Ich bin seit „Double Dragon„, damals auf dem Amiga 500, ein Fan des klassischen Brawlers, oder teilweise auch Sidescrolling Beat ‚em Up genannt. Diese Liebe hat sich über die Jahre, mit Reihen wie Final Fight, Streets of Rage und jüngst den River City Girls, gefestigt. Aus diesem Grund freue ich mich um jeden neuen Vertreter des Genres, klein und groß, und hatte direkt zur Veröffentlichung ein Auge auf „Maiden Cops“ geworfen, das ich nunmehr ausführlich testen könnte.

(c) Pippin Games, Eastasiasoft

Falls euch das Genre des Brawlers nicht sagt: Es ist Prügelspiel mit festem Blickwinkel, Schlägereien in Reihen, Combos und Gegnerwellen. Man steuert die Spielfigur meist von links nach rechts durch unterschiedliche Areale und stellt sich meist am Ende eines Abschnittes einem stärkeren Boss.

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Die Handlung ist einfach gehalten, aber mit ein paar charmanten Details, die alte Arcade-Spiele und Trash-Actionfilme heraufbeschwören. Maiden City wird bedroht von einer geheimen Verbrecherorganisation namens “The Liberators”, die durch Gewalt, Angst und Chaos Kontrolle über die Bürger gewinnen will. Dagegen stehen drei Polizistinnen, die sich als Maiden Cops verstehen: Priscilla, Nina und Meiga. Priscilla ist die junge, idealistische Neulingin, voller Energie und noch etwas naiv; Nina ist die erfahrene, die Führung übernimmt, gelegentlich entspannt, aber wenn es drauf ankommt, effizient; Meiga stammt aus einer Familie mit Kampferfahrung, ist stark, aber durch ihre Holstaur-Herkunft auch schüchtern und sanft im Gemüt – ein netter Kontrast. Die Konflikte entstehen klassisch durch den Kampf gegen die Liberators, deren Machenschaften in den Straßen, Gassen und Untergründen von Maiden City sich entfalten – von Gangs über Korruption bis hin zu übertriebenen Monstergirls als Gegner, was dem Spiel einen eher leichtfertigen, spielerischen Ton gibt. Wer etwa an Streets of Rage, Final Fight oder auch neuere Indie-Titel wie River City Girls denkt, wird Parallelen finden – sowohl was den Humor als auch was die Action angeht.

(c) Pippin Games, Eastasiasoft

Gameplay ist, wie erwartet, simpel, aber es macht Spaß. Man wählt eine der drei Heldinnen, jede hat einen eigenen Kampfstil: Geschwindigkeit, Stärke, Spezialattacken unterscheiden sich, so dass sich Spielweise variieren lässt. Man kämpft sich durch lineare Level mit Gegnerwellen, nutzt gelegentlich aufsammelbare Waffen und Items, sammelt Combos für Score-Bonusse. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade, so dass sowohl Gelegenheitsspieler als auch erfahrene Fans des Genres etwas finden. Für lokalen Mehrspieler-Spaß ist ein Zwei-Spieler-Koop-Modus vorhanden, was gerade bei solchen Spielen ein großer Pluspunkt ist.

(c) Pippin Games, Eastasiasoft

Die Steuerung fühlt sich flüssig an, Angriffe, Sprünge, Spezialbewegungen reagieren rasch, keine spürbare Verzögerung. Leveldesign: abwechslungsreich genug, obgleich ohne herausstechende Highlights – Straßen, Hinterhöfe, Clubs, gelegentlich Motorradfahrten –, im Grunde alles bereits da gewesen und nicht sehr innovativ; hier spielt das Spiel seine Stärken durch Atmosphäre, Gegnerdesign und Wiederholbarkeit (hohe Combos, Streben nach Highscore). Der Schwierigkeitsgrad steigt im Verlauf, Bosskämpfe bieten etwas größere Herausforderung. Insgesamt eher im mittleren Bereich – nicht überfordernd, aber herausfordernd genug, damit man sich verbessern will.

(c) Pippin Games, Eastasiasoft

Grafik und Sound heben das Spiel über reine Nostalgie-Fanarbeit hinaus. Das Pixel Art ist sorgfältig gearbeitet, Animationen flüssig, Charakterdesign und Gegnergestaltung mit Liebe zum Detail. Die Darstellungen der Heldinnen sind durchaus anzüglich, was zum Stil gehört und auch bewusst inszeniert ist. Der Soundtrack unterstützt das Geschehen gut: treibende, pumpende Musik, passend zu den Kämpfen, dazu Soundeffekte, die gut ausgewogen sind (Schläge, Treffer, Umgebungsgeräusche). Was technische Aspekte angeht: Auf alles Plattformen läuft das Ganze stabil; auf neueren Konsolen etwas besser als auf Last Gen, aber nichts gravierendes. Hier sticht lediglich die Switch etwas heraus – niedrigere Auflösung/geringere Texturdetails –, aber auch dort nichts, was das Spielgefühl zu stark stören würde.

(c) Pippin Games, Eastasiasoft

Das Spiel ist kein Remake oder Remaster, und auch keine direkte Fortsetzung: ein eigenständiges neues Spiel, ohne Vorgängertitel, mit denen es sich messen müsste. Daher liegt der Fokus darauf, wie es im Vergleich zu klassischen Genre-Titeln heute abschneidet – und da macht es vieles richtig, auch wenn es in Innovation oder Umfang nicht mit den ganz großen Genrevertretern mithalten will.

(c) Pippin Games, Eastasiasoft

Insgesamt ist „Maiden Cops“ ein gelungenes Erlebnis, vor allem, wenn man offen ist für nostalgische Spiele mit leichtem Augenzwinkern. Für Fans des Genres bietet es genug Tiefe in Skills, Combos und Herausforderungen, ohne sie zu überfordern; Gelegenheitsspieler werden Spaß haben, besonders in den leichteren Modi oder im Koop. Wer hingegen Innovation, tiefes narrative Storytelling oder grafische Hochleistung sucht, wird hier wenig Neues finden. Zielgruppe sind daher Genre-Fans, Retro-Liebhaber, Spieler, die lokal mit Freunden daddeln wollen, und alle, die schlicht Action und simpler Spaß zu schätzen wissen…

Entwickler: Pippin Games

Publisher: Eastasiasoft

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

Getestet auf: Xbox Series X

NB@15.01.2026

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!

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