PS4/PS5 Review: „It takes Two“ #ItTakesTwo

Ich bin ein Freund von Spielen, die man noch ganz klassisch im Couch-Coop spielen, was heutzutage immer mehr verschwindet. Ein Studio, das diesem Trend energisch entgegen arbeitet ist Hazelight Studios, ein kleines schwedisches Studio, die sich bereits vor drei Jahren mit dem Gefängnisausbruch-Abenteuer „A Way Out“ einen Namen gemacht haben. Und wem das ebenerwähnte Spiel stellenweise zu ernst und die Coop-Ausrichtung aufgesetzt wirkte, der wird von ihrem neuen Abenteuer positiv überrascht sein, da es nahezu alle Kritikpunkte ausmerzt und zwar ein grundlegend anderes Spielerlebnis liefert, das aber nicht minder fesselnd ist.

Das Spiel ist dieses Mal als „It takes Two“ betitelt, wobei der Name selbstverständlich Programm ist, denn das Spiel lässt sich ausschließlich im Coop spielen, was entweder lokal, wie auch über das Internet funktioniert und wofür es ausreicht wenn einer der Spieler das Spiel besitzt und den anderen via dem Integrierten Buddy-Pass einlädt. Und das funktioniert sogar Generationenübergreifend, solange man in der gleichen Konsolenfamilie bleibt. Man kann also über die PS5 mit einem Freund auf der PS4 gemeinsam spielen, oder über die Xbox Series X mit einem Freund auf der Xbox One, jedoch auch nicht Konsolenübergreifend. Das funktioniert auch wirklich gut, auch wenn es meiner Meinung nach etwas mehr Spaß macht, wenn man sich im gleichen Raum befindet und besser absprechen kann, denn viele Rätsel erfordern eine präzise Abfolge von unterschiedlichen Handlungen beider Charaktere, was natürlich auch Kommunikation voraussetzt.

Wir spielen dabei entweder May oder Cody, wobei Cody eine Figur aus Knete und May eine Holzpuppe sind, was aber nicht immer so war. Denn eigentlich sind die beiden normale Menschen, verheiratet und Eltern der heranwachsenden Rose, die aber sehr zu ihrem Leidwesen immer mehr mitbekommt, dass ihre Eltern sich im Grunde nichts mehr zu sagen haben, ständig streiten und sich scheiden lassen wollen. Rose ist so verzweifelt, dass sie alles daran setzen möchte, dass sich ihre Eltern wieder vertragen, ein Wunsch den sie laut ausspricht, während Tränen auf Figuren, die sie von ihren Eltern gebastelt hat und das „Buch der Liebe“, ein Selbsthilfebuch, das sie extra besorgt hat, fallen, was ihren Wunsch wahr werden lässt. Denn May und Cody erwachen eben als diese kleinen Figuren und bekommen vom Buch die Aufgabe, dass sie den Zauber nur beenden können, wenn sie es lernen zusammenzuarbeiten, was sich wiederrum mit den Kapiteln des Buches deckt. So stürzen sie sich als wenige Zentimeter große Figuren in ein Abenteuer, das irgendwo zwischen „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ und „Ferngully“ angesiedelt ist, was sie in unterschiedliche Areale führt, die viel bedrohender wirken, wenn man winzig klein ist…

Die Animationen und die Geschichte, die trotz der ernsten Prämisse um Scheidung, überaus witzige Züge annimmt, bewegen sich auf dem Niveau eines Animationsfilms, wie von Pixar oder Dreamworks und bieten damit Unterhaltung für unterschiedliche Altersklassen, so lässt sich das Spiel zum Beispiel auch gut mit Kindern spielen ähnlich wie man es auch von den Lego-Spielen kennt. Das Spielprinzip ist dabei ein 3D-Plattformer mit Fokus auf teilweise recht ausufernde Rätsel, die sich in den meisten Fällen ausschließlich gemeinsam lösen lassen. So muss gleich zum Beginn ein Spieler einen Staubsaugerschlauch so halten, dass der andere Spieler davon eingesaugt und an entsprechender Stelle wieder ausgepustet wird, um danach einen Schalter zu betätigen. Verbunden werden diese Abschnitte von gut designten Plattformer-Abschnitten, die es schaffen zwar Anspruchsvoll genug zu sein, ohne dabei zu schwer zu werden, was jüngere Spieler abschrecken dürfte. Zwar hatte ich in ein paar Momenten dennoch das Problem, das alle 3D-Plattformer mit sich bringen, dass man zu kurz springt, da man eine Entfernung falsch abgeschätzt hat, aber insgesamt war das eher die Ausnahme und da die Rücksetzpunkte fair gesetzt sind, war das auch nie ein Problem. Beide Charaktere verfügen über Sprung, Doppelsprung und Rennen als Fähigkeit, wobei im Spielverlauf noch unterschiedliche Fähigkeiten spezifisch für eine der Figuren dazukommen, was den Spielverlauf jedes Charakters etwas anders verlaufen lässt und mich selbst nach dem Durchspielen mit einem Charakter neugierig darauf gemacht hat, wie es sich mit dem anderen Charakter spielt, auch wenn das den Verlauf der Geschichte als solches natürlich in keiner Weise verändert.

Verbunden werden die unterschiedlichen Abschnitte von lustigen Ratschlägen des sprechenden Buches der Liebe, genannt Dr. Hakim, der mit seinem spanischen Akzent (da der Autor Spanier ist) als Mentor auf der Reise fungiert und natürlich stets daran bemüht ist, dass die beiden ihre Ehe wieder kitten. So sind zwar einige Dialoge unnötig in die Länge gezogen und versuchen den Inhalt fast mit dem Holzhammer zu transportieren, doch sind größtenteils gut in das Spielgeschehen eingebunden. So wird es die meisten Spieler wahrscheinlich auch nicht wirklich wundern, wie die Geschichte am Ende ausgeht, aber entscheidend ist hier wirklich der Weg dahin, der nicht nur charmant, sondern auch Ideenreich ist.

Insgesamt hatte ich mit „It takes Two“ wirklich eine Menge Spaß. Das Spiel ist in Sachen Präsentation, verarbeiteten Ideen und Humor wirklich überaus gelungen. Es nimmt sich keineswegs so ernst, wie „A Way Out“ und hat viel Herz, womit es sowohl jüngere, wie auch ältere Spieler anspricht. Ein besonderes Highlight ist selbstverständlich die Möglichkeit im Couch Coop zu spielen, was heutzutage noch genauso viel Spaß macht, wie wenn man sich früher nach der Schule gemeinsam mit Freunden vor eine Konsole gesetzt hat. Mit in etwa 10 Stunden Spielzeit ist es auch für meinen Geschmack weder zu lang, noch zu kurz und war wirklich von Anfang bis Ende ein einfach schönes Spiel, das zwar, abgesehen von der ausschließlichen Coop-Ausrichtung, das Rad keinesfalls neu erfindet, aber vielleicht gerade deswegen die perfekte Unterhaltung darstellt. Und besonders weil es schon zum Release vergünstigt angeboten wird und nur einer der Spieler, selbst wenn man Online miteinander spielt, eine Version des Spiels braucht, ist dieser Trip zu zweit uneingeschränkt zu empfehlen.

Entwickler: Hazelight Studios

Publisher: EA

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S

NB@09.04.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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