Special: „The Last of Us Part II“ – Die Kontroversen (Vorsicht Spoiler!)

Das wahrscheinlich am meisten erwartete Spiel des Jahres, wenn nicht gar der Konsolengeneration ist seit knapp einer Woche erhältlich und hat in dieser kurzen Zeit bereits für einiges an Furore gesorgt, denn daran scheiden sich die Geister, wie an bisher keinem anderen Spiel. Bisher hat wahrscheinlich noch nie ein Spiel so dermaßen polarisiert, denn hat das Spiel von der Fachpresse flächendeckend Höchstwertungen eingefahren, ist es für viele Verbraucher die größte Enttäuschung überhaupt, was über RedditYouTube und co. zu regelrechten Hass-Tiraden gegen Entwickler Naughty Dog und Regisseur Neil Druckmann geführt hat. Doch um das genauer beurteilen zu können, muss man sich erst einmal intensiver mit dem Spiel an sich beschäftigen, was viele in meinen Augen gar nicht getan haben (können), da das Spiel gerade erst erschienen und zusätzlich mit zwischen 25 und 30 Spielstunden recht umfangreich geworden ist. Dafür wurde mir für mein Review dankenswerter Weise von Sony ein Review-Code zur Verfügung gestellt, der allerdings keinen Einfluss auf meinen Bericht hat. Ich behandele die Spiele alle gleich, unabhängig, ob ich sie selbst gekauft habe, oder ob ich einen Code dafür bekommen habe.

Auf Grund der Kontroverse um das Spiel habe ich beschlossen meinen Bericht darüber in zwei Teile aufzuteilen. Im zweiten Teil, der heute erscheint, folgt nun ein Special zur hitzigen Diskussion um das Spiel, wo ich aus Gründen der Argumentation dann auch auf einige Spoiler eingehen muss. Wer mein Spoilerfreies Review lesen möchte findet es hier.


Teil 2) Story-Diskussion / Spoilerbericht


Ab hier werden inhaltliche Punkte sowohl für den ersten, aber auch den zweiten Teil besprochen, da das Ende des ersten Teils maßgeblich für die Dramaturgie des zweiten Teils notwendig ist. Wer also beide Teile noch nicht gespielt hat und nicht gespoilert werden möchte, sollte auf keinen Fall weiterlesen. Daher eine allerletzte Warnung: Es wird gespoilert!

Die Vorgeschichte:


Das Spiel beginnt mit dem großen Spoiler für den ersten Teil, indem sich Joel seinem Bruder Tommy anvertraut und ihm erzählt, dass Ellie immun gegen den Virus ist und die Fireflys vorhatten aus Ellie’s DNA ein Gegenmittel zu generieren. Das Problem dabei war allerdings, dass Ellie dabei gestorben wäre und auch wenn ihm klar ist, dass er damit ein Leben gegen das Leben aller Menschen eingetauscht hat, so hat er es nicht übers Herz gebracht sie zu opfern und würde sich auch jederzeit wieder so entscheiden. Immerhin hat die gemeinsame Reise beide so zusammengeschweißt, dass eine beidseitige Vater-Tochter-Beziehung entstanden ist und da er bereits seine Tochter Sarah zu Grabe tragen musste war er nicht in der Lage das nochmal zu tun. Ellie weiß von all dem nichts, da Joel sie angelogen hat, als er sagte, dass es unzählige Immune gäbe und dass man daraus leider kein Gegenmittel generieren lasse.

Vier Jahre vergehen und die Perspektive wechselt zu einer erwachsenen Ellie. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, was in diesen vier Jahren passiert ist, aber die einst innige Beziehung zwischen Joel und Ellie scheint nicht mehr die gleiche zu sein, was erst im späteren Spielverlauf genau erläutert wird. Denn Ellie hat in den Jahren herausgefunden, was Joel getan hat, hätte sich bereitwillig zum Wohle aller geopfert und verurteilt Joel für seine selbstsüchtige Entscheidung, was wir als Spieler aber erst ganz zum Ende des Spiels erfahren. Wir als Spieler wundern uns anfangs vielleicht nur, warum Ellie mit ihrer Freundin Dina unterwegs ist und Joel mit seinem Bruder, aber hinterfragen das erst einmal nicht weiter, da sich die Ereignisse schnell überschlagen.

Der Katalyst:

Denn wir müssen ohne weitere Umschweife über den wahrscheinlich kontroversesten Punkt der Geschichte sprechen, der auch leider im Vorfeld im Netz geleakt wurde, was wahrscheinlich maßgeblich für einige Kritiken verantwortlich ist. Ich habe erfolgreich einen weiten Bogen um diese Spoiler gemacht und wurde während dem Spielen kalt erwischt, denn der Katalyst der Geschichte ist der brutale Mord an niemand geringerem als Joel durch die Hand von Abby, während Ellie gezwungen ist alles hilflos mit anzusehen. Bis dahin hat man knapp 2 Stunden im Spiel verbracht und hat sogar schon einige kurze Abschnitte als Abby gespielt und weiß bisher allerdings nichts über sie selbst und ihre Agenda. Man hat bisher zwar aus Gesprächen zwischen Abby und ihren Freunden heraushören können, dass sie auf der Suche nach jemandem sind, doch dass es sich dadurch um Joel handeln könnte, konnte ich mir persönlich nicht vorstellen, was auch bewusst durch das Marketing im Vorfeld gesteuert wurde, worauf ich noch separat eingehen möchte.

Weiter kommt die mit brutalste Szene im Spiel dann auch noch wahnsinnig unverhofft und überraschend. Wir haben gerade eine längere Szene mit Abby abgeschlossen, in der wir uns gemeinsam mit Tommy und Joel durch eine Horde von Infizierten gekämpft haben und uns vor einem Schneesturm in einer Lodge in Sicherheit gebracht haben. Und von jetzt auf gleich fängt Abby plötzlich an Joel aus nächster Distanz mit einer Schrotflinte die Kniescheibe rauszuschießen und ihn danach mit einem Golfschläger zu malträtieren. Das Geschehen wechselt darauf zu Ellie und wir infiltrieren das Haus, in dem die Gruppe sich an Joel auslässt. Es wirkt kurzzeitig so, als ob wir gerade noch rechtzeitig kommen, um das Schlimmste zu verhindern, aber wir versagen… – Joel stirbt, Ellie und Tommy bleiben verwundet zurück und die Gruppe verschwindet wieder.


Natürlich ist diese Szene überaus schockierend und schwer zu ertragen. Immerhin haben wir mit Joel bereits ein komplettes Spiel lang Zeit verbracht und es handelt sich um einen Fan-Favorite der Reihe, doch geht mal in euch, alles andere hätte wohl möglich nicht den erforderlichen Impact gehabt. Ein Spiel, das als düstere Rachegeschichte konzipiert ist, was im Vorfeld nie anders vermarktet wurde, braucht natürlich einen Auslöser, der in 99,9% der Fälle alles andere als schön ist. Und auch wenn in den Ankündigungen zum Spiel immer darauf hin gedeutet wurde, dass es wahrscheinlich Ellie’s Freundin Dina der Katalysator sein würde, so hätte das für uns als Spieler eben nicht die gleiche Tragweite gehabt, da wir noch keine wirkliche Beziehung zu Dina, oder jedem anderen Charakter aufbauen könnten. Selbst der Tod von Tommy hätte nicht den gleichen Impact gehabt und mitunter die Motivation unglaubwürdig erscheinen lassen, da wir als Spieler eben nicht die gleiche Verbundenheit zu ihm haben, wie wir ihn zu Joel hatten. Natürlich hätte man auch eine Geschichte schreiben können, in der Joel nicht stirbt, doch das wäre dann ein komplett anderes Spiel geworden. Doch so wie es ist durchleben wir den gleichen Schock, wie es auch Ellie im Spiel tut.

Irreführendes Marketing:

Gerade bezüglich dieses kontroversen Todes werfen viele Naughty Dog sowohl einen Verrat an Joel als Charakter, wie auch an den Spielern durch irreführendes Marketing vor, da es im Vorfeld so aussah, als ob Dina stirbt und Joel uns auf unserer Reise (zumindest teilweise) begleitet. Und in der Tat sehen wir Joel im „Reveal“-Trailer von 2016, wo er durch ein Haus voller Leichen geht, um im letzten Zimmer eine blutverschmierte Ellie anzutreffen, die Gitarre spielt. Man könnte zwar argumentieren, dass Joel in dieser Szene, die nicht im Spiel vorkommt, schon fast geisterhaft wirkt, doch das währte viele Spieler in Sicherheit, dass Joel auch ein Bestandteil der Geschichte sein würde. Hier ist der Trailer für die, die ihn nicht kennen:

Noch deutlicher war der Sachverhalt mit dem „Release Date Reveal“-Trailer, wo durch einige kreative Schnitte nicht nur wieder der Verdacht erweckt wurde, dass Dina stirbt, sondern Joel an einem Punkt sogar zu Ellie’s Rettung kommt. Und gerade diese letzte Szene im Trailer, als Joel zu Ellie sagt: „You think I would let you do this alone“, ist überaus interessant, denn diese Szene kommt nämlich wirklich fast genauso im Spiel vor, doch der Charakter, der zur Rettung kommt ist Jessie und nicht Joel, da dieser zu diesem Zeitpunkt schon lange tot ist, was Ellie ja überhaupt auf ihren Rachefeldzug geführt hat. Hier ist auch dieser Trailer nochmal verlinkt:

Und last but not least wird es sogar noch deutlicher, wenn man sich den finalen „Release“-Trailer ansieht, der erst zum Release des Spiels erschienen ist. Denn dort sieht es so aus, als ob Joel durch kreative Gegenschnitte ein tragender Teil der Geschichte wäre. Und das ging sogar so weit, dass ich selbst in der Tötungsszene dachte ich daher noch, dass ein Wunder geschehen würde und Joel stark verwundet überlebt und wahrscheinlich aus diesem Grund nur noch als Nebencharakter dabei ist, doch damit lag ich total falsch. Und leider hat man auch versäumt aus ihm einen Obi-Wan-Charakter zu machen, was aber zugegebenermaßen mit dem realistischen Ansatz des Spiels gebrochen hätte, aber dennoch ein interessantes Konzept gewesen wäre. Hier ist letztendlich auch noch dieser Trailer:

Und man muss natürlich sagen, dass man gerade bei einem Story-lastigen Spiel natürlich nicht bereits im Trailer alles offenlegt, ebenso wie man es in der Filmindustrie ja auch nicht macht. Oder findet man etwa den ikonischen „Ich bin den Vater!“-Twist aus „Das Imperium schlägt zurück“ im Trailer? oder wurde in den Avengers-Filmen etwa offengelegt wer stirbt und wer überlebt? – Natürlich nicht und das kann und darf man den Machern daher meiner Meinung nach auch nicht negativ auslegen und ich frage mich wirklich, warum man versucht ausgerechnet diesem Spiel daraus einen Strick zu drehen…

LGBT:


Gleiches gilt für weitere Kritikpunkte, wie dass Ellie lesbisch ist und sich in einer Beziehung mit einer Frau befindet, die anscheinend Bi zu sein scheint. Warum versucht man daraus überhaupt ein Thema zu machen? Ellie ist eben lesbisch, na und, was ändert sich dadurch? – Das ändert rein gar nichts an der Dramaturgie ist nicht mehr als ein haltloses und vorgeschobenes Argument, das man versucht gegen das Spiel zu instrumentalisieren. Obwohl es eher sogar ein Argument für das Spiel ist, das mit bestehenden Konventionen bricht. Denn gerade in der Spieleindustrie herrscht ein Ungleichgewicht und es gibt eben nicht nur von Testosteron durchzogene Hetero-Männer in der Welt, sondern eben auch starke Frauen. Und letztendlich sollte man jeden Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, oder sexueller Orientierung beurteilen. Und wem das jetzt erst auffällt, der hat wohl auch den Vorgänger nicht komplett gespielt, denn Ellie hat sich seitdem nicht verändert, sondern vielmehr haben wir in „Left Behind“ sogar erfahren, was mit ihrer ersten Liebe Riley passiert ist.

Ludonarrative Dissonanz:


Zu guter Letzt widmen wir uns noch der Story an sich und Abby als zweiter Charakter. Denn immerhin ist es Abby, die Joel tötet. Und das zieht eine Spirale der Gewalt nach sich in der Ellie auf ihrem blutigen Rachefeldzug nicht nur Jagd auf Abby macht, sondern systematisch auch jeden von Abby’s Freunden, nebst Hunderten anderen Gegnern ausschaltet, was der treibende Motor der Geschichte ist. Entgegen Uncharted wird hierbei auch nichts geschönt und das Spiel stellt sich damit offen dem Vorwurf der ludonarrativen Dissonanz. Denn wo Nathan Drake in den Zwischensequenzen ein charmanter Zeitgenosse ist, so ist er im Rahmen des Gameplay leider nicht mehr als ein kaltblütiger Massenmörder, da er hunderte, wenn nicht gar tausende Gegner ermordet, bevor er in der nächsten Zwischensequenz wieder einen Witz reißt. In „The Last of Us Part II“ gibt es diesen Bruch nicht, sondern Ellie ist sich vollkommen bewusst, was sie tut und das Vorgehen ist konsistent zwischen Gameplay und Zwischensequenzen behandelt. Das geht dabei sogar so weit, dass wir sogar in einigen Szenen die „Nachwehen“ ihrer Handlungen sehen. Ellie ist schier gerädert, nachdem sie eine schwangere Frau getötet hat, es gibt viele Gespräche in beiden Handlungssträngen, die vorherige Ereignisse referenzieren oder wir laufen sogar durch einem Raum voller Leichensäcke, die alle mit Leichen befüllt sind, für die wir selbst verantwortlich sind, was der Geschichte mehr Gewicht verleiht. Und so könnte man generell argumentieren, dass die Geschichte erst durch diese weitere Dimension überhaupt überzeugen kann, was auch maßgeblich durch den allgemeinen Storyverlauf und zwei Hauptcharaktere an beiden Enden des Spektrums zusammenhängt.

Perspektivwechsel:


Denn die ersten 14 Stunden der Story präsentiert sich die Handlung eher eindimensional, da wir nach dem Ableben von Joel, wenn man mal von ein paar wirklich tollen Flashbacks absieht, nur Ellie auf ihrem Rachefeldzug begleiten, was nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von Erkundungs-, Story-, Schleich- und Kampfszenen ist, in denen wir immer ein konkretes Ziel verfolgen, bis am Ende nur noch Abby als letztes Ziel übrig ist. Das soll nicht bedeuten, dass die Handlung dabei nicht mitreißend ist, aber es fehlt zugegebenermaßen noch das gewisse etwas. Doch vor dem (vermeintlich) letzten Kampf im Spiel, als Ellie und Abby aufeinandertreffen wechselt die Perspektive ohne uns die Auflösung der Szene zu zeigen um 180 Grad und wir steuern plötzlich Abby und erfahren nicht nur, was dafür gesorgt hat, dass sie keinen anderen Weg mehr sah, als Joel aufzuspüren und zu töten, sondern auch wie sich die Handlung des Spiels im parallelen Verlauf zu Ellie’s Geschichte aus ihrer Perspektive zugetragen hat.

Denn was viele Menschen vergessen ist, dass Joel auch kein unbeschriebenes Blatt war. Er war vielleicht früher mal ein guter Mensch, aber als wir ihn in „The Last of Us“ treffen ist er alles Andere und man kann argumentieren, dass seine wachsende Beziehung zu Ellie eine Form der Wiedergutmachung darstellt, bei dem es aber auch sehr viele Kollateralschäden gibt. Und auch wenn ich es ihm komplett nachfühlen kann hat er am Ende des ersten Teils nicht nur das Wohl von Ellie über das der gesamten Menschheit gestellt, sondern viele (unschuldige) Menschen getötet.

Abby vs. Ellie:

Einer dieser unschuldigen Menschen war Abby’s Vater. Nachdem ihre Mutter bereits länger tot war hat ihr Vater als Arzt für die Fireflys gearbeitet und sollte die Operation an Ellie am Ende des ersten Teils zwecks der Gewinnung eines Gegenmittels durchführen. Er wird dabei in einer Rückblende als sehr liebenswerter Mensch portraitiert und wollte die Operation auch erst gar nicht durchführen, da er nicht dafür verantwortlich sein wollte, dass Ellie stirbt. Er „opferte“ aber seine eigene Überzeugung für das Gemeinwohl und war damit einer der Menschen den Joel brutal umbrachte, als er Ellie rettete. Und so ist das, was Abby am Anfang der Geschichte tut, obgleich wirklich abscheulich, nicht viel anders, als der Rachefeldzug den Ellie danach startet. Wobei Abby im Vergleich zu Ellie sogar noch etwas mehr „Anstand“ beweist, da sie und ihre Freunde bewusst niemand anderes als Joel töten und Ellie deswegen am Leben bleibt. Diesen Anstand hat Ellie nicht, sondern sie tötet alles und jeden, der sich ihr in den Weg stellt und wird dabei immer kaltblütiger wird, bis sie selbst fast daran zerbricht.

Besonders tragisch ist dabei, dass wir im Spielverlauf erkennen, dass die „Bösen“ im Grunde nicht anders sind, als Ellie und ihre Freunde auch. Sie haben ebenfalls Träume und Wünsche und werden teilweise unverschuldet in die Gewaltspirale mit rein gezogen, die eindrucksvoll verdeutlicht, dass Gewalt nie die Lösung sein kann und „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu nichts abseits von Augen- und Zahnlosen führt. Es ist im Grunde keine klare Abgrenzung möglich, was richtig und was falsch ist und beide Parteien haben ihre validen Punkte. So ist besonders die finale Konfrontation beider Frauen wirklich schwer zu spielen, da wir nachdem wir mit jeder Figur über 10 Stunden verbracht haben, wir im Grunde nicht wollen, dass überhaupt noch jemand stirbt, da einfach zu viel auf dem Spiel steht.

Das Finale:

Nachdem wir die Storyline von Abby, die parallel zu der von Ellie spielt beendet haben, kehrt das Geschehen zur Konfrontation beider Frauen, zum vermeintlichen Finale zurück, auch wenn das Spiel an dieser Stelle noch lange nicht vorbei ist, denn das Geschehen endet in einer Patt-Situation, Abby kann entkommen, flüchtet aus Seattle und Ellie tritt mit der hochschwangeren Dina und dem verwundeten Tommy die Heimreise an. Einiges an Zeit geht ins Land, Ellie lebt mit Dina ein zurückgezogenes Leben und es sieht so aus, als ob sie das gewalttätige Leben an den Nagel gehängt hat, doch es wird offenbart, dass sie immens von Panikattacken geplagt wird und als sich die Chance bietet Abby wieder aufzuspüren, ergreift sie diese, obwohl ihr dabei bewusst ist, dass sie alles aufgibt, was sie sich mit Dina aufgebaut hat.

Von dort an startet der finale Akt, der uns in ein komplett neues Areal mit einer neuen Gegnertruppe nach Santa Barbara führt, wo wir abwechselnd Abby und Ellie steuern, die jeweils andere Ziele im gleichen Gebiet verfolgen. Dabei stehen uns die Rattlers, eine neue Gegnerfraktion gegenüber, die nicht nur wahnsinnig aggressiv, sondern auch mit Panzerungen und Helmen geschützt sind. Ist diese Hürde überwunden kommt es zum finalen Kampf auf Leben und Tot zwischen Abby und Ellie, die beide am Ende ihrer Kräfte angekommen sind. Dabei ist Abby längst nicht mehr gewillt zu kämpfen, sondern will nur noch gehen, doch Ellie kann nicht aus ihrer Haut, da sie immer, wenn sie ihre Augen schließt das Gesicht des sterbenden Joel vor Ihren Augen sieht und sich vom Kampf endlich Genugtuung erhofft. Körperlich, wie auch optisch verlangt dieser Kampf vom Spieler einiges ab, da buchstäblich im Sekundentakt Schnitte durch das Fleisch gehen und Knochen brechen. Doch dann kommt es noch zu einer Überraschung: Als Ellie scheinbar die Oberhand hat und Abby buchstäblich dabei ist ihre letzten Atemzüge zu tun, ändert sich plötzlich das Bild vor Ellie’s Augen in der Erinnerung an Joel und sie lässt endlich von Abby ab. Beide haben ihre Rache bekommen und ihre Wege trennen sich. Zwar überleben somit Ellie, wie auch Abby, doch beide sind jeweils für sich gesehen gebrochen und müssen versuchen wieder eine Perspektive zu finden, was aber für beide Geschichten offen gelassen wird…

Letzte Worte:

Und auch wenn ich bei meiner Aussage aus dem Review bleibe, dass das Pacing in der zweiten Spielhälfte hätte etwas straffer sein könnte und es meiner Meinung nach auch noch besser gewesen wäre, wenn wir mehr Vermischung der Geschichten gehabt hätten, so katapultiert der Perspektivwechsel die Geschichte von einem simplen Rachefeldzug auf ein neues Level, das auf jeden Fall die perfekte Fortsetzung für den ersten Teil ist. Spielerisch und Story-technisch ist das Spiel viel mehr, als wie es teilweise verunglimpft wird, was wahrscheinlich daran liegt, dass es nicht weit genug gespielt wurde, oder dass man dem Spiel von Anfang an keine Chance gegeben hat. Immerhin entfaltet das Spiel erst im Verlauf der 25-30 Spielstunden erst ein volles Potential. Aber wie seht ihr das? Habt ihr das Spiel durchgespielt? Was sind eure Eindrücke? – Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen…

NB@30.06.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Wenn euch der Beitrag gefallen hat würde ich mich natürlich über eure Likes, Retweets, Abos oder auch Feedback freuen. Gleiches trifft aber auch zu, wenn ich eurer Meinung nach etwas hätte besser machen können. Konstruktive Kritik hilft bekanntlich nur, wenn man sie auch bekommt, also lasst es mich einfach wissen.

Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.



Ein Gedanke zu “Special: „The Last of Us Part II“ – Die Kontroversen (Vorsicht Spoiler!)

  1. Naja, von allen möglichen Opfern von Joel war Abbies Vater nicht unbedingt der unschuldigste.
    Dass Abbie und Co. Ellie und Tommy leben lassen, dient der Story und ist eigentlich ziemlich dämlich und ist außerdem deutlich humaner als Fireflies und Wulfs sonst sind.
    Und das Hauptproblem: soll ich Abbie mögen, weil sie nett zu Hunden ist?

    Gefällt 1 Person

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