Wir hatten zwar in letzter Zeit immer mal wieder Themen mit Retro-Bezug, aber ein echtes Retrogame hatten wir schon länger nicht mehr, weswegen ich den heutigen Donnerstag mal wieder zum Throwback Thursday erkläre und tief in meiner Sammlung gebuddelt habe: Habt ihr euch jemals gefragt, warum es auf dem NES ein „The Goonies II“ gibt? – Also damit ist nicht unbedingt die Tatsache an sich gemeint, denn eine „II“ im Titel ist ja nichts außergewöhnliches, denn auch damals war man bereits an Fortsetzungen in Film, Fernsehen und auch Spielen gewöhnt, sondern eher warum es nur ein „The Goonies II“ gibt. Denn so wie das Spiel eine fiktive Fortsetzung des gleichnamigen Films ist, gab es ebenfalls ein Spiel zum Film, das hat allerdings nie den Weg in den Westen gefunden. Das Spiel ist ausschließlich für die japanische Version des NES, den Famicom erschienen und bis heute allein als Import erhältlich.

Meistens gab es triftige Gründe, die Spiele von einer internationalen Veröffentlichung zurückhielten. Seien es Inhalte, die anstößig, auf andere Weise problematisch, generell zu „Japano“ waren, oder gab es qualitative Bedenken? Doch „The Goonies“ stammt, ebenso wie die Fortsetzung, von niemand geringerem als Konami, dem Schöpfer hinter Contra, Castlevania und vielen anderen erfolgreichen Franchises.

Doch worum geht es eigentlich in „The Goonies“? – Mickey und seine Freunde finden eine Schatzkarte, die zum sagenumwobenen Schatz des Einäugigen Willie. Doch auf diesem Abenteuer befinden sie sich nicht alleine, denn die skrupellosen Gangster, die Fratellis sind auch hinter dem. Schatz her und schrecken vor nichts zurück, um an ihr Ziel zu kommen… – Der Film des leider bereits verstorbenen Richard Donner, dem Regisseur von „Superman: Der Film“, „Das Omen“ und der Leathal Weapon-Reihe, ist ein absoluter Klassiker des 80er Jahre Kinos und zählt auch heute noch zu einem meiner persönlichen Highlights und ich habe mich auch immer und ich habe mich immer gefragt, warum es keine Umsetzung als Videospiel gab, wenn man von dem „The Goonies“-Level Pack innerhalb von „Lego Dimensions“ absieht, das aber erst 2017 und damit schlappe 32 Jahre nach dem Release des Films herausgekommen ist.

Hätte ich damals nur gewusst, dass es doch ein Spiel gab… Das Spiel orientiert sich dabei ziemlich nah an der Vorlage, erlaubt sich aber selbstverständlich auch ein paar Freiheiten erlaubt, um das Spiel besser mit dem Gameplay eines Videospiels zu verheiraten. So spielen wir beispielsweise ausschließlich Mickey, den Hauptcharakter des Films und seine Freunde befinden sich in Gefangenschaft bei den bösen Fratellis, die im Spiel ebenfalls als Antagonisten fungieren. Allerdings gibt es noch mehr Gegenspieler, denn in den Levels müssen wir uns auch mit allerlei Getier herumschlagen, die ebenfalls auf der Gegnerseite zu verbuchen sind, um wahrscheinlich mehr Spielelemente im Spiel zum haben. Hätte man in „Super Marion Bros.“ es nur mit drei Gegnern im gesamten Spiel zu tun bekommen wäre es ja wahrscheinlich auch etwas langweilig geworden.

Es gibt insgesamt 6 Levels im Spiel, die vom Restaurant der Fratellis in die Höhlen unter der Erde bis letztendlich auf das Schiff des Einäugigen Willie bringen. Es gibt dabei eine versteckte Abkürzung, die uns von Level 3 direkt nach Level 5 bringt und unter Umständen kann es etwas verwirrend sein, wie man Level 6 erreicht, da das Spiel an dieser Stelle leider etwas kryptisch ist und uns, wenn wir nicht die richtigen Voraussetzungen erfüllen, anstatt nach Level 6, stattdessen wieder zurück nach Level 1 schickt, um es erneut zu versuchen. In bester Tradition der damaligen Spiele erfahren wir aber nicht wirklich etwas von der Voraussetzung und ich habe mich bei meinem ersten Durchgang wirklich gefragt, ob ich bereits das Ende erreicht hatte und das Spiel deswegen von Vorne anfing.

Im Grunde ist das aber recht simpel und keinesfalls so abstrus, wie der Tornado in „Castlevania 2: Simon’s Quest“, wo ich mich heute immer noch frage, wie die Leute damals herausgefunden haben wie es weitergeht. Die Levels sind alle als eine Art Labyrinth angeordnet, das sich über mehrere Bildschirme erstreckt. Es gibt neben dem Eingang in ein Level auch einen Ausgang, der aber mittels versteckter Schlüssel freigeschaltet werden muss. Die Schlüssel befinden sich, neben anderen Items, hinter unterschiedlichen Türen, die mit Bomben freisprengen müssen. Haben wir genug Schlüssel gesammelt, können wir zum nächsten Level. Allerdings ist in jedem Level auch ein Goonie hinter einer der Türen versteckt und auch wenn es viele optionale Items im Spiel gibt, die wir nicht wirklich brauchen, sind die Goonies eine Voraussetzung, um Level 6, das Piratenschiff, zu erreichen. Nur wenn wir am Ende von Level 5 auch mindestens 5 unserer Freunde gefunden haben, das Spiel gibt uns hier sogar mehr Freunde zum Finden, aber 5 reichen aus, lässt uns das Spiel in das abschließendeLevel.

Abseits davon ist das Spiel aber ziemlich selbsterklärend. Wir manövrieren Mickey durch das Level, besiegen Gegner entweder per Tritt, oder mit einer Steinschleuder, die wir freischalten können, und sammeln von besiegten Gegnern Bomben ein, die zum Öffnen der Türen benötigt werden. Wir können anfangs lediglich eine Bombe mit uns herumtragen, können das aber im Spielverlauf durch ein Spezialitem verdoppeln, was uns das Leben um einiges einfacher macht. Zusätzlich gibt es noch weitere Items, wie einen Footballhelm, der uns vor fallenden Steinen schützt, oder auch ein paar Ohrschützer, die uns immun gegen den schrecklichen Gesang von Jake Fratelli macht, der auch im Film gerne mal angefangen hat zu singen und das im Spiel als Waffe einsetzt.

Gegner lassen sich dabei nicht permanent besiegen, sondern die Fratellis fallen lediglich kurzzeitig zu Boden und andere Gegner respawnen nach kürzer Auszeit wieder, aber alles in allem ist der Schwierigkeitsgrad, gerade im Vergleich zu einigen anderen Spielen der damaligen Zeit, eher moderat. Es gibt zwar auch noch Fallen in der Levelarchitektur, aber die sind meist gut erkennbar und erfordern auch nur geringe Plattforming-Skills. Unser größter Gegner wird wahrscheinlich in jedem Level die Zeit sein, denn es gibt einen Timer pro Level und wenn dieser abgelaufen ist, ist ein Leben weg. Gleiches trifft auf zu viele Gegnertreffer zu, die sich aber mit Heiltränken wieder ausgleichen lassen. Mit etwas Übung sollte man es ohne größere Probleme schaffen das Ende zu erreichen. 

Insgesamt hatte ich überraschend viel Spaß mit dem Spiel und es ist für mich eigentlich nicht erklärbar warum das Spiel nie seinen Weg in den Westen gefunden hat. Zumal man die Fortsetzung, die in Sachen Gameplay nahezu identisch ist, in allen Regionen herausgebracht hat. Das Spiel ist nicht sonderlich anspruchsvoll, unterhält aber dennoch ungemein und ist eine überraschend originalgetreue Umsetzung der Vorlage, die sogar Chiptune-Versionen des originalen Soundtracks verwendet, also ganz im Gegenteil zu vielen anderen Lizenzspielen der damaligen Zeit, wie unter anderem „Back to the Future“ von den berühmt berüchtigten LJN. Hier merkt man im direkten Vergleich, dass Konami nicht ohne Grund einer der damals größten Fische war, auch wenn das Spiel selbstverständlich nicht die Klasse eines Castlevania erreicht. Dennoch kann ich das Spiel jedem Freund klassischer Videospiele durchaus ans Herz legen, denn im Vergleich zu anderen Spielen ist es in der Regel auch noch recht günstig zu bekommen.

Entwickler: Konami

Publisher: Konami

Erhältlich auf: Famicom

NB@17.08.2023

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Wenn euch der Beitrag gefallen hat würde ich mich natürlich über eure LikesRetweetsAbos oder auch Feedback freuen. Gleiches trifft aber auch zu, wenn ich eurer Meinung nach etwas hätte besser machen können. Konstruktive Kritik hilft bekanntlich nur, wenn man sie auch bekommt, also lasst es mich einfach wissen.

Die verwendeten Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

Eine Antwort zu „Throwback Thursday: „The Goonies (Famicom)“ #TheGoonies #ThrowbackThursday #Retro“

  1. Yeah! Ein Throwback Thursday. Besser kann ein Urlaubstag nicht starten 😀

    Super Review, tatsächlich ein wunderlicherweise recht unbekannter Klassiker der VG-Welt. Wirklich abstrus, dass es nie in den Westen kam, da es ja augenscheinlich auch komplett auf Englisch ist. Also wäre die Lokalisation ja schon drin…

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Der Mo Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..