PS5 Review: „Madden NFL 22“ #MaddenNFL #EASPORTS

In Deutschland zwar immer noch eher ein Nischensport, doch American Football gewinnt, nicht zuletzt wegen dem Super Bowl, immer mehr an Popularität. Ich habe ein Faible für den Sport seitdem ich in der Schule im Austausch in USA war und habe nach einigen Jahren der (Videospiel-technischen) Abstinenz und nach eher durchwachsenen Kritiken für den letztjährigen Output von Madden beschlossen der diesjährigen Version eine Chance zu geben. Immerhin hat Entwickler und Publisher EA einige Fehler der Vergangenheit eingeräumt und ein Spiel versprochen, das selbst eingefleischte Fans glücklich machen soll, wir können also gespannt sein…

(c) EA Sports

Und eins muss man dem Entwickler wirklich lassen, schon bevor man das Spiel richtig beginnt besticht es durch eine überaus hochwertige Präsentation, die sich dieses Jahr anstatt einem, sogar zwei hochkarätige Cover-Athleten geleistet hat. So schmücken sowohl Tom Brady von den Tampa Bay Buccaneers, wie auch Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs das Cover und werden im Spiel in einigen Videos gefeaturt. Und selbstverständlich bekommen wir damit auch die Chance auf ein Rematch zwischen den Bucs und den Chiefs, die zuletzt im Super Bowl 2021 aufeinander getroffen sind.

Aber auch inhaltlich hat man einiges geändert, so bringt die 22er Version überarbeitete Modi, ein „entschlanktes“ Interface und ein umfangreiches Fähigkeiten-System von Spielern und Teams mit sich, die uns einiges an taktischem Verständnis für den Sport abverlangen, was aber zugegebenermaßen Segen, aber auch Fluch sein kann. Die Chiefs sind zum Beispiel an Team mit einem starken Angriff, das besonders durch ihre tiefen Pässe glänzt. Hier empfiehlt es sich mit einer starken Verteidigung aufzuführen, um damit besser klar zu kommen. So gibt es für jede Fähigkeit auch einen Konter, man muss aber ein gewisses Verständnis für den Sport mit sich bringen, was es gleichzeitig für Neulinge stellenweise unnötig schwer machen kann, wenn dieses fehlt.

Ich finde diese Entwicklung allerdings durchaus sinnvoll, da Spieler und Teams in den früheren Versionen oft austauschbar wirkten und nun eine Daseinsberechtigung, abseits der persönlichen Präferenzen bekommen, die in Ansätzen in Richtung RPG geht und durchaus mit kommenden Iterationen noch weiter verfeinert werden dürfte. Für Neulinge wäre jedoch ein umfangreicheres Tutorial nicht schlecht, um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie man damit am besten umgeht, denn gerade anfänglich ist die Lernkurve von gehobenem Niveau.

An dieser Stelle muss man sich nämlich in Erinnerung rufen, dass es sich bei Madden eher um eine taktische Simulation und erst nachgelagert um ein Sportspiel handelt. Es gibt zwar auch einen Arcade-Modus, doch dieser ist keinesfalls mit beispielsweise einem FIFA vergleichbar. Können wir bei FIFA wahrscheinlich jederzeit den Controller weitergereicht bekommen und nahtlos weiterspielen, so ist das bei Madden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu Scheitern verurteilt. Nicht nur dass es weniger Gameplay an sich gibt und sich die Teams ohnehin nach jedem Down neu aufstellen, wir müssen auch unterschiedliche Spielzüge wählen und diese dann versuchen korrekt auszuführen. In diesem Zusammenhang ist auch eine interessante Neuerung implementiert, die als „Gameplay Momentum“ bezeichnet wird und zufällige Ereignisse, wie aus dem „echten Leben“ mit einfließen lässt, wenn unsere Mitspieler auch mal Fehler machen, oder die. Kommunikation gegen tosende Fans des gegnerischen Teams schwerer fällt.

Diese taktische Herangehensweise bringt im Vergleich zu anderen Sportspielen ein insgesamt langsameres Spieltempo mit sich, um uns mehr Zeit zum Reagieren zu geben. Zusätzlich gibt uns das mehr Gelegenheit die richtig hübsche Grafik auch außerhalb der Wiederholungen zu bewundern, denn diesbezüglich hat EA sich durchaus ins Zeug gelegt und liefert langsam Animationen, die erst auf dem zweiten Blick von echten Übertragungen zu unterscheiden sind, was selbstverständlich auch der virtuellen Nachmodellierung der Athleten geschuldet ist.

Wer die Chance hat das Spiel auf einer der Nexrgen-Konsolen zu spielen sollte das auf jeden Fall der Lastgen vorziehen, da das Spiel von der stärkeren Hardware profitiert. So bieten PS5 und Xbox Series X einen Grafik- und einen Performance-Modus, wobei der erste 4K bei angepeilten 60fps und der zweite 1440p bei stabilen 60fps bietet. Die Xbox Series X soll sogar einen 120fps-Modus per Update nachgereicht bekommen, den es nach momentanen Kenntnisstand auf der PS5 nicht geben wird. Auf der Lastgen muss man sich hingegen mit 30fps begnügen, was dem Spiel merklich an Dynamik raubt, wenn man den Vergleich hat.

(c) EA Sports

Insgesamt hatte ich mit „Madden NFL 22“, wenn man von anfänglichen Problemen, um wieder in das Spielprinzip rein zukommen, wirklich Spaß. Die Inszenierung ist von höchster Güte und auch wenn zum Launch einige fiese Bugs existierten, sollten diese mittlerweile alle über Patches behoben sein. Zumindest ist mir nach den Updates nicht mehr aufgefallen. Die neue Facette mit unterschiedlichen Fähigkeiten bringt neue taktische Tiefe und das Gameplay Momentum bringt auch etwas Glück und Zufall mit ins Spiel bringt, das sich abseits davon auf Technik und Taktik stützt. Die Inszenierung ist bald nicht mehr von echten Spielen im TV zu unterscheiden und wirkt durch schicke Grafik, tolle Charaktermodelle und überaus authentische Kommentatoren einfach rund. Einzig ein besseres Tutorial, das die Lernkurve etwas weniger steil gestaltet und eine inspiriertere Story würden dem Spiel durchaus gut tun, um vor allem neue Spieler anfangs und alle weiteren auch langfristig zu motivieren, denn in diesem Beziehungen besteht durchaus Entwicklungspotenzial. Von fast obligatorischen Lootboxen im Spiel mal ganz zu schweigen, die mit Freispielbarem und Gratis-Boxen immerhin eine untergeordnete Rolle einnehmen…

Entwickler: EA Tiburon

Publisher: EA

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Google Stadia

NB@06.09.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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