PS4 Review: „Strawberry Vinegar“ #StrawberryVinegar #LeichtePlatin

Wer rastet, der rostet und so erweitert auch Ratalaika Games ihr Portfolio in neue Bereiche abseits der Plattformer in Retro-Optik und hat ab sofort ein eigenes Visual Novel im Repertoire, ähnlich wie es zuvor mit „A Winter’s Daydream“ bereits Sometimes You gemacht hatten. Das Spiel wurde dabei ursprünglich bereits 2016 für den PC veröffentlicht und wird von Ratalaika Games nun auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch portiert. Eine PS Vita gibt es dieses Mal leider nicht und so steht das Spiel auch leider nicht im Cross Buy zur Verfügung.

Entwickelt wurde das Spiel dabei von den Visual Novel-Spezialisten von Ebi-Hime, die unter anderem auch „A Winter’s Daydream“ entwickelt haben. Im krassen Gegensatz zum eben erwähnten muss man aber lobend erwähnen, dass „Strawberry Vinegar“ im Direktvergleich sowohl länger ist und auch durch insgesamt 6 unterschiedliche Enden mehr Wiederspielwert bietet, was sich auch in einer umfangreicheren Trophäenliste niederschlägt, die zwar inhaltlich nicht schwer, aber dafür stellenweise verpassbar sind. auch wenn das in Anbetracht, dass man mit einem Guide alle 6 Durchgänge in unter einer Stunde schaffen kann, nicht weiter ins Gewicht fallen dürfte.

Aber schauen wir uns, bevor wir uns mit den Trophäen beschäftigen mal das Spiel an sich etwas genauer an: Im Zentrum der Handlung steht die 9-jährige Rie, ein oft schlecht-gelauntes, zynisches und stellenweise zu direktes Mädchen, das ihre Eltern damit gerne das ein oder andere Mal in Verlegenheit bringt. Zusätzlich sorgt ihre Art auch dafür, dass sie in der Schule einfach keinen Anschluss findet und leider keine Freunde hat, was sich allerdings eines Tages schlagartig ändert, als sie auf Licia trifft. Soweit, so normal, doch rein optisch fällt umgehend auf, dass es sich bei Licia nicht um ein normales Mädchen handelt. Denn nichts geringeres als Hörner schmücken den Kopf von Licia, die Kleine ist kein normales Mädchen, sondern ein Dämon, der vom Geruch frisch gebackener Kekse in die Küche von Rie’s Familie gelockt wurde und es sich von dort an bei der Familie gemütlich macht und Rie vor die Wahl stellt: Sie zu unterhalten und zu füttern, oder die Konsequenzen tragen, dass sie Rie’s Seele verschlingt… – Von dort an ist es an uns als Spieler, wie die Geschichte verläuft. Leisten wir den Wünschen des Dämons Folge, nehmen ihn bei uns auf, füttern ihn und Freunden uns sogar mit ihm an, oder läuft die Geschichte dabei in eine ganz andere Richtung?

Die Geschichte ist dabei zwar nicht besonders komplex, wenn man sich auf die abstruse Prämisse und die Eigenart, dass der Spielverlauf immer wieder den Fokus auf unterschiedliche Speisen, die man dem Dämon vorsetzen kann, legt akzeptiert hat, unterhält aber dennoch sehr. Weiter hält sie einige interessante Wendungen bereit, die von Spieldurchlauf zu Spieldurchlauf auf Grund von unterschiedlichen Entscheidungen auch variieren, bereit. Aus diesem Grund empfiehlt es sich auch erst einmal einen Durchgang ohne Guide und Anleitung durchzuführen, damit man die Geschichte selbst erleben kann. die dabei wirklich liebenswert und interessant ist. Erst danach solltet ihr euch an die Trophäen machen. Insgesamt gibt es dabei 29 Trophäen (10 x Bronze, 12 x Silber, 6 x Gold, 1 x Platin) zu verdienen, die auf der Xbox One in gewohnter Weise 1000GS entsprechen. Wer nur an den Trophäen interessiert ist und so gut wie keine Berührungspunkte mit der Geschichte haben möchte kann wahlweise alle Dialoge im Schnelldurchlauf überspringen und wird nur an den neuralgischen Punkten gestoppt, um eine Entscheidung zu treffen.

Wie man es von Visual Novels kennt ist das Gameplay insgesamt sehr zurückgefahren und man erlebt das Spiel auch eher wie ein Buch, anstatt ein vollwertiges Spiel. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf der Geschichte und den Entscheidungen des Spielers. Die Charaktere sind spartanisch animiert und bewegen sich vor starren Hintergründen, die ähnlich wie beim Theater von Szene zu Szene wechseln. Das Spiel ist dabei in mehrere Abschnitte aufgeteilt und lässt uns maximal eine Woche im Leben von Rie, seitdem sie auf Licia getroffen ist, erleben. An neuralgischen Punkten stoppt das Geschehen und wir dürfen aus meistens zwei, aber stellenweise auch drei Entscheidungsmöglichkeiten wählen, bevor die Handlung entsprechend unserer Auswahl weiter läuft. Interessant ist dabei, dass das Spiel im Gegenzug zu anderen Visual Novels konsequent auf Anzüglichkeiten jeglicher Form verzichtet und stattdessen auf ausufernde, doch gut-geschriebene Dialoge setzt. Diese sind größtenteils wirklich clever, doch man sollte sich dabei auf jeden Fall darauf gefasst machen viel zu lesen, denn eine Vertonung gibt es leider nicht.

Insgesamt unterhält das Spiel wirklich ungemein und zieht uns als Spieler auch gut in seinen Bann. Die unterschiedlichen Enden motivieren auch abseits der Trophäen herauszufinden, welche unterschiedlichen Verläufe es im Spiel gibt und es gibt durchaus ein paar interessante Wendungen, die man so auf keinen Fall kommen sieht. Einzig die merkwürdige Faszination mit Essen fand ich etwas befremdlich. Es wird zwar im Rahmen der Geschichte durch die Vorlieben von Licia erklärt, doch dass wir bei jedem neuen Essen dann zusätzlich ein Closeup des Speise bekommen, was auch gleichzeitig für viele Trophäen als Screenshot gewählt wurde, ist schon etwas merkwürdig. Dennoch ist das Spiel auf Grund seines Umfangs und der nicht so verschachtelten, oder gar anzüglichen Narrative anderer Spieler der Gattung durchaus für Neulinge zu empfehlen, die bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Genre hatten. Nur auf keinen Fall sollte man das Spiel hungrig spielen…

Entwickler: Ebi-Hime

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@04.06.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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