PS4 Review: „Ghosts ‚N Goblins Resurrection“ #GhostsnGoblins

Capcom hat in letzter Zeit wirklich ein Herz für seine Retro-Spieler bewiesen, denn nicht nur, dass erst vor kurze „Capcom Arcade Stadium“ endlich auch auf PS4 und Xbox One veröffentlicht wurde, sondern auch eine der beliebtesten Spielereihen des japanischen Publishers wird im wahrsten Sinne des Wortes wieder „zum Leben erweckt“, ich spreche natürlich von „Ghosts ‘n Goblins Resurrection“, dem aktuellen Ableger der überaus erfolgreichen Ghosts ‘n Goblins-Reihe. Ich bin seit meiner frühesten Jugend ein Fan der Reihe, obwohl ich ehrlich sein muss, dass mich damit stellenweise auch eine Hassliebe verbindet, da die Spiele keinen Fehltritt durchgehen lassen und seit jeher zweimal durchgespielt werden müssen, um das richtige Ende zu zeigen. Dennoch war ich mehr als gespannt, wie ein moderner Ableger der Reihe im Jahr 2021 wohl aussehen würde, wofür mir dankenswerterweise von Capcom ein Code für das Spiel zur Verfügung gestellt wurde, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

Sir Arthur hat es wirklich nicht leicht, da genießt er ein gemütliches Picknick mit seiner Herzensdame, bei dem er unpassender Weise nur mit seiner Unterwäsche bekleidet ist, wird diese einfach entführt und es ist an Arthur sie wieder zurück zu holen. Die Geschchte ist zwar keinesfalls Oscar-verdächtig, ist aber schon fast das Markenzeichen der Reihe, denn das Setup war bisher in jedem Teil identisch und da dieses Sequel/Remake die Wiedergeburt der Reihe sein soll, macht es durchaus Sinn, dass die Story auch in keiner Weise verändert wurde. Gleiches gilt für den Beginn des Spiels, der uns typischerweise auf einem Friedhof voller Untoter beginnen lässt, erst danach driften die unterschiedlichen Teile der Reihe etwas auseinander.

Zugegebenermaßen ist das nicht der erste Versuch, den Capcom in diese Beziehung unternimmt, denn auch „Ultimate Ghosts‘n Goblins“, seinerzeit auf der exklusiv auf der PSP erschienen, strebte an eine moderne Wiedergeburt zu sein, mag zwar auch heute noch ein paar Fans haben, doch ist größtenteils eher eine Fußnote der Reihe. Das mag zum einen an dem etwas klumpigen 3D-Look des Spiels, dem brachialen Schwierigkeitsgrad, der moderne Spieler mitunter abschrecken kann und letztlich an der Tatsache liegen, dass das Spiel ausschließlich auf der PSP herausgekommen ist, liegen.

Diese Fehler wollte man eindeutig nicht mehr machen, weswegen das Spiel auf allen modernen Plattformen erhältlich ist, einen insgesamt zeitloseren Stil bekommen hat und gleichzeitig auch das wahrscheinlich am besten zugängliche Spiel der Reihe ist. Denn wo das Original uns nur einen Treffer einstecken ließ, bevor uns der zweite ein Leben kostete, wir in einem traurigen Haufen Knochen zusammen sackten und man uns an den Beginn des Levels zurückschickte, so verfügt Resurrection über ein modernes System an Schwierigkeitsgraden und beinhaltet in den Levels auch Checkpoints. Die Schwierigkeiten erstrecken sich vom Klassischem („Legend“) zu leichteren, die uns teilweise sogar mehrere Schläge einstecken lassen („Squire“, „Page“), bis wir sterben. Das ist besonders cool umgesetzt, da mit jedem Schlag ein paar Teile der Rüstung Weg fliegen, bis Arthur irgendwann nur noch in seiner ikonischen Boxershorts dasteht. Diese Möglichkeit sollte sowohl Einsteigern, aber auch Veteranen die Erfahrung bieten, die sie suchen, oder dabei die eine, oder andere Gruppe zu vergraulen.

Inhaltlich bietet es ein Who-is-who an Versatzstücken aus den bisherigen Teilen der Reihe und sogar unterschiedliche Routen, die man durch das Spiel einschlagen kann, was immens den Wiederspielwert steigert und mich mit seiner Darstellung auf der Karte des Spiels, die man immer zwischen den Levels des Spiels sieht, an „Castlevania: Rondo of Blood“ erinnert hat, das ein ähnliches Feature mit sich brachte. Die Levels bestehen aus einer Mixtur aus den klassischen Teilen der Reihe, so bekämpfen wir neben einigen neuen Bossen und Gegnern auch viele der bereits bekannten Feinde, wie den Zyklopen, Schweinemänner, Zombies, den fiesen Dämon Firebrand, oder auch einen Magier, der uns liebend gerne in einen wehrlosen Frosch verwandelt, wenn wir nicht aufpassen. Doch auch abseits des Bekannten, gibt es jede Menge zu sehen, oder gar zu fürchten, während wir uns durch die insgesamt 7 Levels des Spiels zum Dämonenlord vorkämpfen…

Der ein oder andere mag sich nun etwas über die Levelanzahl wundern, für die geübte Spieler nicht länger als 5 Stunden brauchen dürften, doch hier kommt wiederum der Schwierigkeitsgrad zum Tragen, der kontinuierlich ansteigt, aber auch die doppelt Durchspielen-Mechanik, die es bereits im Original von 1985 gab und sich selbstverständlich auch im 2021er Anleger wiederfindet: Um das echte Ende zu sehen und gegen denn echten Endboss antreten zu können, müssen wir das Spiel doppelt beenden. Doch entgegen des Originals, wo beide Durchläufe absolut identisch verliefen, lockert Resurrection die Mechanik insofern auf, dass der zweite Durchgang Schattenversionen der Levels bietet, wo die Position der Gegner und die Arten der Gegner verändert wurden, aber auch Wind und Nebel es sehr viel schwerer zu navigieren machen. Klar sind die Levels dadurch nicht grundlegend anders, bieten aber dennoch eine willkommene Abwechslung und eine höhere Herausforderung, die ein zweiter Durchgang auf jeden Fall sein sollte, auch wenn es etwas schade ist, dass die Bosse und die Abläufe der Kämpfe unverändert bleiben.

Das Raster an Waffen wurde im Vergleich zu früher etwas erweitert und Arthur hat nun acht verschiedene Waffen zur Auswahl, die er in den Levels finden kann. Dabei ist allerdings auch Vorsicht geboten, denn Arthur kann von Haus aus nur eine Waffe mit sich führen und jede davon kommt mit ihren Vor- und Nachteilen. So sind die Messer und die Lanze zwar schnell, aber richten verhältnismäßig wenig Schaden an, wo hingegen der Kampfhammer viel Schaden anrichtet, aber von uns verlangt sehr nah an die Gegner heranzukommen. – Und ja, die Flamme gibt es auch wieder und sie ist genauso nervig und stellenweise nutzlos, wie eh und je… – Doch nicht nur die Waffe und das Können entscheidet über Gedeih und Verderb, sondern auch unsere Spezialattacken und unsere Upgrades. Erstere gab es bereits in der SNES-Version, aber letztere sind eine neue Erweiterung. In den Levels können wir „Umbral Bees“ finden und fangen, die uns echt nützliche Upgrades, wie die Möglichkeit mehrere Waffen mit zuführen, oder besonders effektive magische Attacken durchzuführen.

Spielerisch ist abseits der genannten Erweiterungen alles beim Alten. Arthur steuert sich immer noch etwas behäbig, was aber auch an seiner schweren Rüstung liegen kann und lässt immer noch einen Doppelsprung, oder auch die Möglichkeit des Angriffs in die Diagonalen schmerzlich vermissen. Doch diese limitierte Steuerung, die im Grunde 1:1 aus dem Original stammt, ist überaus zweckmäßig und, wenn man von einer kleinen Eingewöhnungszeit absieht, die es braucht um Arthurs Lauf- und Sprungverhalten kennen zu lernen, echt gelungen und präzise. Besonders wenn man bedenkt, dass man an modernen Konsolen  mit Kabellosen Verbindungen immer etwas mit Lag zu kämpfen hat. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit mit einem Freund in den Kampf zu ziehen, was ausschließlich im lokalen Multiplayer funktioniert und ein frisches Spielgefühl bietet, da man nicht nur einen zweiten Arthur spielt, sondern einen Beschützer, der dem ersten Spieler zur Seite steht, was in ähnlicher Form in „Sonic the Hedgehog 2“ möglich war, wenn der zweite Controller innerhalb des Spiels Tails steuern konnte.

Insgesamt hat „Ghosts’n Goblins Resurrection“ wirklich gut unterhalten und auf Grund der vielen Anpassungsfähigkeiten des Spiels hielt sich auch der Frust im Rahmen, zumal das Spiel uns von sich aus anbietet, wenn wir zu oft an einer Stelle gestorben sind, den Schwierigkeitsgrad zu senken, was für mich, der ich nicht mehr so im Training bin, wie zur Zeit des Originals, zugegebenermaßen notwendig war. Zwar bietet das Spiel auf den ersten Blick nur 7 Levels, doch durch die unterschiedlichen Wege und die Schattenvarianten geht der Umfang im großen und ganzen schon wirklich in Ordnung, auch wenn ich mir gerade in den Schattenlevels auch eine Veränderung bei den Bossen gewünscht hätte. Doch das ist ein wirklich kleinerer Kritikpunkt, bei einem Spiel, das sonst wirklich sehr viel richtig macht und sich keinesfalls hinter dem großen Namen Ghosts ’n Goblins verstecken muss.

Entwickler: Capcom

Publisher: Capcom

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@14.06.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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