In der jüngsten Vergangenheit habe ich meine zugegebenermaßen meine Xbox360 etwas vernachlässigt, was für mich der Beweggrund war mal wieder ein Spiel auf der Last-Gen von Microsoft zu spielen. Da ich neben den umfangreichen Open-World spielen der letzten Zeit auch mal wieder einen überschaubaren Zeitvertreib gesucht habe und sowieso mein Achievement-Konto mal wieder etwas bedienen wollte, viel meine Wahl auf ein kleines Spiel mit einfacher Achievement-Liste, was aber dennoch einen gewissen Charme mitbringt: „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, basierend auf dem gleichnamigen Kinofilm. Entgegen anderer Lizenzspiele steckt hier kein geringerer als Ubisoft, sowohl in der Entwicklung, als auch als Publisher dahinter, was auf dem Papier auf jeden Fall schon mal für das Spiel spricht. Natürlich ist es keins der renommierten Studios von Ubisoft, sondern mit Ubisoft Shanghai eher eine Supporteinheit für größere Projekte, aber dennoch kann sich das Spiel an sich sehen lassen.

 

Zugegeben ist der Film keinesfalls Oscarverdächtig, aber dennoch sehr unterhaltsam. Das tritt gleichermaßen auf das Spiel zu, denn entgegen anderer Versoftungen von Filmen oder Serien orientiert sich das Spiel dabei sehr eng an der Vorlag. Sprich, wer den Film gesehen hat, weiß im Grunde worum es im Spiel geht:

 

Flint Lockwood, ein im eigenen Geiste genialer Erfinder hat eine Maschine nach etlichen Fehlschlägen endlich eine Maschine konstruiert, die funktioniert: Eine Maschine, die in der Lage ist Wasser in Essen zu verwandeln, den „Flint Lockwood Diatonic Super Mutating Dynamic Food Replicator“ oder kurz FLDSMDFR – Doch nicht nur der zugegebenermaßen sehr sperrige Name der Erfindung sorgt für Probleme, denn auf Grund eines Unfalls wird die Maschine in die Wolken katapultiert, wo sich leider auch das ein oder andere Wassermolekül befindet und macht sich selbstständig. Was als Segen begann wird dadurch schnell zur Bedrohung der leckeren Sorte und Flint macht sich daher daran das heraufbeschworene Unheil zu beenden.

 

Und genau dort setzt auch das Spiel ein. Wir bekommen die Vorgeschichte in Form eines Intros präsentiert, die auch nicht-Kenner des Films abholen sollen. Andere Spiele setzen dabei auf Ausschnitte aus den Filmen, aber hier gibt es teilweise animierte Zwischensequenzen in Retro-Pixeloptik und teilweise Standbilder mit Voiceover. Da ich bekanntlich ein Herz für Pixel habe, haben mir diese Überleitungen, die zwischen den unterschiedlichen Akten, wie auch als Pro- und Epilog verwendet werden persönlich sogar besser gefallen, als eine uninspirierte Aneinanderreihung von Filmschnipseln. Hätte man allerdings eine Linie komplett verfolgt und komplett auf die Standbilder verzichtet wäre das Gesamtbild noch etwas besser geworden. Aber da das Spiel in 6 Akte plus Outro aufgeteilt ist bekommen wir im Spielverlauf immer wieder als Überleitung die animierten Retro-Zwischensequenzen präsentiert. Innerhalb dieser Akte gibt es dann bis zu 5 Level, deren Reihenfolge wir größtenteils komplett frei bestimmen und nach Lust und Laune auch wiederholen können. Lediglich eins der Level, das als Übergang in den nächsten Akt fungiert wird erst freigeschaltet, nachdem wir die anderen Levels abgeschlossen haben. Die Reihenfolge der anderen Levels ist uns dann freigestellt, da jedes  dieser Level zum einen eine andere Spielmechanik und zum anderen einen in sich abgeschlossenen Handlungsstrang verfolgt.

 

Wir steuern dabei den Helden des Spiels, Flint Lockwood, durch unterschiedliche Areale in bester 3D-Jump n Run-Manier, doch das Spielprinzip wird durch unterschiedliche Gadgets und damit verbundene Spielmechaniken aufgebrochen. Flint hat insgesamt 5 unterschiedliche Gadgets im Repertoire von denen zu Beginn nur eins pro Level zur Verfügung steht, aber später auch eine Kombination und Wechseln notwendig ist, um das Ziel zu erreichen, Rätzel zu lösen oder Sammelobjekte zu finden. Die Mechaniken lassen sich im Spielverlauf auch aufwerten können und so zum Beispiel andere Wege freischalten oder Sammelobjekte finden können, die uns vorher verborgen geblieben sind, was zum wiederholten Spielen der Levels einlädt, was auch teilweise notwendig ist, wenn man alle Sammelobjekte finden und somit das richtige Ende des Spiels freischalten möchte. In jedem Level sind 30 Sammelobjekte versteckt, die wir finden müssen, um das Level komplett zu beenden und dadurch ein Puzzleteil für die Konstruktion der ultimativen Waffe freizuschalten. Denn nur mit dieser können wir dem wildgewordenen FKDSMDFR Einhalt gebieten. Auch wenn das zugegebenermaßen ein Weg ist die Spieler zum wiederholten Durchspielen der Level zu animieren, macht es dennoch sehr viel Spaß und sorgt auch für das ein oder andere Erfolgserlebnis, wenn wir ein kniffligeres und im Grunde optionales Rätzel gelöst oder einen versteckten Bereich gefunden haben, um an die letzten Sammelobjekte zu kommen.

 

Interessanterweise, was für Jump n Runs eher untypisch ist, lässt sich das Spiel sogar zusammen mit einem Freund im Couch-Co-Op spielen, bei dem ein Mitspieler die Rolle von Flint’s Affe Steve übernimmt, der sich ähnlich steuert und über die gleichen Gadgets verfügt. Dabei kann man jederzeit als Mitspieler ein- oder aussteigen aus dem Spiel, was wirklich gut funktioniert. Allerdings werden die Levels dadurch um einiges leichter, denn weder die Anzahl der Gegner, noch der Sammelobjekte wird auf Ein- oder Zweispieler angepasst und bleibt unverändert.

 

Von der technischen Seite ist das Spiel auch wirklich solide, wenn man es auch natürlich nicht mit einem Uncharted und Konsorten vergleichen kann, aber gerade in Sachen Lizenzspiele, die ja meist schnell zusammengebastelt werden, um von der Popularität der Vorlage zu profitieren, hebt es sich von der breiten Masse ab. Die Areale sind ziemlich unterschiedlich designed, die Charakteranimationen sind detailreich und das Spiel lauft insgesamt sehr flüssig. Zwar hätten man die Ladezeiten vor und nach jeder Mission bestimmt noch etwas optimieren können, aber diese sind noch auszuhalten. Da habe ich schon schlimmeres erlebt. Auch Soundtechnisch ist das Spiel solide, wenn es hier aber eine nervige Sache gibt, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Bei jedem Waffenwechsel, wie auch bei gewissen Aktionen lässt Flint einen thematisch-passenden Oneliner los. Wenn man in späteren Levels allerdings ständig damit beschäftigt ist Gegner auszuschalten und die Waffen zu wechseln, wiederholen sich die Oneliner immer wieder, was zugegebenermaßen in kürzester Zeit teuflisch zu nerven anfängt. Ich war gegen Ende des Spiels kurz davor den Ton auszuschalten und mit eigener Musik über die Anlage als Untermalung weiterzuspielen. Wenn das Spiel länger gewesen wäre, wäre es wahrscheinlich zu dieser Radikallösung gekommen, doch so lang ist das Spiel dann auch wieder nicht. Denn insgesamt ist man mit dem Spiel ungefähr 5-6 Stunden beschäftigt, was man natürlich in die ein oder andere Richtung beeinflussen kann, wenn man zum Beispiel einen Guide benutzt, oder komplett frei an die Levels herangeht.

 

Das Spiel bietet eine recht simple Achievement-Liste (oder analog auf der PS3 mit inhaltlich identischer Trophäenliste), die keine verpassbaren Erfolge enthält und bis auf ein paar Sammelobjekte, für die man seine Waffe upgraden muss, um diese zu erreichen, im Grunde in einem Durchgang zu erreichen ist.

 

Archivement- und Trophäenjäger sollten durchaus einen Blick riskieren. Hier wird man allemal besser unterhalten, als mit „My Name is Mayo“ oder „Litte Adventure on the Prairie“. Abseits davon ist das Spiel eher etwas für Fans des Films oder jüngere Spieler, die wahrscheinlich besonders im Co-Op Spaß mit dem Kampf gegen wildgewordene Lebensmittel haben werden.

 

NB@10.12.2018

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