PS4 Review: „Syneriga“ #Synergia #LeichtePlatin

Die meisten Visual Novels bewegen sich eher in „seichten“ Gewässern. Meist geht es um irgendwelche Beziehungsprobleme, Highschool-Leben, oder ähnliche Gefilde. Selten werden ernste Themen angesprochen, oder gar düstere Settings verwendet, was sich aber bei „Synergia“ anders verhält, denn dort befinden wir uns in einem düsteren Cyberpunkt-Setting irgendwo zwischen Blade RunnerGhost in the Shell, oder auch dem grandiosen „Snatcher“, für das ein Re-Release massiv überfällig ist. Allein diese Eingruppierung war für mich Grund genug sich das Spiel einmal genauer anzusehen, das zusätzlich noch mit einer überaus leichten Trophäenliste aufwartet.

Das Spiel ist bereits seit Juli vergangenen Jahres auf dem PC erhältlich und feiert nun seinen Einzig auf die Konsolen, wofür man sich Eastasiasoft als Vertriebspartner mit ins Boot geholt hat. Zentrum der Handlung ist düstere Zukunft, in der der technische Fortschritt bereits so weit vorangeschritten ist, dass es schwer fällt sich die Menschlichkeit zu bewahren. Das wird besonders bei Hauptfigur Cila deutlich, die knallharte Polizistin lebt soweit zurückgezogen, dass es ihr immer schwerer fällt Emotionen zu zeigen, oder gar auf normale Weise mit ihren Mitmenschen und Kollegen zu interagieren. Ihr einzig wirklicher Interaktionspunkt ist ein Roboter namens Elaine, die sie immer wieder anpasst, um die menschlichen Eigenschaften nach und nach herunter zu schrauben, was allerdings dazu führt, dass Elaine kaputt geht.

Und da Cila dennoch eine Form der Interaktion braucht und Elaine irreparabel ist, beschließt sie sich einen neuen Androiden zuzulegen. Dieser hört auf den Namen Mara und als Cilaversucht mit ihr genauso umzugehen, wie mit Elaine muss sie feststellen, dass Mara sich nicht nur komplett anders verhält, als Elaine es getan hat, sondern auch anders als andere Androiden. Sie beschließt Nachforschungen anzustellen sticht damit in ein Wespennest von Verschwörungen und düsteren Machenschaften… – Die Geschichte nimmt teilweise ziemlich düstere Züge an und scheut sich auch nicht vor existenziellen Fragen zurückzuschrecken, was in meinen Augen eine willkommene Abwechslung zu anderen Visual Novels darstellt. Darüber hinaus ist die Charakterentwicklung von Cila, wie auch der Beziehung zu Mara, was einen zentralen Punkt in der Geschichte einnimmt, durchweg spannend erzählt und hält mehr als ein paar überraschende Wendungen bereit.

Erzählt wird das, wie üblich für ein Visual Novel, ein teilweise recht ausufernden Story-Sequenzen, die größtenteils von Dialogen transportiert werden. Die Präsentation ist dabei aber hochwertiger, als man es stellenweise gewohnt ist und bietet viele abwechslungsreiche Hintergründe und interessante, passenderweise in Neonfarben getauchte, Animationen. Aufgelockert wird das durch einige interaktive Abschnitte, in denen wir per Cursor mit Konsolen interagieren dürfen, was zwar nicht besonders anspruchsvoll ist, aber dennoch eine nette Abwechslung ist. Weiter gibt es selbstverständlich auch die bekannten Punkte, an denen wir aus unterschiedlichen Optionen, entweder Dialog-, oder Handlungsoptionen wählen können, um damit den Fortgang der Geschichte zu bestimmen. Denn entsprechend unserer Entscheidungen gibt es unterschiedliche Verläufe der Geschichte und unterschiedliche Endszenarien, was gleichzeitig für Wiederspielwert sorgt. Untermalt wird das alles von einem gelungenen Neo-Retro-Soundtrack, der stark auf Synthesizer setzt und dazu beiträgt die Stimmung noch weiter zu untermalen.

Insgesamt bietet „Synergia“ eine spannende und erwachsene Geschichte, die man selten im Genre findet. Es werden zwar nicht alle Fragen bis ins letzte Espenfach beantwortet, es bleibt also noch stellenweise Raum für eigene Interpretationen, doch das macht die Story meines Erachtens sogar noch besser, als wenn man alles vorgekaut bekommt. Und gerade weil die Geschichte sowohl interessant, wie auch spannend ist, würde ich jedem empfehlen sie erst einmal ohne Komplettlösung zu erleben, auch wenn man dabei mit Sicherheit ein paar Trophäen verpasst. Diese sind auch im Nachgang schnell nachgeholt, denn mit einer Komplettlösung, der Dialog-Skip-Funktion und auf höchster Geschwindigkeit hat man alle Trophäen in weniger als 20 Minuten freigeschaltet, wo hingegen ich für meinen „normalen“ Durchgang etwas über drei Stunden gebraucht habe. Das Spiel bietet insgesamt 15 Trophäen (0 x Bronze, 5 x Silber, 9 x Gold, 1 x Platin) und es soll neben der PS4-Version zeitnah auch noch eine Version für die Vita erscheinen, die eine separate, obgleich inhaltlich identische Trophäenliste hat. Alles in allem ein gelungenes und erfrischend anderes Visual Novelle, auch wenn ich persönlich den regulären Preis von knapp 15 Euro etwas zu hoch angesetzt finde. Wenn ihr warten könnt, warten daher besser auf einen Sale.

Entwickler: Radi Art

Publisher: Top Hat Studios / Eastasiasoft

Erhältlich auf: PS4, PS Vita, Nintendo Switch

NB@26.03.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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