Quantum Break von Remedy, den Erfindern von Max Payne und Alan Wake haben mir Quantum Break ihr neuestes Machwerk abgelifert. Da das Spiel von Microsoft gepublished wird ist es exklusiv für Xbox One und Windows 10 erhältlich.

Ich habe mir die Steelbook-Variante gekauft, die allerdings bis auf die Umverpackung identisch mit der normalen Ausführung ist. Dazu ist allerdings zu erwähnen, dass das Artwork nicht durch irgendwelche Logos überdeckt wird. Für Sammler ist diese Ausführung wirklich zu empfehlen.

Nach einigen Verschiebungen ist das Spiel nun endlich erschienen und man kann nur sagen, dass sich das Warten wirklich gelohnt hat. Das Spiel sieht bombastisch aus und wartet neben den wirklich schönen Charakteranimationen mit durchgängiger Detailschärfe, tollen Licht- und Schatteneffekten besonders tollen Partikeleffekten auf. Bisher habe ich kein Spiel auf der Xbox gesehen, was so gut aussah. Die Umgebung wirkt sehr lebendig und geht bei Feuergefechten auch zu Bruch. Besonders haben mir die verschiedenen Zeit-Effekte gefallen, die die Realität „verzerren“ oder komplett anhalten. Natürlich sind hier auch Matrix- und Max Payne-ähnliche Bullettime-Effekte en Masse vorhanden, die aber durch die technischen Fortschritte heutzutage noch beeindruckender aussehen.

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Das Spiel läuft dabei sehr flüssig, wobei es gerade zu Beginn Tearing gab, was sich aber im späteren Spielverlauf nicht mehr zeigte. Sonst läuft auch die Framerate stabil. Zumindest ist mir nichts gegenteiliges bei meinem Durchspielen aufgefallen. Wer jedoch ein glasklares Bild erwartet wird etwas enteuscht werden, denn Remedy hat sich für den Einsatz einen Grain-Filters entschieden, um dem Spiel den Look einer Film- oder TV-Produktion zu geben. Mir persönlich gefällt diese artistische Ansatz, allerdings gibt es auch einige negative Stimmen dazu im Netz.

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Die Geschichte ist prinzipiell schnell erzählt, wartet aber im Spielverlauf mit einigen netten Entwicklungen und Twists auf, die ich hier natürlich nicht spoilern werde. Wer die die Storys früherer Remedy-Titel, bzw. deren Art der „Entwicklung“ kennt, sollte eine grobe Vorstellung haben, was einen erwartet, denn nichts ist am Ende so, wie es am Anfang scheint…

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Die Grundprämisse ist, dass ein Zeitreiseexperiment an einer Universität gründlich schief gelaufen ist, was einen allmählichen Zusammenbruch des Raum-Zeit-Gefüges in Gang setzt. Wir spielen Jack Joyce (dargestellt von Shawn Ashmore aus den „X-Men“-Filmen), der durch den Unfall plötzlich mit Fähigkeiten der Zeitmanipulation ausgestattet ist: Jack kann die Zeit kurzzeitig anhalten, was wir auch prompt zum Kampf ums Überleben einsetzen müssen, denn als wäre das mitglückte Experiment nicht genug, werden wir plötzlich von den Söldnern der mysteriösen Monach-Industries gejagt. Diese befindet sich unter Leitung unseres eigentlichen Freundes Paul Serene (dargestellt von Aiden Gillen aus „Game of Thrones“), der durch das Experiment plötzlich um 17 Jahre gealtert ist und gar nicht mehr unser Freund zu sein scheint. Auch Paul hat durch das Experiment Zeitkräfte bekommen: Er kann in die Zukunft sehen und so kennt er jede mögliche Konsequenz seiner Handlungen, was er in der Gegenwart allein zu seinem Vorteil einsetzt. Alles was ihm im Wege zu stehen scheint ist Jack…

Das Spiel an sich ist ein 3rd-Person Deckungs-Shooter, bei dem wir unserem Protagonisten über die Schulter schauen, während wir ihn durch die unterschiedlichsten Areale steuern. Anleihen gibt es dabei von den früheren Werken von Remedy gepaart mit einem Deckungssystem, was an die Gears of War-Reihe erinnert. Es ist also kein reiner Run and Gun-Shooter, sondern fordert vom Spieler einen taktischen Einsatz von Deckung. Zusätzlich eröffnet die Fähigkeit die Zeit anzuhalten, die im Spielverlauf durch einige weitere Fähigkeiten ausgebaut wird (und auch upgradebar sind), eine weitere interessante Komponente. Das Spiel besteht allerdings nicht ausschließlich aus Feuergefechten, denn auch kleinere Rätzeleinlagen kommen vor, die man in der Regel nur durch Einsetzen der Zeit-Fähigkeiten bewältigen kann.

Das Spiel an sich ist in fünf Abschnitte aufgeteilt, die ähnlich wie Folgen einer TV-Serie aufgebaut sind. In jedem Abschnitt muss der Spieler Entscheidungen an so genannten „Knotenpunkten“ treffen, die ähnlich abläuft, wie man es von Telltale-Spielen kennt. Diese Entscheidungen haben dann direkten Einfluss auf die parallel-verlaufende „echte“ Serie zum Spiel, wovon es vier 22-minütige Folgen gibt.
Remedy hat das Spiel insofern auf zwei Medien aufgeteilt, dass immer abwechselnd einen Abschnitt spielt und daran angefügt eine Serienfolge ansieht. Das ist zwar nicht zwingend notwendig und kann übersprungen werden, gibt der Geschichte aber mehr Tiefe, da der Spiel-Teil nur den Blickwinkel der „Guten“ und der Serien-Teil den Fokus auf die „Bösen“ legt. Erst in Gänze hat man dadurch das umfassende Bild. In diesem Serienfolgen bekommt man auch die Auswirkungen unserer Entscheidungen von den Knotenpunkten zu sehen, die aber den Fortlauf der Geschichte nicht grundsätzlich ändern. Jedoch lädt das zum mehrmaligen Durchspielen des Spiels ein, da man zwangsläufig nicht alles innerhalb von einem Durchgang sehen kann.

Diese Episoden sind nicht auf der Disk enthalten und werden gestreamed, bzw. können auch heruntergeladen werden. Daher ist natürlich eine Internetverbindung notwendig. Wenn man sie herunterlädt muss man allerdings etwas über 70 GB auf der HDD dafür bereithalten.

Zusätzlich liegt dem Spiel noch eine Code-Karte zum Download von „Alan Wake“ inklusive der DLCs „The Writer“ und „The Signal“ bei. Das Spiel läuft mittels Abwärtskompatibilität auch auf der One. Gleiches trifft die das Stand-Alone Spiel „Alan Wake’s American Nightmare“ zu, was allerdings nicht beiliegt. Dazu bekommt man den Code von Amazon per Email.

Das Spiel ist übrigens ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 Jahren erschienen und ist natürlich komplett in Deutsch spielbar. Wahlweise kann man das Spiel durch Umstellen der Systemsprache der Xbox auch auf Englisch spielen. Diese Einstellung betrifft dann sowohl Spiel, als auch Serie.

Insgesamt handelt es sich um ein wirklich beeindruckend-aussehendes und spannendes Spiel, was besonders auf Grund der Implementierung der „echten“ Serienfolgen und der aktiven Möglichkeiten der Zeitmanipulation zu begeistern weiß. Auch laden die unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten an den Knotenpunkten, diverse Sammelobjekte und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu mehrfachem Durchspielen der knapp 10-stündigen Kampagne ein. Und so kommen wir auch zu meinem einzigen Wehrmutstropfen, denn die Kampagne könnte wirklich etwas länger sein. Allerdings muss man sagen, dass diese 10 Stunden wirklich bestens zu unterhalten wissen und es keinerlei spielerischen Leerlauf gibt.

Ich habe den Kauf bisher nicht bereut und kann es jedem empfehlen, der auf interessantes Storytelling und Actionbetontes Gameplay steht.

 NB@07.04.2016