PS4/PS5 Review: „Greylancer“ #Greylancer #Shmup

Heutzutage erscheinen fast alle Spiele weltweit. Zwar gibt es immer mal wieder regionale Unterschiede, wo ein Spiel auch in physischer Form erscheint, oder auch auf welchen Plattformen, aber immerhin bekommt man, ohne größere Probleme, die Möglichkeit die Spiele zu spielen. Früher sah das noch ziemlich anders aus, da jede Veröffentlichung mit Mehrkosten verbunden war und die Publisher genau abgewogen haben, ob sich eine Veröffentlichung beispielsweise in Europa überhaupt lohnt. So gibt es besonders in der 8- und 16-Bit-Zeit immens viele Spiele, die nie den Weg aus Asien zu uns gefunden haben, besonders wenn es sich um Veröffentlichungen eines Genres, das eher als Nische, angesehen wird, handelt. Ein Beispiel dafür ist zweifelsohne „Greylancer“, das 1992 in Japan auf dem Sega Mega Drive herausgekommen ist und dort überaus positiv angenommen wurde und dennoch nie seinen Weg zu uns gefunden hat. – Bis jetzt zumindest, denn knappe 29 Jahre später wurde es aufwendig portiert und steht nun auch westlichen Spielern zur Verfügung. Schauen wir uns mal an, ob sich das Warten gelohnt hat…

„Greylancer“, wurde ursprünglich von Masaya Games entwickelt und gepubished and wurde nun von Shinyuden überarbeitet, portiert und letztendlich von Ratalaika Games gepublished. Neben „Greylancer“ kennt man Masaya Games unter anderem noch für die Langrisser-Reihe, die ebenfalls in den letzten Jahren eine überarbeitete Neuauflage auf modernen Konsolen beschert bekommen hat. Entgegen Langrisser handelt es sich bei „Greylancer“ allerdings nicht um ein RPG, sondern um ein Shmup, eines meiner favorisierten Genres, und hebt sich durch eine interessante Geschichte und animierte Cutscenes mit der Konkurrenz ab, wo sich auch zu Mega Drive-Zeiten noch der Hauptteil der Geschichte auf der Verpackungsrückseite, oder in der Anleitung abspielte.

Für die frühen 90er Jahre sind die bunten und an Anime erinnernden Cutscenes auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung, auch wenn sich wahrscheinlich jeder denken kann, dass es abseits von Anfang und Ende nicht viele davon gibt. Denn dazu ist das Spielgeschehen nicht ausufernd genug und der damalige Speicherplatz war zu begrenzt. Wir spielen die junge Lucia, deren Vater, ein hochdekorierter Weltraum-Captain, von gegnerischen Truppen entführt wird. Seine einzige Chance ist Lucia, die kurzerhand einen streng geheimen Prototyp eines Raumschiffs, den Greylancer, stiehlt und sich in den Kampf gegen die Horden von Gegnern stürzt… Die Geschichte ist dabei zum ersten Mal überhaupt auch komplett ins Englische übersetzt, wo hingegen die Originalversion rein in Japanisch daher kam.

In insgesamt 11 umfangreichen und abwechslungsreichen Stages kämpfen wir uns dann gegen jede Menge böse Kreaturen und müssen jeweils am Ende der Stage einen Boss besiegen, recht typische Shmup-Kost. Wo sich das Spiel allerdings ebenfalls abhebt ist das Waffensystem, denn wo unser normaler Schuss nur geradeaus funktioniert und sich eher schwach bleiben, kommen die Sub-Ships zum Tragen. In anderen Spielen meist lediglich ein kurzzeitiger Bonus können wir hier mehrere kleine Schiffe um uns Scharen, die unabhängig von unserem normalen Schuss agieren, sowohl was die Schussrichtung, aber auch die Pattern angeht. Das funktioniert beispielsweise komplett entgegengesetzt, als Homing Missiles, oder auch in alle Diagonalen und eröffnet damit mehr Möglichkeiten im Kampf. Und die sind auch zwingend notwendig, denn die Gegner kommen nicht nur von vorne. Unterschiedliche Typen von Munition gibt es darüber hinaus auch, weswegen man in den Levels immer die Augen nach Powerups offen halten sollte.

Standardmäßig musste man sich am Anfang des Spiel leider auf ein Sub-Ship-Layout festlegen, was das Ausprobieren der unterschiedlichen Layouts etwas mühsam machte. Allerdings schafft hierfür ein neuer Spielmodus, treffend als „modern“ betitelt, Abhilfe. Dabei lässt uns das Spiel auf Knopfdruck die Layouts auch im laufenden Spiel wechseln und wir können, sofern wir das favorisieren, sogar die Sub-Ships mit dem rechten Stick Steuern, was überaus spannend ist, auch wenn man stellenweise etwas Gehirnakrobatik beweisen muss, wenn man die Greylancer und die Sub-Ships entgegengesetzt bedienen muss, um beispielsweise Hindernissen auszuweichen und dennoch die auftauchenden Gegner abschließt.

Dieser Modus verfügt selbstverständlich auch über eine Rückspulfunktion, die sogar so spendabel ist, dass sie uns soweit wir wollen, sogar vom Ende bis zurück zum Anfang, zurückspulen lässt, auch wenn zugegebenermaßen meist weniger Frames ausreichen, um einem Projektile auszuweichen. Weiter gibt es noch einen Cheater-Modus, der Zugang zu einer Debug-Konsole gibt, die auch im Spiel jederzeit aufgerufen werden kann, um uns beispielsweise andere Sub-Ships, andere Munition, oder unendliche Energie zu geben, wobei der Spielspass aber meines Erachtens ziemlich leidet, da man das Spiel so ohne jegliche Anstrengungen, oder sogar im Autoplay laufen lassen kann, bis der Abspann erscheint.

Neben diesen Erleichterungen haben es selbstverständlich auch diverse Auflösungsmöglichkeiten und Filter in die Neuauflage geschafft, von denen ich aber generell kein wirklicher Fan bin. Das liegt nicht an dem, was hier im Spiel geboten wird, sondern eine persönliche Präferenz, dass ich den Bildausschnitt gerne unverändert und die Pixel ohne Weichzeichner habe und die meisten CRT-Filter das Bild einfach zu dunkel machen. Erwähnenswert ist aber, dass man hier sogar die dicke der verwendeten Scanlines, Gamma-Parameter und eine Wölbung des Monitors punktgenau anpassen kann, was für Freunde dieser Funktionen wahrscheinlich sowas wie der heilige Gral sein muss. Ich hätte mir diese Liebe zum Detail nur auch in Sachen Bonusmaterial gewünscht, gerade weil es sich um eine durchaus besondere Veröffentlichung handelt. Doch leider fällt diesbezüglich die Liste etwas kürzer aus, denn da gibt es leider rein gar nichts und auch wenn das für die meisten Spieler nicht kriegsentscheidend sein wird, ist es dennoch überaus schade.

Insgesamt gibt es aber, besonders in Anbetracht des günstigen Preises, für den man auf den Sony-Plattformen sogar die PS4– und PS5-Version im Cross Buy bekommt, wirklich nichts zu meckern. Gerade in Hinsicht auf die steigenden Preise von Retrospielen ist diese Veröffentlichung eine wirkliche Empfehlung für Shmup- und Retro-Spieler. Der Mega Drive hatte wirklich viele interessante Spiele und es ist schade, dass es 29 Jahre gedauert hat, bis das Spiel im Westen veröffentlicht wurde. Spielerisch ansprechend und umfangreich kann es zweifelsohne mit Perlen, wie „Musha“ und „Truxton“ mithalten.

Entwickler: Masaya Games / Shinyuden

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

NB@08.11.2021

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