PS4 Review: „Himno“ #Himno #LeichtePlatin

Also dieses Mal bringt mich Ratalaika Games in eine wirklich merkwürdige Situation, denn obwohl mir das vorliegende Spiel „Himno“ wirklich gefallen hat, muss man der Veröffentlichung einiges ankreiden, denn wird das Spiel auf dem PC als komplett kostenlos vertrieben, wird die Portierung auf PS4, PS Vita, Xbox One und Nintendo Switch zum Normalpreis für ähnlich-gelagerte Veröffentlichungen verkauft. Das wäre alles halb so wild, wenn man die verfügbaren Add-Ons, die es auch auf dem PC nicht gratis gibt, ins Spiel implementiert hätte, was aber nicht der Fall ist. So bekommt man im Grunde die identische Spielerfahrung, nur das man im Gegenzug noch 5 Euro bezahlen muss – Aber schauen wir uns das Spiel mal genauer an, vielleicht gibt es ja dennoch einige Punkte, die den Preisaufschlag rechtfertigen…

Das Spiel hebt sich schon von seiner Ausrichtung von der Konkurrenz ab, da es als endloses Erlebnis mit meditativen Elementen beworben wird. Laut Werbetext verzichtet es dabei komplett auf Kämpfe, reduziert die Gefahren eines Bildschirmtodes damit auf ein Minimum und versucht den Spieler eher mit Audio-Visuellen Reizen zu verwöhnen. So hochtrabend das auch klingen mag, aber ein wahrer Kern steckt dennoch darin, denn ein gewisses Gefühl der Entspannung kann während dem Spielen durchaus aufkommen. Und ja, der fehlende Druck durch reduziertes Spieltempo und den Verzicht auf Kämpfe kann durchaus eine der Erklärungen sein. Es gibt keine Geschichte, kein Intro und wenn man von einer kurzen Einblendung beim Spielstart über die rudimentären Steuerungsoptionen mal absieht, auch kein Punkt, der das Spiel per se als Spiel charakterisiert, wobei man im Zuge dessen auch auf die Tastaturbelegung hätte verzichten können, da es ohnehin neben dem Analogstick zum Bewegung nur eine Taste zum Sprung, eine Taste zum Dash, eine Taste zur Interaktion und eine Selbstzerstörung gibt, die zum Einsatz kommen kann, wenn man sich in eine Sackgasse manövriert hat und die uns wieder zum Start transportiert.

Mit diesen Optionen hüpfen wir uns in abgesteckten 2D-Levels, die sich sowohl horizontal, wie auch vertikal erstrecken können, von einem Startpunkt zu einem Endpunkt, der uns dann in das nächste Areal transportiert. Die Architektur besteht aus Blöcken unterschiedlicher Anordnung und wird stellenweise durch Sprungpads, Fackeln, die wir bei der Berührung entfachen, um mehr Übersicht zu bekommen, unterschiedliche Powerups und auch die ein oder andere Sackgasse, aufgelockert werden. Gegner oder Kämpfe, wenn man mal von der ein oder anderen Sprungpassage, mit der man durchaus „kämpfen“ kann absieht, sucht man vergebens und der einzige Weg zu sterben ist, aus der Arena in das unendliche Wasser unterhalb der Architektur zu fallen. Dadurch endet unser Durchgang, der als „Run“ bezeichnet wird und sowohl Charakterlevel, wie auch Levelbereich wird wieder genullt. Denn für jede Aktion verdienen wir XP und steigen im Charakterlevel und je öfter wie ein Level durch den Ausgang verlassen haben, desto weiter steigen wir im Levelbereich auf, auch wenn das im Kontext des Spiels so gut wie keine Auswirkungen hat. Einzig die Powerups sind an Charakterlevel gekoppelt, was bedeutet, dass man sie nur aufheben kann, wenn man das erwartete Charakterlevel erfüllt.

Sie lassen uns entweder höher springen, langsamer fallen oder haben weitere Effekte, die manchmal gar nicht so offensichtlich sind. Damit es nicht zu einfach wird sind alle Powerups lediglich von temporärer Natur und ermutigen uns damit auch unterschiedliche Variationen auszuprobieren, wenn wir ein neues Powerup finden. Die Levels sind an sich sind Zufallsgeneriert und können stellenweise sogar ziemliche Kopfnüsse sein, wenn man partout nicht darauf kommt, wie man eine bestimmte Plattform erreichen kann. Das ist aber der einzige Punkt, der etwas nervenaufreibend sein kann, wenn man einen besonders erfolgreichen Run nicht durch einen falschen Sprung nichtig machen will, auch wenn es abseits der Zurücksetzung keine Bestrafung dafür gibt.

Die Grafik ist dabei auf guten 8-Bit-Niveau, obgleich gerade in den Levels auffällt, dass die Levels aus den immer gleichen Versatzstücken zusammengesetzt wurden. Doch in Anbetracht, dass das Spiel von einem 1-Mann-Entwicklerstudio geschaffen wurde und komplett gratis vertrieben wird, will ich das dem Spiel nicht negativ ankreiden. Ganz im Gegenteil, man muss sogar die Abwechslung der Levels loben, denn während meinen Runs, die ich durchgeführt habe, habe ich nicht einmal ein identisches Level zu Gesicht bekommen. Und besonders den Soundtrack muss man lobend erwähnen, der durch bestimmte Spieleraktionen ausgelöst wird und wirklich tolle Neo-Retro-Synth-Klänge verwendet, die man alten Werken von John Carpenter oder davon inspirierten neuen Werken von Nightcrawler vergleichen kann.

Aber kommen wir zu den Trophäen, denn davon bietet das Spiel allerdings relativ wenige. Im Spiel gibt es nämlich lediglich 12 Stück (0 x Bronze, 0 x Silber, 11 x Gold, 1 x Platin) zu verdienen, was auf der Xbox One 1000GS entsprecht und auf den Sony-Plattformen in gewohnter Weise per Cross Buy ohne Aufpreis in zwei getrennten, obgleich inhaltlich identischen Trophäenlisten für PS4 und PS Vita zur Verfügung steht. Die Trophäen lassen sich dabei in weniger einer Stunde Spielzeit verdienen und es kann im Grunde keine verpasst werden, wobei es paar Trophäen einen gewissen Progress im Spiel erfordern.

Insgesamt hat mir das Spiel eine Menge Spaß gemacht, auch wenn man sich anfangs erst einmal daran gewöhnen muss, dass es kein wirkliches Ziel und keine tiefergehende Aufgabe im Spiel gibt. Doch hat man das akzeptiert und die ersten Aktionen durchgeführt, dass der drückende Soundtrack unser Spielen entlohnt und Musik und Lichteffekte auf dem Bildschirm verschmelzen, so macht das Spiel geradezu süchtig. Ich habe auch nachdem die Platin aufgepoppt ist noch einige Zeit weitergespielt und werde es gerade in der Vita-Version immer mal wieder für Nebenbei reaktivieren. Gerade für Bahnfahrten gibt es kaum etwas Besseres. Dennoch fällt es schwer das Spiel in dieser Veröffentlichung zu empfehlen, da es das identische Spiel gratis auf Steam gibt.

Entwickler: David Moralejo Sanchez

Publisher: Grab the Games (PC) / Ratalaika Games (Konsole)

Erhältlich auf: PC, PS4, PS Vita, Xbox One, Nintendo Switch

NB@26.05.2020

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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