PS5 Review: „Foreclosed“ #Foreclosed

Ich bin seit jeher ein Fan von Comics, Videospielen und Science Fiction, eine Kombination dieser Elemente müsste demnach ein absoluter Hit werden. Oder so zumindest die Theorie, denn auch wenn „Foreclosed“ die eben erwähnten Elemente alle stimmig miteinander vereint, gibt es dennoch ein paar Probleme mit dem Spiel, die ich keinesfalls verschweigen möchte. Aber eins nach dem anderen, beginnen wir daher mal mit einem allgemeinen Abriss von der Geschichte und dem teils reicht kreativen Grundgerüst des Spiels.

„Foreclosed“, entwickelt von Antab Studiound vertrieben von Merge Games, angesiedelt in der nahen Zukunft, handelt vom Durchschnittstyp Evan Kapnos, der für die Firma SecurTech arbeitet. Oder eher gearbeitet hat, denn nicht nur ist sein Arbeitgeber Pleite, sondern sein Identitätschip soll ihn die Konkursmasse einfließen und hinterlässt ihn dadurch in einer überaus prekären Situation. Denn immerhin befinden wir uns in einer Cyberpunk-angehauchten Geschichte, wo alles auf die ein oder andere Weise mit unseren Identitätschips verknüpft ist, sei es Geld, Zutritt zum Apartment und sogar die Benutzung einer Waffe erfordern einen Identitätschip. Aus diesem Grund macht sich Kapnos auf seinen Weg zum Gericht, um gegen die Vollstreckung Einspruch zu erheben, doch die Ereignisse überschlagen sich, als bewaffnete Männer sich ihm in den Weg stellen und er plötzlich um sein Leben rennt…

Sein Identitätschip ist nämlich, ohne sein Wissen, mit experimentellen Modifikatoren ausgestattet, die ihm erlauben unterschiedliche übermenschliche Fähigkeiten zu aktivieren, die natürlich jeder für sich haben möchte. Das wird dabei als große Verschwörung im Kampf internationaler Großkonzerne und bewusste Manipulation von Marktanteilen aufgebaut, bleibt aber insgesamt recht undurchsichtig, da die genauen Umstände, um Sinn und Zweck des titelgebenden Foreclosure recht oberflächlich bleiben und stattdessen mit unterschiedlichen Namen und Interessensgruppen um sich geworfen wird, was es schwer macht der Geschichte zu folgen. Das ist überaus schade, denn in Kern gibt es einige wirklich interessante Fragestellungen über freien Willen, bis hin zu „legalen Wegen des Mordes“, die meist aber nur in Nebensätzen fallen und dann wieder verpuffen.

Im Grunde lässt sich die Handlung auf eine Ballerorgie im Cyberpunk-Gewand herunter brechen, in denen wir die immer gleichen Klon-Gegner bekämpfen, dann ein kleineres Rätsel lösen, um dann wieder Gegner wegzuballern. Das ist an sich auch nicht weiter schlimm, immerhin funktionieren einige große Spiele auch rein nach diesem Prinzip, wenn die Umsetzung besser wäre, denn leider ist genau das Shooter-Element einer der größten Kritikpunkte, da es sich doch zu schwammig anfühlt, die Gegner Kugeln absolvieren wie ein Schwamm und dankt teils unfairer Rücksetspunkte Frust aufkommen kann. Eine willkommene Abwechslung und Erleichterung bieten die Sonderfähigkeiten, die wir allerdings erst nach und nach freischalten und die es uns erlauben Schutzschilde, oder Telekinese zu verwenden, oder unsere Waffe mit Modifikatoren zum Durchbrechen von Panzerung, oder explosiven Kugeln auszustatten. Gewöhnlich fangen Spiele leicht an und werden mit der Zeit schwerer, doch hier ist es überraschenderweise anders…

Vom Artstyle her ist das Spiel durchaus ansprechend. Es ist komplett in Cellshading-Optik gehalten und setzt dieses Stilmittel mindestens so konsequent um, wie „XIII“, oder “ Comix Zone“, wo es sich in beiden Fällen auch um eine stringente Ausrichtung in diese Richtung handelte. Immer wieder teilt sich der Bildschirm in unterschiedliche Comic-Panele auf, große Letter verdeutlichen einzelne Geräusche in bester „Wuuuush“-, oder „Boooom“-Manier und wir steuern Kapnos in unterschiedlichen Blickwinkeln durch die Panelen. Die Farben sind dabei überzeichnet und trotz eines reduzierten Detailgrads, was ebenfalls dem Artstyle geschuldet ist, gibt es durchaus abwechslungsreiche Setpieces, auch man beim genauen Hinsehen immer wieder die gleichen Versatzstücke, aus denen die Levels zusammengesetzt sind, identifizieren kann.

Insgesamt handelt es sich bei „Foreclosed“ um ein etwas merkwürdiges Spiel. Anfangs dachte ich noch, dass es sich bei der linearen Actionkost im Comic-Look um das Spiel handeln würde, das „Cyberpunk 2077“ gerne gewesen wäre, doch mit dem Fortschritt des Spiels wandelte sich dieser Eindruck immer mehr. Das Gunplay ist leider unzureichend, die Schleich-Einlagen verzeihen keine Fehler und führen sonst zum Instant-Death und ein Großteil der Rätsel beschränkt sich auf „Finde den Schlüssel“. Es gibt aber auch Lichtblicke, wenn uns das Spiel mehr Freiheit gibt eine Situation anzugehen, die Rätsel etwas komplexer werden, oder wir dank neuer Fähigkeiten im Kampf mehr Möglichkeiten bekommen. Doch dann ist das Spiel auch leider schon vorbei, denn mit gerade mal 3-4 Stunden hat es keine überragende Spielzeit. Die Entwickler hatten durchaus interessante Ideen und auch der Artstyle gefällt, doch es hapert an der Umsetzung und vor allem dem Balancing. Es wäre wirklich interessant zu sehen, was die Entwickler mit mehr Zeit und Geld hätten bewerkstelligen können, doch so ist das Spiel leider nur Mittelmaß. Ich hatte zwar durchaus meinen Spaß, jedoch stellenweise auch ziemlichen Frust…

Entwickler: Antab Studio

Publisher: Merge Games

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Nintendo Switch

NB@20.09.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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