Wie bereits in meinem Review zu „Super Destronaut DX“ angekündigt, hat das Studio Ratalaika Games noch ein weiteres Spiel in jüngster Zukunft veröffentlicht, das ich mir ebenfalls angesehen habe. Das Spiel heißt „FullBlast“ und fällt auch in die Kategorie der Spiele mit sehr einfacher Trophäenliste, die rein digital vertrieben werden, aber sich dennoch mehr wie ein „echtes“ Spiel anfühlen, als andere Spiele aus dieser speziellen Kategorie. „FullBlast“ wurde am 05.09.2018 im deutschen PlayStation Store veröffentlich, ist aber auch auf anderen Plattformen, wie Xbox One oder PC erhältlich, wobei ich mir lediglich die Version auf der PS4 genauer angesehen habe, da diese bei identischem Preis gegenüber der Xbox-Version für Vita-Besitzer einen Mehrwert mit sich bringt…

Das Spiel wird regulär für 5,99€ angeboten und kommt als Cross-buy für PS4 und PS Vita, wobei beide Versionen inhaltsgleich sind aber mit jeweils eigener (wenn auch inhaltlich identischer) Trophäenliste kommen. Ausgestattet ist das Spiel insgesamt mit 14 Trophäen (0 x Bronze, 2 x Silber, 11 x Gold und 1 x Platin), die sich entsprechend, wenn man PS4 und PS Vita besitzt, doppelt verdienen lassen. Wer (nur) an diesen Trophäen interessiert ist, wird nicht länger als 1 Stunde damit beschäftigt sein, doch beraubt sich eines wirklich interessanten Spieles. Entgegen „Super Destronaut DX“, das sehr stark an den Klassiker “Space Invaders” angelehnt war, orientiert sich „FullBlast“ an klassischen Top-Down-Shmups (Shoot-em-ups) und bringt durch eine interessante Optik in comichafter Cellshading-Optik dennoch einen eigenen Touch mit sich.

Wir steuern ein kleines Flugzeug eines Elitepiloten, der kein geringeres Ziel hat, als die Welt vor einer Alien-Bedrohung zu beschützen. Insgesamt stehen davon 12 unterschiedliche Levels zur Verfügung, die wir sowohl Solo, aber auch mit einem Freund im local Co-op bestreiten können. Die Levels werden dabei von Funksprüchen und Anweisungen eines Generals, die ähnlich, wie bei Metal Gear Solid eingeblendet werden, ein- und ausgeleitet, haben aber immer dasselbe Ziel: Alle Gegner eliminieren und dabei am besten nicht selbst getroffen werden. Wer ein Spiel dieser Art schon mal gespielt hat wird sich gleich wie zu Hause führen: Einfach Starten und schon kann es losgehen mit dem Arcade-Spaß.

Der Screen wird links und rechts durch einen künstlichen Rahmen beschnitten, in dem auch das HUD integriert ist, das Übersicht über Energie, Leben, Spezialmunition und den Punktecounter gibt. Beim zwei Spieler-Spiel ist jede Seite des Rahmens einem Spieler vorbehalten, der dort seine individuellen Informationen einsehen kann, wenn das Geschehen auf dem Hauptschirm es zulässt… Was erst mal nach künstlicher Limitierung seitens des Spielfeldes anmutet sorgt für eine interessante Ansicht für die Action, die sich dann in einem gedrehten 16:9 anspielt und vertikal automatisch scrollt. Mit dem Analogstick können wir unser Flugzeug über den gesamten Screen steuern, sind also nicht an den unteren Bildschirmrand gebunden und können so umso besser ausweichen. Weiter werden lediglich zwei zusätzlich Buttons verwendet, zum einen für den normalen Schuss und zum anderen für die Spezialattacke, wobei der erste unendlich ist und der zweite begrenzt und nach dem Aufsammeln eines entsprechenden Power-Ups einer „Mega Bombe“ zur Verfügung steht. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch weitere Power-Ups, wie „Schnellfeuer“, „Schutzschild“, „Score-Muliplier“ oder auch diverse Waffenupgrades, die unser Spiel beeinflussen. Diese lassen sich allerdings nicht aufheben, sondern werden nach dem Einsammeln direkt angewendet. Aber Achtung, hier muss man mitunter etwas aufpassen, dass man kein Upgrade einsammelt und seine Waffe ausversehen wieder auf eine andere (schwächere) Stufe downgraded oder sogar ein negativ Power-Up, das uns dann unter anderem verlangsamt, einsammelt. Gerade wenn viel auf dem Bildschirm los ist oder man zu zweit spielt kann das im Eifer des Gefechts schnell mal passieren.

Der Co-op macht auch wirklich Spaß und macht das Spiel um einiges leichter, da die Anzahl der Gegner dabei unverändert bleibt. Was allerdings wirklich nervt ist, dass es dabei kein Drop-in/Drop-out gibt, sondern man den zwei Spieler-Modus nur durch einen Umweg über das Hauptmenü und einen Neustart starten kann. Das ist natürlich blöd, wenn man gerade im Spiel ist und vielleicht schon einiges an Punkten und Mega-Bomben eingesammelt hat, wenn ein Freund beschließt mit einzusteigen…

Optisch sieht das Spiel wirklich schick aus und präsentiert sich in detaillierter comic-cellshading-Optik, wobei die animierten Hintergründe, wie auch Gegner und unser Flugzeug in 3D animiert sind. Das Design eines Comics hat auch in die Exposionen der feindlichen Schiffe Einzug erhalten, denn diese explodieren nicht nur, sondern die Explosion wird ebenfalls von einer Sprechblase mit „Boom“ untermalt. Das Gegnerdesign und die Stages gewinnen dabei zwar keine Preise für Abwechslung, sind aber abwechslungsreich genug, damit es nicht negativ auffällt. Zusätzlich gibt es hier, entgegen „Super Destronaut DX“ auch diverse Bosskämpfe, die das Spielgeschehen zusätzlich auflockern und unsere Fähigkeiten in bester Bullet-Hell-Manier auf die Probe stellen. Untermalt wird das Geschehen von hämmernden Metal-Riffs, was ich mir zwar erst etwas merkwürdig vorstellte, als ich davon gelesen habe, aber das fügt sich überraschend gut ins Geschehen ein und untermalt die Action auf dem Bildschirm gut. Und trotz dieser auditiven und visuellen Spielereien ist läuft das Spiel dennoch sehr flüssig und auch bei hektischen Momenten konnte ich keinen merklichen Slowdown feststellen.

Insgesamt macht das Spiel wirklich Spaß und die 12 Welten sind selbst mit einem anderen Mitspieler schon auf dem mittleren (normalen) Schwierigkeitsgrad von insgesamt 3 Schwierigkeitsgraden wirklich fordernd, ganz zu schweigen vom härtesten, denn dort habe ich trotz guter Reflexe noch nicht mal das erste Level beenden können. Aber auch auf normal hat man mit dem Spiel eine Menge Freude und es wird sogar noch spaßiger, wenn man das Spiel gemeinsam mit einem Freund spielt, was ich jedem empfehle. Auch wenn es problemlos möglich ist alle Trophäen innerhalb der ersten 3 Levels “abzuarbeiten” stimmt hier auch die Langzeitmotivation und die Herausforderung, die übrigen Level auch noch zu spielen…

NB@26.10.2018