Xbox Review: „Omen of Sorrow“ #OmenOfSorrow

Früher gab es für Fighting Games im Grunde nur zwei Lager: Street Fighter oder Mortal Kombat. – Selbstverständlich gab es auch damals schon viele andere Spiele, doch gefühlt fiel alles immer auf die beiden Platzhirsche zurück und alle anderen Spiele wurden „zu“ Spielen, die entweder „wie“ eins, oder das andere waren. Da ist es umso erfrischender, wenn es mal etwas frisches gibt, wie jetzt zum Beispiel „Omen of Sorrow“, ein Spiel mit Abwandlungen der klassischen Universal Monster, das gerade auf der Xbox One erschienen ist. Und da das Spiel von Trailer her interessant aussah, war das Grund genug für mich sich das Spiel einmal ganz genau angesehen…

Entwickelt wurde das Spiel von AOne Games, einem kleinen Entwicklerstudio aus Santiago, Chile, die mit „Omen of Sorrow“ ihr Debüt geben. Auf der PS4 zwar schon 2018 im Eigenvertrieb herausgebracht, hat man sich nun mit Eastasiasoft zusammengetan, um das Spiel auf der Xbox herauszubringen. Selbstverständlich ist das Spiel dabei sowohl auf der Xbox One, wie auch der Xbox Series X/S lauffähig, auch wenn es nicht explizit für eine der beiden Generationen optimiert wurde, was etwas schade ist, denn so wirkt das Spiel von der technischen Seite leider, als ob es ein paar Jahre zu spät herauskommt, doch dazu etwas später mehr, wenn wir uns mit dem Inhalt auseinander gesetzt haben.

Die Einflüsse von „Omen of Sorrow“ werden unmittelbar offensichtlich, wenn man in den letzten Jahren im Genre unterwegs war. Allem voran hat man sich überaus stark von den aktuellen Veröffentlichungen von Mortal Kombat, sowohl in Optik, wie aber auch Gameplay inspirieren lassen. Lediglich den übertriebenen Gewaltgrad hat man selbstverständlich ausgespart. Doch wo die Vorlage sich zum einen aus der eigenen Vergangenheit und zum anderen aus der Pop Kultur bedient, wendet man sich bei „Omen of Sorrow“ klassischen Horrormonstern zu und interpretiert sie für das Spiel neu.

Besonders dieser Punkt weiß zu überzeugen, vorausgesetzt man ist mit den Vorlagen bewandert. Zwar gibt es zu jedem Charakter auch ein paar kurze Hintergrundinfos auf dem Ladebildschirm, doch viele Spieler werden die Kämpfer dann wahrscheinlich eher nach der Optik, anstatt ihrer Geschichte auswählen. So weiß wahrscheinlich jeder wer Quasimodo aus dem Glöckner von Notre Dame ist, der auch ziemlich fies interpretiert wurde, doch andere Charakteren, wie Dr. Hyde, basierend auf der klassischen Geschichte von Robert Louis Stevenson, „The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“, der in mitten seiner Transformation vom einem zum anderen hängengeblieben zu sein scheint, oder auch meine persönliche Favoritin, Erzsébet Bàthory, die berüchtigte Serienmörderin, die als „Blutgräfin“ in die Geschichte einging, die sogar in ihrer originalen ungarischen Schreibweise in das Spiel gebannt wurde, brauchen eher etwas Erklärung, um auch die Kampftechniken besser nachvollziehen zu können.

Was man allerdings vermisst ist eine Erklärung herbeizuführen, warum diese Charaktere kämpfen, oder warum es sich genau um diese Charaktere und keine anderen handelt. So bestechen die Spieler zwar allesamt mit interessantem Design und unterschiedlichen Kampfstylen, doch einen übergreifenden Sinn bekommt das Spiel dadurch leider nicht. Gerade in dieser Beziehung haben sich die Spiele des Genres in den letzten dreißig Jahre massiv weiterentwickelt, doch „Omen of Sorrow“ hat dieses Memo wohl nicht bekommen. Spielerisch lässt das Spiel leider auch viel zu wünschen übrig, denn so sind die Kämpfer an sich nicht wirklich gut ausbalanciert, die Kollisionsabfrage scheint ihre ganz eigene Logik zu haben und es kommt neben den langen Ladezeiten immer wieder zu Showdowns in den Kämpfen. Und zu guter Letzt hilft es leider auch nicht, dass die meisten Spielmodi (und Archivements) an einen Multiplayer angelegt sind, der quasi nicht existent ist.

Insgesamt hatte „Omen of Sorrow“ durchaus Potential. Gerade als Horrorfan haben mich die frischen Interpretationen der bekannten Charaktere durchaus angesprochen. Allerdings hapert es immens mit der Umsetzung und da Spiel ist keinesfalls mit anderen aktuellen Vertretern des Genres vergleichbar. Hingegen wirkt es eher wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten, oder auch ein Fan-Mod eines älteren Kampfspiels. So ist das Spiel nur für wirklich hartgesottene Kampfspiel-, oder Horrorfans zu empfehlen, die einen Blick auf diese Obskurität werfen möchten. Alle anderen greifen wohl eher zu „Mortal Kombat XI“, oder „Killer Instinct“, wovon es letzteres sogar gratis im Gamepad gibt.

Entwickler: AOne Games

Publisher: AOne Games  / Eastasiasoft

Erhältlich auf: PC, PS4 / Xbox One

NB@18.10.2021

—-Disclaimer—-

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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