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Der Brawler, die Kombination eines Sidescrollers mit einem Beat em up, hatte seine Blütezeit in den 80ern und 90ern, sowohl in den Spielhallen, aber auch zu Hause auf den Konsolen. „Golden Axe“, „Double Dragon“, „Streets of Rage“, „Final Fight“ oder auch „Turtles in Time“ zählten zu den Genre-Größen. Seit dieser Hochzeit ist das Genre leider in Vergessenheit geraten. Bis jetzt, denn es gibt seit kurzem einen neuen Brawler im PSN zum Download. Ich bin auf das Spiel nur durch Zufall über Youtube Aufmerksam geworden und habe es mir kurzerhand zugelegt.

Das Spiel „Squareboy vs Bullies – Arena Edition“ von Ratalaika Games ist ein klassischer Brawler in isometrischer Ansicht und kommt in liebevoller Pixelobtik daher. Wir spielen den Namengebenden Hauptcharakter „Sqareboy“, der in der animierten Intro-Sequenz von den Bullies attackiert wird. Er entschließt sich jedoch dieses Mal die Schikane nicht weiter kampflos hinzunehmen und fängt an bei einem Ninja-Meister das Kämpfen zu lernen… Gesagt getan, nach einer kurzen Trainingssequenz, die ebenfalls als Tutorial fungiert kann der Kampf beginnen und wir treten die Rache in insgesamt 12 Levels gegen die Bullies an. Viel mehr als Story gibt es nicht, aber zugegeben hatte „Double Dragon“ auch nicht viel mehr Story.

Wo die Story etwas dünn daherkommt überzeugt allerdings das Kampfsystem, das überaus differenziert mit einer ganzen Liste an unterschiedlichen Moves daherkommt, was umso überraschender ist, wenn man bedenkt, dass das Spiel nur 2 der verfügbaren Tasten benutzt und eine davon schon für Springen reserviert ist. Und dennoch sind die Combos nicht so überladen und lassen sich einfach genug eingeben, dass man sie auch ohne Probleme nach Herzenslust zu längeren Kombinationen zusammenbauen kann.

Die Bullies, die man bekämpft sehen alle mehr oder minder gleich aus und unterscheiden sich nur durch kleinere optische Variationen, wobei auch einige Variationen auch eine Veränderung im Kampfverhalten mit sich bringen. So gibt es z.B. Bullies mit Bascecap, die einen Baseball zum Werfen dabei haben. Abgesehen gibt es keine Variation bei den Gegnern und jeder Gegnertyp verhält sich (leider) auch absolut gleich, was für uns folgerichtig auch immer ein gleiches Vorgehen erfordert. Das soll nicht bedeuten, dass die Kämpfe nicht anspruchsvoll wären. Gegen einen Gegner sind sie das zwar nicht, aber sobald mehrere Gegner auf dem Screen sind versuchen diese uns von mehreren Seiten gleichzeitig anzugreifen.

Aber betrachten wir es mal nüchtern, die Brawler der Vergangenheit, sei es in der Spielhalle oder auf der Konsole haben immer zusammen mit Freunden am meisten Spaß gemacht. Wie sieht das mit diesem  Vertreter des Genres aus? – Hier wird es leider ganz düster, denn „Sqareboy vs Bullies – Arena Edition“ ist ein reines Solo-Abenteuer. Wir können es leider nicht gemeinsam mit einem Freund, sei es lokal oder online, spielen. Ein Manko, das zwar mit der gerade erschienen Switch-Version korrigiert wurde, aber leider eben nicht in der PS4-Version vorhanden ist, die ich mir angesehen habe.

Das Spiel hat eine grobe Spielzeit von um die 2 Stunden und verfügt zusätzlich noch über einen Zusatzmodus, den Arena-Modus, der im Grunde nur ein Hordemodus ist und nicht wirklich lang zu begeistern weiß, denn was wirklich Neues wird hier nicht geboten. Das Spiel ist regulär für 4,99€ und oft sogar deutlich darunter, da es gefühlt in jedem zweiten Sale enthalten ist,  im PSN erhältlich. Für Trophäenjäger dürfte interessant sein, dass das Spiel insgesamt 27 Trophäen (10 x Bronze, 9 x Silber, 7 x Gold und 1 x Platin) hat, von denen man nahezu alle durch das simple Durchspielen bekommt und wer die PS4-Version kauft bekommt sogar noch die Vita-Version mit einer separaten, aber inhaltlich identischen Trophäenliste dazu. Das Spiel selbst unterscheidet sich zwischen PS4 und Vita nicht merklich. Mir sind zumindest keine Unterschiede aufgefallen.

Ich persönlich hatte meinen Spaß mit dem Spiel. Die Grafik ist zwar keine herausragende Pixelart, aber wartet dennoch mit ein paar schönen Effekten und Animationen auf. Die Steuerung ist sehr gut und es werden viele unterschiedliche Moves geboten. Auch wenn die Gegner in Sachen Variation und KI nicht besonders herausragend sind, hat das Durchspielen Spaß gemacht, was allerdings mit einem Freund wahrscheinlich noch spaßiger ausgefallen wäre. Für eine kurze Abwechslung und zu einem günstigen Preis kann man das Spiel getrost mal mitnehmen. Man darf zwar kein „Streets of Rage“ erwarten, aber komplett abschreiben sollte man „Squareboy vs Bullies – Arena Edition“ wiederrum auch nicht.

NB@26.07.2018