PS5 Review: „Avenging Spirit“ #AvengingSpirit

Liebe und Hass, zwei Emotionen so alt wie die Menschheit selbst, die in Kombination allerdings absolut fatal sein können. Und diese Emotionen treiben die Geschichte von „Avenging Spirit“, ein Spiel, das ursprünglich bereits 1991 in der Arcade veröffentlicht wurde und bis dato nur in Form eines Gameboy-Ablegers den Weg in den Westen gefunden hatte. Die Frage ist nur, ob es sich um eine vergessene Perle handelt, oder ob es einen Grund hatte warum wir das Spiel nicht bekommen haben…

Herausgegeben wurde das Spiel von Jaleco, die seinerzeit unter anderem auch „City Connection“, „Bases Loaded“, „Robowarrior“ und sogar die NES-Version von „Maniac Mansion“ herausgebracht haben. Die Wiederveröffentlichung wurde von Ratalaika Games herausgebracht und von den bewährten Porting-Studios Shinyuden („Gleylancer„, „Gynoug„) in Zusammenarbeit mit City Connection („Deathsmiles“, „Cotton 2: Saturn Tribute“) auf moderne Plattformen portiert.

(c) City Connection / Shinyuden / Ratalaika Games

Es handelt sich um ein old school Arcade-Spiel, das entweder alleine, oder mit einem Mitstreiter gespielt werden kann, aber leider ziemlich kurz geraten ist. Doch zugegebenermaßen trifft das auf fast alle Arcade-Spiele der damaligen Zeit zu. Aus diesem Grund versuchten viele Spiele das durch einen immensen Schwierigkeitsgrad zu kompensieren. So zwar theoretisch auch bei „Avenging Spirit“. Es gibt eine Vielzahl von Schwierigkeitsgraden, auch wenn die schon fast irrelevant für das Spiel sind, da man bei virtuellen Ableben zunächst in eine Geisterform wechselt und dann jeden NPC befallen kann, um wieder einen Körper zu haben, was übrigens auch von Speedrunnern ausgenutzt wird, indem man sich direkt am Anfang eines Levels absichtlich töten lässt, um dann als Geist alle Hindernisse zu überwinden, aber dazu gleich mehr…

(c) City Connection / Shinyuden / Ratalaika Games

Die Prämisse ist simpel: Ein Liebespaar befindet sich auf einem romantischen Spaziergang, als sie plötzlich von einer Verbrecherorganisation angegriffen werden. Der Mann wird getötet und die Frau entführt. Doch da diese Tat so grausam und plötzlich war und die Liebe der beiden so stark ist, kehrt der Mann von den Toten zurück, sinnt auf Rache und kämpft sich durch Horden von Gegnern, um seine Frau zu retten. Mangels eines Körpers kann er jeden NPC einnehmen und diesen Körper nutzen, bis er ausgedient hat. Als Geist können wir alle Hindernisse direkt überwinden und sogar direkt an das Ende der Levels fliegen, als Mensch sind wandeln wir hingegen auf klassischen Plattformer Pfaden, was optisch an andere Titel der damaligen Zeit erinnert.

(c) City Connection / Shinyuden / Ratalaika Games

Spielerisch ist das im Grunde, abgesehen von der Geisterform, wenig neues. Wir springen und schießen uns durch lineare Levels, müssen kurzzeitig vom Weg abweichen, um beispielsweise Schlüssel zu finden und bekämpfen regelmäßig riesige Bosse, die sich zugegebenermaßen echt sehen lassen können. Was das Spielprinzip auflockert ist die erwähnte Geisterform, denn selbst wenn man diese nicht ausnutzt, um an allem vorbei zu fliegen eröffnet diese interessante Möglichkeiten. Denn jeder besetzte Gegner steuert sich etwas anders und man übernimmt dann auch die besonderen Fähigkeiten einzelner Charaktere, was sogar eine in Ansätzen taktische Komponente in das Spiel einfließen lässt, wenn wir entweder einen Gegner mit Waffe, einen Ninja, der eher auf Nahkampf ausgelegt ist, oder andere Gegner in Besitz nehmen.

(c) City Connection / Shinyuden / Ratalaika Games

Es wäre jedoch schön wenn man von den unterschiedlichen Fähigkeiten mehr Gebrauch in den Levles gemacht hätte, denn in Ansätzen geht das stellenweise sogar in Richtung Metroidvania, wenn wir im Level unterschiedliche Fähigkeiten brauchen, um in eine Richtung weiter zu gehen, bleibt aber insgesamt hinter seinem Potential zurück, zumal man durch die Geisterform fast immer einen Joker im Ärmel hat. Zumal die Levels, von denen es gerade mal sechs Stück gibt, eher übersichtlich sind, wenn man mal von einem Level absieht, das als Labyrinth ausgelegt ist und dadurch beim ersten Spielen etwas nervig sein kann, wenn man den Weg noch nicht kennt.

(c) City Connection / Shinyuden / Ratalaika Games

Insgesamt hatte ich mit „Avenging Spirit“ aber durchaus meinen Spaß. Es ist keinesfalls ein Meilenstein des Genres und wird wahrscheinlich auch wieder genauso schnell in der Versenkung verschwinden, wie es aufgetaucht ist, doch ist für Retrospieler und besonders diese, die nur die massiv reduzierte Gameboy-Version kennen durchaus einen Blick wert.

Entwickler: Shinyuden / City Connection

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch, Evercade

NB@07.09.2022

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