PS4 Review: „Dreams“ #Dreams #MadeInDreams

Eins muss man Sony wirklich lassen, denn sie sind auf jeden Fall offen für Experimente. Und eines dieser Experimente ist „Dreams“, der heiß-erwartete Spiel- und Editor-Hybrid vom hauseigenen Entwicklerstudio Media Molecule, die unter anderem auch hinter der Little Big Planet– und Tearaway-Reihe stecken. Diese haben bereits in Ansätzen gezeigt, was man grob erwarten kann, denn auch Little Big Planet wartete mit einem umfangreichen Editor, wo Spieler bis heute mehrere Millionen Levels gebastelt und veröffentlicht haben, doch im Vergleich zu „Dreams“ war das nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was alles möglich ist. Um mich davon zu überzeugen hat mir Sony dankenswerterweise eine kostenfreie Review-Version des Spiels zur Verfügung gestellt, die inhaltsgleich mit der Retailversion ist. Einen Einfluss hat das selbstverständlich nicht auf meinen Bericht.

Zur Einstimmung empfiehlt es sich den Story-Modus des Spiels, betitelt als „Art’s Traum“, durchzuspielen, der von den Entwicklern ausschließlich mit Elementen aus dem Editor gebaut wurde und einen ersten Einblick über die Möglichkeiten bietet. Dabei ist die Geschichte sehr mitreißend, teilweise spannend, teilweise lustig, aber auch stellenweise erschreckend und mit sehr viel Tiefgang. Im Zentrum der Geschichte steht Musiker Art, der sich aus persönlichen Gründen mit seiner Band entzweit hat und das mittlerweile bereut. Verfolgt von den Geistern der Vergangenheit erlebt er einen Wechsel von Traum und Realität mit dem Ziel sein Leben wieder in die Reihe zu bringen, worin das Spiel nicht nur verschiedene Artstyles, wie auch Spielmechaniken miteinander verknüpft und mit knapp 3-4 Stunden Spielzeit zwar ein recht komprimiertes, aber dennoch überaus zufriedenstellendes Erlebnis präsentiert. So findet man neben Adventure-Passagen à la Telltale, in denen man Art selbst steuert, auch Jump n Run-Abschnitte, in denen man entweder alleine oder zu zweit Frances und Foxy, zwei Stofftiere aus Art’s Kindheit oder auch einen futuristischen Puzzle-Plattformer, in denen man die Kontrolle über die zwei Roboter Ele-D und D-Bug übernimmt. Alle Geschichten laufen irgendwann zusammen und nehmen mit fortschreitendem Spielverlauf immer dramatischere Züge im Kampf um Art’s Zukunft, wofür die fiese Alptraumfigur Thornbeak, die eine Versinnbildlichung von allem darstellt, was in Art’s Leben schief gelaufen ist, herangezogen wird… – Dabei sind die unterschiedlichen Spielmechaniken überraschend vielschichtig und wirken keineswegs, wie mit einem Editor zusammengebastelt, sondern hochwertig und aus einem Guss. So schreckt die Kampagne auch nicht davor zurück immer weitere Elemente einzuführen, die teilweise mit dem bisher gezeigten massiv brechen, unter anderem Shmup- und Bullet Hell Züge annehmen und am Ende trotzdem stimmig erscheinen. Besonders das Ende hat es wirklich in sich, das ich aber aus Spoilergründen nicht verraten werde.

Wer jetzt aber Angst hat, dass die Story nicht genug unterhält und man danach „nur noch“ den Editor (darauf gehen wir gleich separat ein) zum Spielen hat, dem sei diese Angst direkt genommen, denn auch wenn das Spiel erst seit dem 14.02.2020 offiziell in den Läden steht, so gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits tausende tolle und kreative Kreationen, die auf eine überaus hingebungsvolle Community zurückgeht, die seit April 2019 an der Early Access teilgenommen haben. Und anscheinend scheint der Titel des Spiels wirklich Programm zu sein, denn es scheint keine wirkliche Begrenzung des Contents zu geben: Third- und First-Person Shooter, Jump n Runs, Shmups, Adventures, Kurzfilme, Musikvideos und sogar komplette Nachbauten von „P.T.“ oder einem PS1 Demake von „Death Stranding“ sind nur ein paar Impressionen, von dem, was man finden kann, selbst wenn man nur schaut, was andere User so geschaffen haben. Hier ist für jeden etwas dabei und selbst wenn man sich noch nicht direkt an den Editor herantraut unterhält allein dieses Content wahrscheinlich ewig.

Doch da ist ja auch noch der Editor, der zweifelsohne das Herzstück von „Dreams“ darstellt und damit haben sich Media Molecule wirklich übertroffen, so vielfältig sind die Möglichkeiten. Und ich muss ehrlich sein, denn wo mich stellenweise schon der im Vergleich sehr viel kleinere Editor aus Little Big Planet überfordert hatte, so viel Respekt hatte ich vor dem Editor von „Dreams“. Und ja, es gibt unzählige unterschiedliche Menüs, Optionen und Vorlagen, in denen man sich erst einmal zurecht finden muss und dennoch muss ich sagen, dass der Einstieg besser funktioniert, als beim Sackboy,wenn man es  entsprechend richtig angeht. Denn zum einen sollte man zuerst Mal die unterschiedlichen Tutorials durchlaufen ohne dabei irgendwo die „Skip“-Taste zu betätigen, da man dort Schritt für Schritt in die Bedienung eingeführt wird. Denn nur so lernt man zum Beispiel, dass es bereits mit entsprechenden Bewegungsmustern ausgestattet „Schaufensterpuppen“ gibt, die man als Grundlage für eigene Charaktere verwenden kann, ohne sich Gedanken um die Animationen und Abwägungsabläufe machen zu müssen. Weiter empfiehlt es sich auch unter der Berücksichtigung, was möglich ist, ein zweiter Blick auf die Level anderer Spieler, die man in den eigenen Editor laden kann, um sie als Grundlage nehmen zu können und so weiterentwickelt. Dabei lernt man nicht nur einiges an Tipps und Tricks kennen, entwickelt einen besseren Blick für die Zusammenhänge, sondern kann auch dazu beitragen die Levels an sich weiterzuentwickeln und seine eigenen Beitrag dazu zu leisten. So gibt es mittlerweile schon Levels an denen über Hundert Spieler in der einen oder anderen Form mitgearbeitet haben, um das Spielerlebnis für alle besser zu machen.

Auch technisch gibt es meiner Meinung nach nichts zu meckern. Eine kostenpflichtige PlayStation Plus-Mitgliedschaft wird überraschenderweise gar nicht benötigt, um das Spiel zu spielen oder um auf die Levels anderer User zuzugreifen. Man hat also unbeschränkten Zugriff auf alle Inhalte. Weiter sind die Zugriffe auf die Level, die man bei „Little Big Planet“ noch aufwendig und teilweise langwierig herunterladen musste, alle in kürzester Zeit geladen. Ich konnte während meine Tests keine Probleme feststellen. Die Grafik und Soundkulisse variieren selbstverständlich von Inhalt zu Inhalt, aber wenn man die allgemeine Präsentation und die Qualität der Kampagne betrachtet bekommt man einiges geboten. Auch von Seiten Performance  kann es zwar im Baukasten dann und wann mal zum Stottern kommen, wenn man gleichzeitig viele Elemente einfügt, aber in den Spielen konnte ich sowas nicht feststellen. Hier zeigt sich, dass Sony und Media Molecule seit dem Start der Early Access viel Zeit in den Austausch mit den Spielern und in die Optimierung des Spiels gesteckt haben. Hier könnten sich andere Entwickler und Publisher durchaus Mal eine Scheibe abschneiden.

Insgesamt handelt es sich bei „Dreams“ mehr als nur ein Spiel, sondern ein umfassender Baukasten, bei dem man buchstäblich alles erschaffen kann, was man sich in seinen Träumen vorstellen kann, weswegen auch der passende Name für das Spiel gewählt wurde. Und im Vergleich zu früheren Spielen übersteigt es in Sachen Umfang und Möglichkeiten alles bisher da gewesene um Meilen. Gerade durch das gute Tutorial und die Möglichkeit die Levels anderer als Ausgangspunkt zu nehmen machen „Dreams“ insgesamt sogar einsteigerfreundlicher, als wenn man immer komplett bei null anfangen muss. Und selbst wenn man selbst kein Interesse am Bauen haben sollte bekommt man mit dem ausgezeichneten Story-Modus und die hunderten von bereits erstellten Inhalten überaus viel geboten für sein Geld.

Entwickler:         Media Molecule

Publisher:           Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf:    PS4

NB@21.02.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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