PS5 Review: „Sackboy – A Big Adventure“ #Sackboy #LittleBigPlanet

Die PlayStation war schon immer eher für ein „erwachsenes“ Line-up von Spielen bekannt und so versucht man sich in der Werbung auch eher mit den großen Marken, wie Killzone, God of War, oder Uncharted zu positionieren. Dennoch gibt es auch die andere Seite des japanischen Konzerns, die viele eher vergessen, seien es gerade zum Launch der neuen Generation, Astro-Bot, oder auch Sackboy, wovon mir besonders letzterer schon immer angetan hatte. Bisher hauptsächlich beheimatet in Little Big Planet feiert er nun mit „Sackboy – A Big Adventure“ sein erstes echtes Solo-Abenteuer. Das Spiel wurde mir dankenswerterweise kostenfrei von Sony für meinen Test zur Verfügung gestellt, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

Im Gegensatz zu Litte Big Planet, wo man sich darüber streiten konnte, ob die Kampagne nicht nur ein langes Tutorial und eine Demo war, was man mit den Kreativ-Tools so alles erstellen konnte, verzichtet man dieses Mal komplett auf virtuelle Spielzeugkiste, wechselt die Ansicht von 2D zu 3D und lässt Sackboy in ein umfangreiches Abenteuer ziehen, das zweifelsohne starke Inspiration von Mario, oder konkret „Super Mario 3D World“ zieht, was ja aber nichts schlechtes sein muss. Wenn schon sollte man sich am Klassenprimus orientieren…

Nach einem kurzen Intro, indem der Bösewicht Vex einfach die Sacklings entführt und nur Sackboy mit etwas Glück entkommt, machen wir uns auf unsere Freunde zurückzuholen. Dafür finden wir uns in einer Oberweite wieder, die uns Zugang zu den einzelnen Levels gibt, in denen wir entweder alleine, oder mit Freunden auf die Jagd nach Sammelgegenständen, oder Punkte-Blasen gehen können, kleinere Rätsel lösen und Gegner verdreschen, um das Level zu beenden und das nächste freizuschalten. Die Levels wirken dabei sehr plastisch, wie eine Kombination aus Papier und Garn, wie man es unter anderem aus „Tearaway“, oder „Joshi’s Wooly World“ kennt und strotzen nur so vor charmanten und liebevollen Details.

Besonders hervorheben muss man in diesem Zusammenhang auch den Einsatz von Musik, was weit über den eigenen Score des Spiels, der für sich auch schon gelungen ist, hinausgeht. Denn auch wenn das Konzept nicht neu ist und unter anderem schon bei „Rayman Legends“ zum Einsatz kam, verwendet man auch bei Sackboy komplette lizenzierte Tracks für einzelne Levels, oder baut auch stellenweise bekannte Melodien in neue Arrangements ein. Wenn sich ein Level plötzlich komplett zum Beat von Mark Ronson’s „Uptown Funk“ bewegt ist das schon ein Highlight, vor allem da sie bei Sackboy, entgegen Rayman frei erkundbar und nicht Verfolger-Levels sind.

Auch wenn der Schwierigkeitsgrad bei Sackboy eher gemäßigt ist und es in der Regel kein Problem sein sollte das Ende eines Levels zu erreichen, zumal die Checkpoints regelmäßig und fair gesetzt sind, so können diese dennoch fordernd werden, wenn man sie zu 100% abschließen möchte, oder alle Herausforderungen erledigen will. Denn pro Level gibt es nicht nur eine fixe Anzahl an möglichen Punkte-Blasen, sondern auch versteckte Items und Belohnungen, wenn man das Level schafft ohne zu sterben. Damit schaltet man neue Kostüme und Punkte frei, die man ebenfalls in neue Outfits investieren kann. Diese haben zwar keinerlei spielerischen Mehrwert, aber so kann man seinen Sackboy eben auch mal als Punk, Elvis, oder Rotkäppchen herumlaufen lassen.

Das Plattforming und die kleinen Rätsel könnten ohne weiteres aus Mario stammen und bieten eine gute Balance zwischen Herausforderung und Spaß, wobei es zwar ein paar Spitzen geben kann, wo kurzzeitig Frust durch die Position der Kamera aufkommen kann. Das ist seit dem Anfang der 3D-Ära von Plattformern immer wieder ein Problem, aber es gab keine Situation, die man nicht beim zweiten, oder spätestens dritten Versuch überwinden konnte. Spätere Levels bringen dann auch Gadgets dazu, mit denen wir beispielsweise bestimmte Wände hochlaufen können uns über größere Abgründe schwingen, oder mit einer Laserpistole größerer Gegnerhorden entledigen können.

Wie beim letzten Little Big Planet gibt es allerdings auch wieder ein paar Levels, die man nicht alleine spielen kann, was ich in vorrangigen Singleplayer-Spielen immer etwas fehl am Platz empfinde, zumal das besonders für Komplettisten unschön ist. Und bisher geht das auch nicht online, sondern lediglich offline. Gegen Jahresende soll allerdings ein kostenfreier Patch Abhilfe schaffen, dann wird zumindest ein Onlinemodus nachgeliefert.

In meinen Augen macht „Sackboy – A Big Adventure“ alles richtig und ist die logische Weiterentwicklung von Little Big Planet, da der Baukasten zwar reizvoll war, aber die wenigsten wahrscheinlich Zeit und Muße hatten sich entsprechend einzuarbeiten, zumal es mit „Dreams“ ein noch viel umfassenderes und ausschließlich darauf zugeschnittenes Programm gibt. Und da man sich auch von Entwicklerseite auch nicht mehr mit dem Editor „aufhalten“ musste, konnte man die ganze kreative Energie in das Spiel einfließen lassen, was man auch sieht. Die Story unterhält über die gesamte Spielzeit von knapp 15-20 Stunden ungemein und die fünf Welten warten jeweils mit einer eigenen Identität und interessanten Ideen auf. Man kann dem Spiel zwar vorwerfen, dass es sich etwas zu viel von Mario hat inspirieren lassen, doch wartet dennoch mit genug eigenen Mechanikern und gewaltfreiem Spaß für Groß und Klein auf. Ein rundum gelungenes Spiel.

Entwickler: Sumo Digital

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf: PS4, PS5

NB@14.12.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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