PS4/PS5 Review: „Sakura Succubis IV“ #SakuraSuccubus #LeichtePlatin #Ecchi

Regelmäßige Leser wissen bereits, dass der Markt der kleinen Spiele mit überaus leichter Trophäenliste, der seit einiger Zeit von den zwei Namen, Ratalaika Games und Eastasiasoft dominiert wird, seit kurzem mit Gamuzumi einen neuen Mitspieler hat. Entgegen der beiden Platzhirsche, die sich hauptsächlich auf die Portierung und das Publishing der Spiele spezialisiert haben, die sonst wahrscheinlich nie ihren Weg auf die Konsolen finden würden. Und als zusätzlichen Ansporn kommen die Trophäen on Top dazu. Soweit deckt sich das größtenteils mit den Spielen von Gamuzumi, doch laut Mission Statement will man sich perspektivisch mehr auf eigene Entwicklungen konzentrieren, was aber nur die Zukunft zeigen kann. Und dann ist da noch eine andere Unterscheidung, die Konzentration auf erotische Inhalte aus dem eroge-, oder ecchi Subgenre. Dabei handelt es sich um ein Subgenre, das verspielter Erotik und sexuellen Anspielungen, im Westen gerne als „kinky“ bezeichnet, eine besondere Bühne gibt. Man distanziert sich aber konsequent von Hentai, was expliziter ist und eher sexueller Perversion und Fetisch fokussiert. Ecchi bleibt dabei etwas braver, dennoch sexy und aber komplett Softcore. Alles andere wäre auch nicht mit der Veröffentlichungspolitik von Sony im Einklang.

Nachdem bisher das überraschend vielschichtige „Sable’s Grimoire“ und drei Teile der Sakura Succubus-Reihe veröffentlicht wurden, ist nun der vierte Teil der eben erwähnten Reihe veröffentlicht. Die Handlung ist zwar offiziell in sich abgeschlossen, doch man sollte dennoch die vorherigen Teile kennen, um die Motivation der unterschiedlichen Charaktere nachvollziehen zu können, da es keinerlei neue Einführung der bestehenden Charaktere gibt. Sakura Succubus ist die Geschichte von Ogasawara Hiroki, ein Durchschnittstyp durch und durch, bis er sich im ersten Teil plötzlich in den Fängen von drei wunderschönen Frauen wiederfindet. – Ikue Aye ist ein Teenie-Star, Maina eine erfolgreiche Geschäftsfrau und Cosmos ist ein Social-Media-Star. Alle drei sind erfolgreich, reich und normalerweise unerreichbar. Und alle drei sind keine normalen Frauen, sondern Succubi, die Gefallen an Hiroki gefunden haben…

In „Sakura Succubus 2“ bekommt es Hiroki mit zwei weiteren Damen, in Form der eher schüchternen Schauspielerin Hifumi und der freizügigen Tennisspielerin Hazel, zu tun. Und gerade weil die Damen des ersten Teils ebenfalls mitmischen wird die Versuchung für Hiroki in vielerlei Hinsicht noch größer… Und gerade wenn man denkt es könnte für Hiroki nicht schlimmer kommen, bekommt er es im dritten Teil mit weiteren dämonischen Damen zu tun, die sich dem bisherigen Raster anschließen. Doch dieses Mal ist es niemand geringeres als die Königin der Succubi, die er bereits in ihrer menschlichen Form Yue aus seiner eigenen Vergangenheit kennt, was seine Welt letztendlich total auf den Kopf stellt, bis der vierte Teil wiederum noch einen drauf setzt. Und dabei handelt es sich dieses Mal nicht um das stumpfe Hinzufügen weiterer Charaktere, immerhin ist das Raster durch die drei vorangegangenen Teile bereits groß genug, sondern Hiroki muss sich einer der größten Herausforderungen in einer Beziehung stellen: Der gemeinsame Strandurlaub! – Er muss also dieses Mal unter tropischer Kulisse versuchen seine Herzensdamen bei Laune zu halten, damit er nicht lebendig im Sand begraben, oder von einer Frisbee geköpft wird…

Spielerisch wird sich jeder gleich zu Hause fühlen, der schon jemals ein Visual Novel gespielt hat, denn die verwendeten Mechanikern könnten aus jedem anderen stammen. Wir erleben lange Gespräche vor spärlich animierten Szenen und bestimmen den Fortgang der Geschichte durch das Treffen von Entscheidungen, oder das Geben von Antworten. Die Hintergründe und Charaktere sind dabei auf dem Niveau von Animes gezeichnet und bestechen durch viele kleine Details. In Anbetracht des Setups der Spiele sind diese selbstverständlich oft von etwas schlüpfriger Natur, ohne dabei aber peinlich, oder gar billig zu wirken. – Ganz im Gegenteil steht eher die innere Zerrissenheit und die Sehnsucht nach Zuneigung im Vordergrund, die Hauptcharakter Hiroki gequält hat, bevor er die Damen kennengelernt hat. Zwar sind die beiden Spiele an sich nicht sonderlich lang und lassen sich problemlos innerhalb von jeweils zwei Stunden beenden, bestechen aber durch unterschiedliche Wege und Enden, was sie Spielzeit wieder etwas verlängert.

Aber machen wir uns nichts vor, die meisten werden die Spiele auf Grund der Trophäen angehen und dazu gibt es einiges zu sagen. Nicht nur, dass beide Spiele auf der PlayStation im Cross–Buy kommen, man also sowohl die PS4-, aber auch die PS5-Versionen des Spiels zu einem Preis bekommt, auch beide Versionen, obwohl inhaltlich absolut identisch, kommen mit einer eigenen Trophäen-Liste. Und da man für einen Durchgang des Spiels im Skip-Mode gerade mal 3 Minuten braucht und man dabei alle Trophäen freischalten kann, sind die Spiele ein gefunden Fressen für Trophäenjäger. Der dritte Teil beinhaltet 15 Trophäen (2 x Bronze, 1 x Silber, 11 x Gold, 1 x Platin) bereit. Eine Version für die Xbox gibt es leider wieder nicht, also Achievement-Jäger schauen dieses Mal leider in die Röhre.

Insgesamt ist auch der vierte Teil der Reihe nicht nur ein gefundenes Fressen für Trophäenjäger, sondern auch Freunde von leicht verruchten Geschichten,  die dennoch mit viel Herz geschrieben sind. Das Gameplay nimmt, wie bei Visual Novels generell üblich, eher eine untergeordnete Rolle ein und man wird am meisten damit beschäftigt sein die Dialoge zu lesen und Entscheidungen zu treffen. Gerade die Präsentation besticht, entgegen einiger anderer Visual Novels, durch ein recht hohes Production Value, was sich in den Zeichnungen auf professionellem Niveau von Animes zeigt, auch wenn das Geld leider nicht für eine Synchronisation gereicht hat. Im direkten Vergleich zu den Vorgängern bietet das Spiel mit dem neuen Setting und dem bekannten Raster an Charakteren mehr  Möglichkeit für Entwicklung, da keine Charaktere explizit eingeführt werden müssen und man sich daher komplett auf die Handlung konzentrieren kann. Die Geschichte unterhält dabei wirklich gut, hat beim „normalen“ spielen eine ungefähre Dauer von drei bis vier Stunden und wartet mit unterschiedlichen Wegen und einigen interessanten Twists auf. Auch wenn ich generell mit der Preispolitik der meisten Visual Novels nicht ganz einverstanden bin, da es sowohl aufwendigere und längere Spiele gibt, die günstiger verkauft werden, wartet man allerdings besser auf einen Säle, indem das Spiel früher oder später deutlich günstiger angeboten werden wird, als zu seinen regulären knapp 10 Euro. Auch wenn man dem Spiel zu Gute halten muss, dass man zu einem Preis zwei Versionen, also für PS4 und PS5, im Paket bekommt, wo andere Publisher uns doppelt zur Kasse bitten würden.

Entwickler: Winged Cloud

Publisher: Gamuzumi

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Nintendo Switch

NB@15.09.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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