Die 90er Jahre waren eine goldene Ära für Maskottchen-Plattformer, und „Aero the Acro-Bat“ war einer der vielen Titel, die versuchten, sich einen Platz im Herzen der Spieler zu sichern und damit Sonic, Mario oder auch Crash den Rang abzulaufen. Ursprünglich 1993 von Iguana Entertainment entwickelt und von Sunsoft veröffentlicht, kehrt Aero nun in einer Neuauflage zurück, die von Shinyuden entwickelt und von Ratalaika Games veröffentlicht wurde, wie es schon bei einigen alten Perlen, wie beispielsweise „Gynoug„, „Avenging Spirit“ oder auch „Shockman“ der Fall war. Doch kann diese Neuauflage den Charme des Originals einfangen und gleichzeitig modernen Standards gerecht werden?

Die Geschichte von „Aero the Acro-Bat“ ist so bunt wie die Zirkuswelt, in der sie spielt. Der böse Industrielle Edgar Ektor hat den Zirkus übernommen und es liegt an Aero, dem akrobatischen Fledermaushelden, seine Freunde und seine Freundin Ariel zu retten und Ektors finstere Pläne zu vereiteln. Die Handlung ist einfach und typisch für die Zeit, in der das Spiel ursprünglich veröffentlicht wurde, aber sie bietet genug Motivation, um die verschiedenen Level zu durchlaufen. Die Charaktere sind charmant und die Dialoge humorvoll, was dem Spiel eine gewisse Leichtigkeit verleiht, obwohl im Spielverlauf wenig Entwicklung mitbekommt.

Das Spiel ist ein klassischer 2D-Plattformer, bei dem es darum geht, durch weitläufige Level zu navigieren und dabei verschiedene Ziele zu erreichen. Aero kann rennen, springen und eine Drehattacke ausführen, die ihn in verschiedene Richtungen schießen lässt. Zusätzlich kann er Sterne aufsammeln und auf Gegner werfen. Die Level sind mit Zirkusgeräten wie Trampolinen und Kanonen ausgestattet, die Aero nutzen kann, um Hindernisse zu überwinden.

Das Spiel gliedert sich dabei in vier unterschiedliche Welten, die in jeweils 5 Levels, ein Bosslevel und eine Bonusstage aufgeteilt sind und dabei neben unterschiedlichen Gegnern und Settings auch unterschiedliche Mechaniken einführen. So fokussiert sich die erste Welt noch sehr auf Plattforming, da sie im Zirkuszelt angesiedelt ist und spätere Levels lassen uns sogar Achterbahn fahren oder aufwendige Wasserrutschen benutzen. In den ersten beiden Welten gilt es in jedem Level eine Aufgabe zu erfüllen, wie durch 12 Ringe zu springen, die im Level verteilt sind oder einen Schlüssel zu finden, um den Ausgang freizuschalten, in den späteren Welten reicht das Erreichen des Endes aus.

Selbstverständlich bringt die Neuauflage auch einige moderne Anpassungen mit sich, darunter visuelle Filter, verschiedene Cheats und die Möglichkeit, jederzeit zu speichern oder zurückzuspulen, wenn etwas schiefgeht. Diese Features machen das Spiel zugänglicher für neue Spieler, ohne den nostalgischen Charme für Veteranen zu verlieren und machen es sehr viel einfacher spätere Levels zu sehen, denn der Schwierigkeitsgrad ist im Vergleich mit Sonic und Co. spürbar höher. Die Steuerung wurde ebenfalls optimiert, um auf modernen Konsolen flüssiger zu funktionieren, was das Spielerlebnis insgesamt verbessert, aber immer noch eine leichte Trägheit hat, die beim Original aber sehr viel stärker vertreten war.

Das Originalspiel wurde von Iguana Entertainment entwickelt, einem Studio, das später in Acclaim aufgingen und neben Aero und dessen Nachfolger auch „Zero the Kamikaze Squirrel“ entwickelt und an Titeln wie „NBA Jam“, oder „Pirates of Dark Water“ mitgearbeitet hat. Die Neuauflage wurde von Shinyuden entwickelt, einem Studio, das sich auf die Wiederbelebung klassischer Spiele spezialisiert hat, und von Ratalaika Games veröffentlicht, die für ihre Arbeit an unzähligen klassischen und modernen Indie-Titeln bekannt sind. Diese Kombination aus erfahrenen Entwicklern und Publishern sorgt dafür, dass die Neuauflage sowohl den Geist des Originals bewahrt als auch moderne Spieler anspricht.

Insgesamt handelt es sich bei Neuauflage von „Aero the Acro-Bat“ um eine schicke Portierung des Spiels vom Mega Drive oder SNES, zumal die Originalmodule mittlerweile schon nicht mehr so günstig zu bekommen sind. Die Neuauflage ist durch Cheats, Save States und Rückspulfunktion um einiges eingänglicher. Allerdings krankt das Leveldesign manchmal, gerade wenn man eine bestimmte Anzahl von Ringen oder ähnlichem aktivieren muss, um das Level zu beenden. Denn es ist mehr als einmal beim Durchspielen passiert, dass ich zwar am Ende angekommen bin, aber nicht alles erledigt hatte und dann mühsam nach dem fehlenden Element suchen musste, bevor der Timer ablief. Hier wäre noch der ein oder andere Wegweiser nicht ganz schlecht gewesen, sowas gibt es aber weder im Original, noch in der Neuauflage. Dennoch stellt das Spiel eine interessante Reise in die Vergangenheit der Videospiele, die sowohl nostalgische Gefühle weckt als auch neue Herausforderungen bietet, dar. Retrospieler kommen daher auf jeden Fall auf ihre Kosten und können sich auch schon auf die Fortsetzungen freuen, die ebenfalls noch dieses Jahr erscheinen sollen!
Entwickler: Shinyuden
Publisher: Ratalaika Games
Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch
NB@15.08.2024
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