Metal Gear Solid, bzw. ursprünglich eigentlich nur Metal Gear ist eine meiner liebsten Spielereihen. Ich bin zwar erst initial erst mit „Metal Gear Solid“ auf der ersten PlayStation eingestiegen, war aber seit der ersten Minute der Storylastigen Stealth-Action-Reihe verfallen und habe seitdem nicht nur die Ursprünge der Reihe, sondern auch alle Fortsetzungen und Spin-Offs gespielt, auch wenn das nicht immer Spaß gemacht hat, wie beispielsweise bei „Metal Gear Survive“, das ohne wirkliche Verbindung zur Hauptreihe, oder Involvement von Serienschöpfer Hideo Kojima auskommt. Aber das soll jetzt gar nicht das Thema sein, denn wir betrachten hier die selbst proklamierte Master Collection, also laut Definition die Sahnestücke. Schauen wir daher, ob der Titel zutrifft…

Auch wenn ich erst 1998 zur Reihe gefunden habe, begeisterte sie viele Fans bereits seit 1987 die Spieler mit dem kruden Mix aus packender Story, innovativen Gameplay-Mechaniken und letztendlich dem unvergleichlichen Stil von Hideo Kojima. Der Stil ist zunächst erst einmal schwer zu definieren, da er sich im Laufe seiner Karriere weiterentwickelt hat. Es gibt allerdings viele wiederkehrende Elemente, die besonders durch Kojima’s starke Affinität zum Genre Kino, ausufernde Zwischensequenzen, philosophische, politische, oder soziale Fragestellungen, verstärkter Einsatz von Symbolik und Metaphern, pointierter Humor und letztendlich innovative, oder gar experimentelle Spielmechaniken. Am deutlichsten wurde das zweifelsohne erst nach seinem Weggang von Konami mit „Death Stranding“, immer noch eines meiner Highlights der letzten Jahre, doch selbst beim ersten „Metal Gear“ findet man viele Elemente wieder.

In der Master Collection, die mit dem Zusatz Vol. 1 daherkommt, sind insgesamt fünf Spiele enthalten. Und da die Reihe noch einige Teile mehr beinhaltet ist davon auszugehen, dass früher oder später auch mindestens eine Vol. 2 erscheinen wird, denn momentan ist der Umfang einer der Kritikpunkte an der aktuellen Veröffentlichung. Diese Spiele sind enthalten:
- Metal Gear (1987): Das erste Spiel der Reihe, das ursprünglich für den MSX2-Computer erschien. In diesem Spiel infiltriert Solid Snake eine geheime Basis in Südafrika, um den Supersoldaten Metal Gear zu zerstören. Das Spiel liegt sowohl in seiner ursprünglichen MSX2, wie auch in der NES-Version vor.
- Metal Gear 2: Solid Snake (1990): Die Fortsetzung von Metal Gear, die ebenfalls für den MSX2-Computer erschien. In diesem Spiel muss Solid Snake erneut einen Metal Gear stoppen, der diesmal von einer Söldnergruppe namens Zanzibar Land gesteuert wird.
- Snake’s Revenge (1990): Es ist eine eigenständige Fortsetzung von Metal Gear für das NES ohne Beteiligung von Hideo Kojima. Das Spiel orientiert sich stark am ersten Teil und wir müssen abermals eine feindliche Basis infiltrieren müssen.
- Metal Gear Solid (1998): Das erste 3D-Spiel der Reihe, das für die PlayStation erschien. In diesem Spiel muss Solid Snake eine nukleare Bedrohung auf der Insel Shadow Moses abwenden, die von einer Gruppe von genetisch verbesserten Soldaten namens Foxhound besetzt wird. Neben dem Hauptspiel sind auch die Special- und VR-Missionen enthalten.
- Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty (2001): Die Fortsetzung von „Metal Gear Solid“, die für die PlayStation 2 erschien. In diesem Spiel übernimmt der Spieler die Rolle von Raiden, einem neuen Agenten, der eine Ölplattform infiltrieren muss, die von einer Terrorgruppe namens Sons of Liberty angegriffen wird. Später trifft er auf Solid Snake, der seine eigenen Ziele verfolgt.
- Metal Gear Solid 3: Snake Eater (2004): Das Prequel zu „Metal Gear Solid“, das für die PlayStation 2 erschien. In diesem Spiel schlüpft der Spieler in die Rolle von Big Boss, dem legendären Söldner, der später der Erzfeind von Solid Snake wird. Das Spiel spielt im Jahr 1964, während des Kalten Krieges, und zeigt, wie Big Boss eine geheime Mission in der Sowjetunion ausführt, um einen Überläufer namens The Boss zu eliminieren.

Neben den Spielen bietet die Sammlung auch eine Vielzahl von Bonusinhalten, die Fans der Serie sicherlich begeistern werden. Denn neben digitalen Versionen der Graphic Novels sind auch Scans der Handbücher, Konzeptgrafiken, Drehbücher und einiges mehr enthalten. Zwar hat kürzlich „The Making of Karateka“ mit early Builds, Demos und mehr die Latte ziemlich hoch gelegt. Doch alles in Allem ist das Ergebnis echt gelungen. Wo allerdings Nachholbedarf besteht ist die Technik der Sammlung. Das fängt schon mit der Installation auf der Konsole an, wo nicht nur ein Eintrag in der Bibliothek erzeugt wird, sondern gleich mehrere: „Metal Gear Solid“, „Metal Gear Solid 2“, „Metal Gear Solid 3“, die beiden MSX-Teile, die beiden NES-Teile. Das Bonusmaterial ist über beide Anwendungen mit den Retro-Spielen verteilt und muss nach dem Starten der Anwendung teilweise noch separat heruntergeladen werden. Das ist alles nicht nur etwas unübersichtlich, sondern auch nicht wirklich nachvollziehbar, wo das Hauptmenü jeder Anwendung einen gemeinsamen Launcher für alle Titel und Bonusmaterialen bieten würde.

Darüber mag man zwar noch hinwegsehen können, zumal diese zerstückelte Veröffentlichung den Vorteil bietet auch einzelne Komponenten einzeln zu erwerben. Was man hingegen keineswegs schönreden kann sind technische Probleme, die mutmaßlich aus Nachlässigkeit resultieren. Die Retro-Spiele sind davon nicht betroffen, im Jahr 2023 ist nahezu jedes elektrische Gerät in der Lage ein 8-Bit-Spiel ohne Probleme zu emulieren, wo hingegen das 5. Generation aufwärts anders aussieht. Wer seine Konsole beispielsweise auf ein Europäisches Land und Sprache eingestellt hat, muss sich bei „Metal Gear Solid“ mit der PAL-Version und 25fps begnügen, was man allerdings umgehen kann, wenn man in die USA „umzieht“. „Metal Gear Solid 2“ und „Metal Gear Solid 3“ sind 1:1 Umsetzungen der HD Collection von 2011, veröffentlicht auf Xbox 360 und PS3 und es hat keinerlei inhaltliche Anpassung stattgefunden. Zwar waren diese Remaster, gemessen an der Zeit ihrer Veröffentlichung, wirklich gelungen, aber in den 12 Jahren hat sich einiges getan. S wird leider die 2011 Technik lediglich auf moderne Konsolen hoch skaliert, was für ein unruhiges Bild, Kantenbildung und inkonsistente Texturen sorgt. Weiter fehlen selbst auf dem PC, sämtliche Einstellungsmöglichkeiten, an die wir uns heutzutage fast schon gewöhnt haben. Immerhin laufen die Spiele auf allen Plattformen, außer der Nintendo Switch, mit soliden 60fps, etwas mehr Liebe hätte aber dennoch gut getan, denn anhand Bildvergleichen kann man sogar mit den PS2-Originalen mit ein wenig Tweaking eine bessere Performance bekommen.

Der Vollständigkeit halber muss man zwar erwähnen, dass Konami bereits auf die Kritik reagiert hat und umfangreiche Updates angekündigt hat, es ist aber nicht davon auszugehen, dass sämtliche Kritikpunkte ausgemerzt werden können, auch wenn ich mich persönlich in dieser Beziehung gerne positiv überraschen lassen würde. Und auch wenn das den Gesamteindruck selbstverständlich trübt, so begrüße ich es dennoch die Klassiker auf modernen Plattformen verfügbar zu haben. In Sachen Technik wird hoffentlich noch nachgebessert und fehlende Spiele bekommen wir dann wahrscheinlich mit einer Vol. 2. Hinweise darauf haben Data Miner bereits im Code entdeckt. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob die Sammlung überhaupt aufgeteilt werden musste und ob die Veröffentlichung einer Vol. 1 eine Vollpreis rechtfertigt. Denn dafür ist der Inhalt leider etwas Mau. Selbst wenn man wohlwollend beide Versionen des ersten „Metal Gear“ und die anderen NES-Spiele als vollwertige Teile der Veröffentlichung mitzählt, umfasst die Sammlung lediglich 7 Spiele und pro Spiel schlägt beim momentanen Preis von 59,99 Euro, wobei sogar teurer zum Launch, ein Preis von 8,57 Euro zu Buche. – Das klingt an sich ok, aber betrachtet man ähnliche Sammlungen, wie beispielsweise die „Castlevania Anniversary Collection“ ist das ein eher schlechter Deal. Hier wäre meines Erachtens eher ein Preis von 39,99 Euro realistischer gewesen. Hätte man sich in Sachen Technik etwas mehr Mühe gegeben, oder beispielsweise noch „Metal Gear Solid: Twin Snakes“, das Remake von „Metal Gear Solid“, beigepackt wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmiger, sondern insgesamt Rezeption auch besser. Denn so greifen momentan wahrscheinlich nur eingefleischte Fans zu. Alle anderen warten eher auf einen Sale und notwendige Updates…
Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch
NB@16.11.2023
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