PS4 Review: „Aeon Drive“ #AeonDrive

30 Sekunden ist nicht gerade viel Zeit. Es ist sie Standardlänge von Werbespots, die empfohlene Mindestzeit für das Händewaschen, oder auch die Länge des Die Ärzte-Songs „Yoko Ono“. Doch als Spielzeit für ein Videospiel ist es viel zu kurz, oder? – Nun ja, wenn man sich dem Spiel „Aeon Drive“ zuwendet, ist es alles was man braucht, denn die Heldin Jacklyne, genannt Jack, hat nur 30 Sekunden Zeit, bis die Drivecores aus ihrem Bruch gelandeten Schiff explodieren und sie und alles in ihrer Nähe zerstören. – Gut, dass ihre KI eine Lösung parat hat: Eine Zeitschleife, die ihr diese 30 Sekunden immer wieder aufs Neue geben und Jack versucht alles daran zu setzen die Katastrophe abzuwenden, Level für Level, 30 Sekunden für 30 Sekunden…

Jack hat sich ihren unfreiwilligen Besuch in New Barcelona, einer Cyberpunk-Version der spanischen Metropole in der Zukunft wahrscheinlich komplett anders vorgestellt, doch es ist eine wirklich lösliche Sache, dass man versucht hat einem Spiel, das sich vornehmlich an Speedrunner richtet, eine Narrative zu geben, die sowohl durch animierte Cutscenes, aber auch sarkastische Gespräche zwischen Jack und ihrer KI transportiert wird.

Anfänglich beginnen die als 2D-Plattformer angelegten Level noch recht moderat, doch stückweise werden zusätzliche Mechaniken und Hindernisse hinzugefügt, die es zu meistern gilt. Und auch wenn es das Ziel ist jedes der insgesamt 100 Levels, ausgedehnt über 10 unterschiedliche Welten, in 30 Sekunden (oder weniger) zu beenden, so ist das gerade in späteren Levels zwar immer noch möglich, aber erfordert einiges an Training und Muscle Memory. Aus diesem Grund gibt es Mittel und Wege die Zeit aktiv zu verlängern, indem wir die instabilen Drivecores einsammeln, die über die Levels verteilt sind.

Entgegen anderer Spiele liegt es aber an uns, wann und wie wir diese gewonnene Zeit einsetzen. Denn wir sammeln die Cores ein und können Sie, sofern wir genug eingesammelt haben, per Knopfdruck aktivieren, was dann 5 Sekunden zu unserem Timer hinzugefügt. Wer am Ende des Levels am meisten Zeit übrig hat, bekommt am meisten Punkte und findet sich im Leaderboard wieder, das pro Level geführt wird. Die Königsdisziplin bleibt allerdings die Levels ohne zusätzliche Erweiterung der Zeit abzuschließen.

Neben der Zeit als wahrscheinlich unerbittlichsten Gegner findet man in den Levels auch „normale“ Gegenspieler und jede Menge Fällen, die uns versuchen zu bremsen. Doch Jack hat dafür noch ein paar Asse im Ärmel, denn nicht nur ist sie mit einem coolen Schwert bewaffnet, das mit den meisten Gegnern in wenigen Schlägen kurzen Prozess macht, sondern sie verfügt zusätzlich über einen Wurfdolch, der es ihr erlaubt über kurze Distanzen zu teleportieren, was ihr komplett neue Wege durch die Levels eröffnet. Und da es darüber hinaus auch in bester Ninja Gaiden-Manier Walljumps, Solides und sonstige Tricks gibt und jedes Level unterschiedliche Wege bereithält, bietet das Spiel viel Raum für erneute und alternative Lösungswege.

Optisch ist „Aeon Drive“ ein wirklich schickes Spiel und besticht durch eine zwar nicht wirklich neue, aber dennoch schön anzusehende Cyberpunk-Ästhetik. Einzig etwas unausgegoren ist die Möglichkeit Jack’s Haarfarbe und ihr Outfit personalisieren zu können, denn nicht nur macht diese Wahl absolut keinen Unterschied in Sachen Gameplay, sondern auch in den Cutscenes hat Jack, unabhängig unserer Selektion, ihr Standardoutfit und rote Haare. Diese kleine Manko lässt sich aber durchaus verschmerzen, denn sonst stimmt im Grunde alles. Das Spiel ist schnell und liefert eine stabile Framerate und kommt ohne erkennbare Bugs, was heutzutage ja leider oft eine Ausnahme ist.

Insgesamt hat das Spiel wirklich viel Spaß gemacht. Das Spiel ist leicht zu lernen, jedoch schwer zu meistern und bietet dadurch sowohl den normalen Spielern, die das Spiel „nur“ durchspielen wollen, aber auch den Speedrunnern, die jedes Level perfektionieren wollen, genug Fleisch am Knochen. Zwar wäre es gelogen, wenn es nicht das ein, oder andere leicht frustige Level gäbe, doch das war dabei nahezu immer auf Eingabefehler meinerseits zurückzuführen und hat mich dabei eher angespornt es wieder und wieder zu versuchen. Zwar beginnt der Schwierigkeitsgrad recht moderat, steigt aber besonders in der zweiten Spielhälfte recht stark an, sodass man dann durchaus einige Versuche pro Level einplanen sollte und insgesamt etwa 6-10 Stunden bis zum Abspann einplanen kann, was selbstverständlich stark vom eigenen Plattforming-Skill und dem eigenen Anspruch an die Bestenlisten abhängt. Allerdings ist der Preis von regulären 15 Euro in meinen Augen etwas zu hoch, weswegen interessierte Spieler vielleicht lieber auf einen Sale warten.

Entwickler: 2Awesome Studio

Publisher: Critical Reflex

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@25.10.2021

—Disclaimer—

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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