PS4 Review: „The House of the Dead: Remake“ #TheHouseOfTheDead

Jeder der Ende der 90er, oder Anfang der 20er Jahre mal in einer Arcade war, hat bestimmt einmal den ikonischen Spielautomaten der The House of the Dead-Reihe gesehen, deren Teile in Deutschland immer noch indiziert sind. Doch nun gibt es vom ersten Teil eine Neuauflage, die inhaltlich unverändert, aber mit moderner Technik und Grafik aufwartet und von der USK ohne Beanstandungen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten hat. Grund genug sich die Neuauflage dieses „bösen Spiels“ einmal ganz genau anzusehen, für das mir freundlicherweise eine kostenfreie Version für die PS4 zur Verfügung gestellt wurde. Einen Einfluss hat dieser Umstand aber selbstverständlich nicht auf meine Bewertung.

Wie schon beim Original von 1996 kann das Spiel entweder solo, oder mit einem Co-Op-Partner gespielt werden, die Anzahl der Gegner wird dann entsprechend skaliert, damit die Herausforderung nicht zu groß, aber es gleichzeitig auch im Co-Op nicht zu einfach wird. Wir steuern entweder Agent Rogan, Agent G, oder beide, wobei der Spielverlauf davon nicht beeinflusst wird und unabhängig dieser Entscheidung identisch verläuft. Die Agenten gehen dem Verschwinden mehrerer Personen auf die Spur, die in ein altes Herrenhaus führt, das dem verrückten Wissenschaftler Curien gehört, der dort vermeintlich unmenschliche Experimente durchgeführt hat. Dass es sich dabei nicht nur um Hörensagen handelt müssen die Agenten schnell erkennen, denn Zombies und andere Kreaturen stellen sich ihnen in den Weg und es liegt an den Agenten eine weitere Ausbreitung zu verhindern und gleichzeitig Rogan’s Freundin Sophie zu befreien, die unter den entführten ist…

Das Spiel mutet dabei zwar wie ein Ego-Shooter an, ist aber ein Rail-Shooter. Das bedeutet, dass die Bewegung unserer Figuren automatisch abläuft, wir steuern die Schusswaffen der Protagonisten in Form eines Fadenkreuzes, das wir mit dem linken Stick über den Bildschirm bewegen. Die rechte Schultertaste löst Schüsse aus und die linke Schultertaste lädt unsere ausgewählte Waffe nach. Zum Beginn steht uns lediglich eine simple Handfeuerwaffe zur Verfügung, doch im weiteren Spielverlauf schalten wir unter anderem einen Armbrust, ein Maschinengewehr und sogar einen Raketenwerfer frei, die dann für den aktuellen, sowie alle weiteren Durchläufe zur Verfügung stehen.

In der Tat ist das Spiel an sich mit insgesamt vier Levels, die sich jeweils in knapp 15 Minuten beenden lassen, auf den ersten Blick nicht besonders umfangreich. Doch der Schein trügt, denn nicht nur die freischaltbaren Waffen, sondern auch unterschiedliche Wege, zu rettende Zivilisten und selbstverständlich der Highscore laden zum erneuten Durchspielen ein. Besonders die unterschiedlichen Wege bieten einen ziemlichen Mehrwert, denn teilweise gibt es komplett neue Areale und Gegner, die man auf anderen Wegen gar nicht zur Gesicht bekommt. Da wir unseren Protagonist ja nur indirekt steuern sind es unsere Aktionen, die den Weg bestimmen. – Retten wir einen Zivilisten, oder schaffen wir es nicht rechtzeitig? Schaffen wir es Geröll aus dem Weg zu räumen, bevor es weiter geht? Auf diese Weise gibt es gut ein Dutzend unterschiedlicher Wege.

Technisch war das Original nie auf der Höhe der Zeit und das Remake korrigiert dieses Makel endlich und präsentiert sich mit tollen Charaktermodellen, jeder Menge ekliger Effekte und alles in hochauflösenden Grafiken. Die Levels, bis hin zur Position der Gegner ist dabei unverändert und Kenner des Originals werden sich daher sofort zurechtfinden. Und interessanterweise ist auch der Gewaltgrad, obgleich mit moderner Grafik sehr viel realistischer, unangetastet geblieben. Was 1996 direkt zu einer Indizierung führte, die bis heute besteht und voraussichtlich erst in ein paar Jahren auf Grund von Verjährung aufgehoben werden wird, ist heute anscheinend kein Problem mehr für die USK, zumal sich die komplette Inszenierung an den B- und C-Horrorfilmen der 80er und 90er Jahre orientiert und sich selbst dabei nicht zu ernst nimmt.

Insgesamt ist „The House of the Dead: Remake“, wie das Spiel komplett heißt, ein wirklich gelungenes Spiel geworden und dennoch wirkt es fast unwirklich, dass man über das Spiel reden darf, denn alle anderen Teile der Reihe sind auf dem index, obgleich bedingt durch die Technik, weniger realistisch. Das Remake umfasst eine moderne 1:1 Umsetzung des Originals mit moderner Technik und bietet darüber weitere Schwierigkeitsgrade, jede Menge Freischaltbares, sowie einen komplett neuen Hordemodus, der die Anzahl der Gegner massiv erhöht und dadurch selbst für Veteranen etwas Neues bietet. Besonders skeptisch war ich wegen der Steuerung, denn bekanntlich war das Spiel für die Arcade und mit einer Lightgun konzipiert, doch die Steuerung geht wirklich gut von der Hand und wer mehr Authentizität sucht, kann sogar via Bewegungssteuerung spielen, auch wenn das mit dem Tracking der Gyrosensoren im Controller etwas gewöhnungsbedürftig ist und nicht so präzise ist, ist es immerhin eine Alternative. Dabei bleibt festzuhalten, egal wie man das Spiel spielt, es macht immer noch eine Menge Spaß und ist ein wirklich schickes Remaster geworden, weswegen die Entwickler sich auch postwendend an den zweiten Teil gemacht haben, der ebenfalls als Remaster folgen soll. Wir sind gespannt, ob dieser dann auch endlich für die Allgemeinheit zugänglich ist…

Entwickler: MegaPixel Studio S.A.
Publisher: Forever Entertainment S.A.
Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@23.05.2022


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