setpieces mit schönen Licht- und Schatteneffekten. Gleiches gilt für die Soundkulisse, hier gibt es nichts auszusetzen, denn die Musik ist immer noch überaus gelungen, die Effekte überzeugen mit interessanten, bis hin zu ekliger Details und die Sprecher agieren professionell mit einem unübersehbaren Touch eines Metal Gear Solid.

Insgesamt hat mich das Spiel selbst zehn Jahre nach seinem ursprünglichen Release nochmal komplett aufs Neue in seinen Bann gezogen. Es profitiert immens von der Anpassung an moderne Hardware und spielt sich so frisch wie eh und je. Wer bisher noch keine Berührungspunkte mit der Sam Gideon und seinem ARS-Kampfanzug hatte, der sollte unbedingt zu dieser Version greifen, die die in meinen Augen definitive Veröffentlichung darstellt, wenn man auf Konsolen spielt. Und da die Sammlung sogar mit einem weiteren schicken Game im Doppelpack vertrieben wird, das direkt zum Release schon mittleren Preissegment angesiedelt ist und obendrauf noch in einem schicken Steelbook vertrieben wird, gibt es eigentlich nichts, was dagegen spricht. Unterhaltung auf höchstem Niveau ist garantiert! Entgegen „Bayonetta“, wo mittlerweile mehrere Teile existieren, gibt es von „Vanquish“ zwar lediglich einen Teil, aber der hat es auch heute immer noch in sich und ist zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten.

Entwickler:      Platinum Games

Publisher:        Sega / Koch Media

Erhältlich auf: PS4, Xbox One (frühere Versionen auf PC, PS3, Xbox 360)

NB@18.02.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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