PS4/PS5 Review: „Queeny Army“ #QueenyArmy #LeichtePlatin

Schon seit dem ersten Contra, oder damals in Deutschland „Probotector“ bin ich ein Fan des Run and Gun-Genres, einem Subgenre Plattformers, auch wenn es heute sehr selten geworden ist. Gab es in der 8- und 16-Bit-Zeit noch eine Vielzahl an gelungenen Titeln, so scheinen selbst die Veteranen des Genres verlernt zu haben, auf was es ankommt. Aber immerhin gibt es ja den Indie-Markt, der uns mit Nachschub versorgt, wie „Queeny Army“, um das es heute geht. Die Frage ist nur, ob das Spiel mehr ist als eine blasse Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Entwickelt von AI-link und von Lemoonpie Games bereits 2019 auf dem PC veröffentlicht, gibt es Spiel nun als Portierung von Eastasiasoft seinen Einstand auf PS5, PS4, Xbox One, Xbox Series X/S und Nintendo Switch.

Die Geschichte hat dabei Anleihen von „Boy Soldiers“ und anderen Actionfilmen der 80er und 90er Jahre und ist in der fiktiven Stadt San Romero angesiedelt. Eine Gruppe schwer erziehbarer junger Damen, die gemeinsam im Waisenhaus von Professor Gonzales aufwachsen und sich selbst als „Queeny“ bezeichnet, wird in einen Kampf auf Leben und Tod verstrickt. Denn der korrupte Polizeichef der Stadt tötet im Intro ihren Ziehvater und seine Schergen wollen sich an den Mädels vergehen, bis eine es schafft einem Polizisten die Waffe abzunehmen. Von dort an ist Rache angesagt, denn, niemand legt sich mit Queeny an, der „Queeny Army“… – Die Einleitung wird dabei in einer überraschend detaillierten Introsequenz erzählt und bietet zwar wenig Überraschung, aber dennoch mehr Handlung, als man es früher gewohnt war.

Von dort an starten wir in ein 6 Level umfassendes Abenteuer in detaillierten 16-Bit-Grafiken, das mich persönlich sehr an die Versoftung von „Lethal Weapon 3“ auf dem SNES erinnert hat, das ich in meiner Jugend exzessiv gespielt habe. Doch wo das eben erwähnte Spiel uns lediglich die Auswahl aus zwei unterschiedlichen Charakteren, wahlweisewahlweise also Riggs, oder Murtaugh bot, wartet „Queeny Army“ mit sage und schreibe 12 Charaktere zur Auswahl bereit, die sich nicht nur optisch, sondern auch spielerisch unterscheiden und damit auch zum Wiederspielwert beitragen, auch wenn die hauptsächlichen Unterschiede in einer anderen Waffe zum Spielstart und marginal abweichenden Statistiken besteht, was sich im Spiel durch Powerups und gefundene Waffen schnell ausgleichen lässt.

Dennoch muss man an dieser Stelle durchaus die Variationen der Waffen und Schussmodi erwähnen, die zwar teilweise nicht besonders realistisch sind, aber dennoch für einiges an Abwechslung sorgen. Weniger Abwechslung bieten die Levels an sich, denn abseits von optischen Reskins laufen diese immer nach dem gleichen Schema ab: Teils recht anspruchsvolle Plattformer-Abschnitte wechseln sich mit offeneren Gebieten mit einer Vielzahl von Gegnern ab und  Ende stellt sich uns ein mächtiger Boss in den Weg. Das macht zwar spielerisch Spaß, doch habe ich durchaus spielerische Variation vermisst.

Der Schwierigkeitsgrad ist, ebenso wie sie Optik, ebenfalls klassisch angehaucht und dürfte einigen Spielern damit anfangs etwas sauer aufstoßen. Doch hier kommen  auch die unterschiedlichen Charaktere wieder zum Tragen, denn vielleicht gibt es einen anderen Charakter, der eher zum eigenen Spielstil passt. Weiter empfiehlt es sich langsam vorzugehen, denn sonst wird man schnell von den Gegnern überrannt, anstatt sich auf Nummer sicher von Checkpoint zu Checkpoint voran zu kämpfen, von denen es aber genug innerhalb der Levels gibt, um den Frust im Zaum zu halten. Merkwürdigerweise bilden nur die Bosse eine Ausnahme, denn auch wenn diese insgesamt nett gemacht sind, sind sie überraschend einfach, da jeder Boss nur über ein, maximal zwei recht simple Pattern verfügt, die schnell durchschaut sind…

Insgesamt ist „Queeny Army“ ein durchaus unterhaltsamer retro Run and Gunner, der allerdings hinter seinem Potential zurückbleibt. Entgegen der übertrieben großen Rasters an spielbaren Charakteren, hätte man sich vielleicht auf etwas mehr Abwechslung und ein paar weitere Mechanismen innerhalb der Levels konzentriert. Jedoch gibt es in diesem Segment auch sehr viel schlechtere Spiele und da das Spiel auch nach den 20 Minuten, die man braucht um die insgesamt 13 Trophäen (0 x Bronze, 1 x Silber, 11 x Gold, 1 x Platin) frei zu schalten noch unterhält, kann man es getrost mal mitnehmen, wenn es im Angebot ist.

Entwickler: AI-link

Publisher: Eastasiasoft

Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

NB@16.02.2022

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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