„Terminator 2“ ist nicht nur einer der besten Filme aller Zeiten, sondern auch eine erstklassige Fortsetzung, die der Erstling in den Schatten setzt. Im starken Gegensatz hinkten die Spieleumsetzungen massiv hinterher. Und auch wenn ich persönlich sogar mit den LJN-Titeln meinen Spaß hatte, so muss ich zugeben, dass keine Umsetzung bisher der Vorlage auch nur annähernd gerecht wurde. Zumindest bis jetzt, denn das gerade erschienene „Terminator 2D: No Fate“ zielt darauf ab das endlich zu korrigieren. Die Frage ist nur, ob die Rechnung nach mehreren Verschiebungen aufgeht oder ob sich das Spiel nahtlos in die Riege der minderwertigen Lizenzspiele einreiht?

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

„Terminator 2D: No Fate“ ist ein klassischer, kompromissloser 2D-Actiontitel, der sich bewusst an die goldene Ära der Arcade- und 16-Bit-Spiele anlehnt, ohne aber eine dreiste Kopie zu sein. Schon beim ersten Start wird klar, wohin die Reise geht: Hier erwartet einen kein modernes Open-World-Spektakel, sondern ein fokussiertes Side-Scrolling-Actionspiel mit Run-and-Gun-Anleihen, das seine Inspiration offen aus den späten Achtzigern und frühen Neunzigern zieht. Das Genre variiert je nach Level und spielbarem Charakter stark, bewegt sich aber irgendwo zwischen klassischem Action-Plattformer und Arcade-Shooter, mit einem starken erzählerischen Bezug zu einem der ikonischsten Sci-Fi-Filme aller Zeiten.

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Die Handlung orientiert sich an den Ereignissen von „Terminator 2: Judgment Day“, interpretiert diese jedoch neu und erweitert sie um spielerische Freiheiten, wie das „No Fate“ im Titel zum Tragen kommt, doch dazu später mehr. Im Zentrum stehen Sarah Connor, John Connor und natürlich der legendäre T-800, der im Film von Arnold Schwarzenegger verkörpert wurde und, im Gegensatz zum ersten Teil, als Beschützer fungiert. Die Welt ist geprägt vom ständigen Wechsel zwischen der düsteren Gegenwart der 1990er-Jahre und der apokalyptischen Zukunft, in der Skynet bereits die Kontrolle übernommen hat. Spieler erleben Straßenschlachten gegen Polizei und Terminatoren ebenso wie verzweifelte Missionen im zerbombten Zukunftskrieg der Menschheit. Der zentrale Konflikt bleibt dabei vertraut: Das Schicksal der Menschheit steht auf Messers Schneide, und jede Entscheidung, jede Mission, soll den unausweichlichen „Judgment Day“ verhindern oder zumindest hinauszögern.

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Der nostalgische Tonfall ist allgegenwärtig. Fans der Filme fühlen sich sofort an Klassiker wie „Contra“, „Rolling Thunder“ oder „Gunstar Heroes“ erinnert, während die düsteren Zukunftssequenzen visuell und atmosphärisch klar an die ikonischen Szenen aus den Filmen anknüpfen. Besonders schön ist, dass das Spiel nicht versucht, die Filmhandlung einfach nur nachzuerzählen, sondern bekannte Motive aufgreift und spielerisch erweitert. So fühlt sich das Spiel wie eine alternative Arcade-Version des Films an, die genauso gut Anfang der Neunziger in dunklen Spielhallen hätte stehen können.

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Spielerisch setzt der Titel hauptsächlich auf klassische Side-Scrolling-Action. Man bewegt sich von links nach rechts durch detailreiche Level, schießt Gegnerhorden nieder, weicht Projektilen aus und nutzt gelegentlich Deckungselemente oder Verstecke. Je nach spielbarem Charakter unterscheiden sich Tempo, Waffen und Fähigkeiten. Sarah Connor agiert vergleichsweise agil und setzt auf schnelle Feuerwaffen, während der T-800 langsamer, dafür aber deutlich widerstandsfähiger ist und mit schweren Waffen kurzen Prozess macht. John Connor wiederum fungiert in bestimmten Abschnitten als taktischer Charakter mit Fokus auf Zukunftstechnologie.

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

Ist der erste Durchlauf noch recht linear an der Handlung des Films angelehnt, so entfernt das Spiel mit dem zweiten Durchlauf die Stützräder und erlaubt uns über den „No Fate“-Modus in Schlüsselszenen Entscheidungen zu treffen, die von der Vorlage abweichen und die weitere Handlung beeinflussen. So können wir beispielsweise Miles Dyson, den Erfinder von Skynet, wie im Film verschonen und er hilft uns im Anschluss Cyberdyne zu infiltrieren, oder wir lassen unser Wut freien Lauf, töten Miles Dyson und müssen danach alternative Wege finden. Auf diesem Weg nimmt nicht nur die weitere Geschichte einen alternativen Verlauf, sondern man sieht auch Levelabschnitte oder ganze Levels, die man vorher nicht zu Gesicht bekommen hat. – Ein wirklich tolles Feature, das den Wiederspielwert enorm steigert.

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

Die Steuerung ist erfreulich präzise und direkt. Sprünge, Schüsse und Ausweichmanöver fühlen sich jederzeit kontrollierbar an, was angesichts des teils hohen Schwierigkeitsgrads auch nötig ist. Das Level-Design folgt klassischen Mustern, bietet aber genug Abwechslung, um nicht monoton zu wirken. Verfolgungsjagden, Bosskämpfe gegen schwere Terminator-Modelle und vertikale Abschnitte sorgen für regelmäßige Highlights. Der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich anspruchsvoll, aber dennoch insgesamt fair. Fehler werden zwar meist direkt bestraft, doch Checkpoints sind sinnvoll gesetzt, sodass Frust selten überhandnimmt. Vergleiche mit Spielen wie „Metal Slug“ oder „Blazing Chrome“ drängen sich auf, wobei „Terminator 2D: No Fate“ etwas langsamer und wuchtiger daherkommt.

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

Grafisch setzt das Spiel auf liebevoll gestaltete Pixel-Art. Explosionen, Animationen und Hintergründe sind detailreich und transportieren die düstere Stimmung der Vorlage überzeugend. Besonders die Zukunftslevel mit ihren brennenden Ruinen, Maschinenfabriken und roten Laserstrahlen sind echte Hingucker. Auf der PlayStation 5 läuft das Spiel in hoher Auflösung mit stabiler Bildrate, Ladezeiten sind praktisch nicht vorhanden. Auch auf anderen Plattformen überzeugt die Performance, wobei Unterschiede eher im Bereich der Auflösung als im Gameplay spürbar sind.

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

Der Soundtrack ist eine Hommage an die ikonische Musik der Filme, ohne diese direkt zu kopieren. Synthesizer-lastige Tracks treiben das Geschehen voran und verstärken die bedrückende Atmosphäre. Soundeffekte wie das metallische Stampfen der Terminatoren oder das satte Wummern der Waffen sind kraftvoll und passend abgemischt. Gerade mit Kopfhörern entfaltet der Sound eine intensive Wirkung, die den Spieler tief in die Welt hineinzieht. Der ein oder andere wird wahrscheinlich die originalgetreuen Kompositionen von Brad Fiedel vermissen, aber die Neuinterpretationen, die auf dem klassischen Score basieren, sind druckvolle Updates, die perfekt zur schnellen Action passen und sind stilistisch näher an Arcade- und Spiele angelehnt.

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

Entwickelt wurde das Spiel von Bitmap Bureau, einem Studio, das sich einen Namen mit hochwertigen Retro-inspirierten Titeln gemacht hat. Zu den vorherigen Werken zählen unter anderem „Xeno Crisis“ und „Final Vendetta“, die beide für ihre kompromisslose Arcade-Ausrichtung gelobt wurden. Publisher ist Reef Entertainment, das bereits im Rahmen des überaus gelungenen „Terminator: Resistance“ einige Erfahrung mit der „Terminator“-Lizenz gesammelt hat. Die Entwicklung von „Terminator 2D: No Fate“ entstand aus dem Wunsch heraus, dem Franchise eine spielerische Form zu geben, die sowohl der Filmvorlage als auch der Retro-Leidenschaft der Entwickler gerecht wird.

(c) Bitmap Bureau, Reef Entertainment

Insgesamt kann man es nicht anders sagen: „Terminator 2D: No Fate“ ein Liebesbrief an klassische Actionspiele und an einen der prägendsten Sci-Fi-Filme der Popkultur. Das merkt man in jeder Facette. Das Spiel richtet sich klar an Fans von fordernden 2D-Actiontiteln und an Nostalgiker, die mit Arcade-Automaten und Pixelgrafik aufgewachsen sind und wurde gleichzeitig auch von absoluten Fans entwickelt. Wer moderne Komfortfunktionen und cineastische Inszenierung erwartet, könnte enttäuscht sein. Wer jedoch präzises Gameplay, stimmige Atmosphäre und ehrliche Herausforderung sucht, findet hier ein überraschend starkes Erlebnis. Für Fans des Franchise und Retro-Action-Fans im Allgemeinen ist das Spiel absolutes Pflichtprogramm!

Entwickler: Bitmap Bureau

Publisher: Reef Entertainment

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

Getestet auf: PS5

NB@18.12.2025

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