Horror wirkt in VR um einiges intensiver, wie Resident Evil und Konsorten schon eindrucksvoll bewiesen haben. Doch das war bisher im Grunde nur Kinderkram… Denn mit „Evil Inside VR“ bringt Jandusoft seinen bereits 2021 veröffentlichten Psychothriller in die virtuelle Realität. Während die ursprüngliche Version für PC und Konsolen erschien, richtet sich die neue Umsetzung insbesondere an Besitzer von PlayStation VR2 und Meta Quest. Das Spiel bewegt sich klar im Bereich des psychologischen Horrors und stellt von Beginn an die Frage, ob sich das bekannte Konzept auch in VR entfalten kann.

Im Mittelpunkt steht der junge Mark, dessen Familie nach einem tragischen Ereignis auseinandergebrochen ist. Während sein Vater im Gefängnis sitzt und seine Mutter unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, versucht er mithilfe eines spiritistischen Rituals Kontakt zu ihr aufzunehmen. Was zunächst wie die Suche nach Antworten wirkt, entwickelt sich schnell zu einem albtraumhaften Weg durch ein Haus, das sich ständig verändert und Realität wie Einbildung zunehmend verschwimmen lässt. Die Geschichte setzt bewusst auf Andeutungen statt auf ausführliche Erklärungen und überlässt viele Zusammenhänge der eigenen Interpretation.

(c) Jandusoft

Bereits nach wenigen Minuten werden die offensichtlichen Parallelen zu „P.T.“ deutlich. Wiederkehrende Flure, subtile Veränderungen der Umgebung und das gezielte Spiel mit den Erwartungen des Spielers gehören zu den zentralen Stilmitteln. Die Inspiration ist unverkennbar, dennoch versucht das Abenteuer, auf dieser Grundlage eine eigene Geschichte zu erzählen. Zwar erreicht die Inszenierung nicht die ikonische Wirkung ihres großen Vorbilds, erzeugt aber dennoch eine konstant beklemmende Atmosphäre.

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Spielerisch handelt es sich um ein klassisches First-Person-Adventure mit Walking-Simulator-Elementen. Der Fokus liegt auf der Erkundung des Hauses, dem Auffinden wichtiger Gegenstände und kleineren Rätseln, die den Spielfluss angenehm strukturieren. Anspruchsvolle Denksportaufgaben oder komplexe Mechaniken sucht man dagegen vergeblich. Stattdessen lebt das Erlebnis vom vorsichtigen Voranschreiten und der permanenten Unsicherheit darüber, was sich hinter der nächsten Tür verändert haben könnte.

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Genau hier entfaltet die VR-Version ihre größte Stärke. Räume wirken enger, Entfernungen realistischer und selbst bekannte Abschnitte gewinnen eine völlig neue Intensität. Wer sich instinktiv um eine Ecke lehnt oder vor einer sich langsam öffnenden Tür einen Schritt zurückweicht, erlebt unmittelbar, welchen Unterschied die virtuelle Realität ausmacht. Gleichzeitig bleibt spürbar, dass die Grundlage ursprünglich für den klassischen Bildschirm entwickelt wurde. Einige Interaktionen fallen entsprechend schlicht aus, was der dichten Atmosphäre jedoch nur selten schadet.

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Optisch setzt der Horrortitel auf eine realistische Gestaltung mit dunklen Fluren, sparsamer Beleuchtung und bewusst reduzierter Farbgebung. Die Spannung entsteht weniger durch spektakuläre Effekte als durch kleine Veränderungen innerhalb der vertrauten Umgebung. Ein verschobener Gegenstand oder eine plötzlich geöffnete Tür reichen oft aus, um das Gefühl von Sicherheit wieder zu zerstören. Gerade in VR entfalten diese Details eine deutlich stärkere Wirkung als in der ursprünglichen Version.

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Auch technisch hinterlässt die Umsetzung einen soliden Eindruck. Die Darstellung auf PlayStation VR2 unterstützt die beklemmende Atmosphäre wirkungsvoll und läuft insgesamt flüssig. Zwar erkennt man dem Projekt sein überschaubares Budget an einzelnen Texturen oder Animationen durchaus an, insgesamt bleibt die Präsentation jedoch stimmig und erfüllt ihren Zweck.

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Einen wesentlichen Beitrag zur Atmosphäre leistet die Klangkulisse. Das Spiel setzt gekonnt auf Stille, dezente Umgebungsgeräusche und gezielt platzierte Soundeffekte, anstatt den Spieler permanent mit Schockmomenten zu überfordern. Knarrende Dielen, entfernte Geräusche oder kaum wahrnehmbare Stimmen sorgen dafür, dass die Anspannung nahezu durchgehend erhalten bleibt. Besonders mit Kopfhörern entsteht ein intensives Mittendrin-Gefühl, das hervorragend zur VR-Umsetzung passt.

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Jandusoft ist ein spanisches Studio, das zugleich als Publisher auftritt und sich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Indie-Veröffentlichungen auf verschiedenen Plattformen etabliert hat. Das Portfolio reicht von kleineren Arcade-Spielen bis hin zu Adventures und Horror-Titeln. Die VR-Version zeigt dabei, dass sich das zugrunde liegende Konzept auch mehrere Jahre nach der Erstveröffentlichung sinnvoll an moderne Hardware anpassen lässt.

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Am Ende richtet sich das Spiel vor allem an Freunde atmosphärischer Horror-Erlebnisse. Wer spektakuläre Action oder komplexe Spielmechaniken erwartet, dürfte hier weniger auf seine Kosten kommen. Stattdessen überzeugt der Titel mit seiner dichten Stimmung, einer gelungenen VR-Umsetzung und dem konsequenten Fokus auf psychologische Spannung. Die Nähe zu „P.T.“ lässt sich kaum übersehen, wird jedoch eher als Hommage denn als bloße Kopie verstanden. Gerade Fans entschleunigter Horror-Adventures sollten sich diesen Ausflug in das unheimliche Haus deshalb einmal genauer ansehen.

Entwickler: Jandusoft
Publisher: Jandusoft
Erhältlich auf: PC, PS5, PSVR2, Meta Quest, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch
Getestet auf: PSVR2

NB@07.07.2026

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Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!


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