Groß, größer, DUKE! – Der erste Controller der ersten Xbox macht seinem Spitznahmen wirklich alle Ehre, denn es ist wahrscheinlich der größte und klobigste Controller, den ich je in den Händen gehalten habe, weswegen er bereits nach kurzer Zeit im Leben der Xbox durch einen kleineren und somit massentauglicheren Controller, den „Controller S“ ersetzt wurde. Hier seht ihr dazu mal einen Größenvergleich:

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Dennoch hat der große Bruder seine Fans und hat sich mittlerweile schon fast zum Kultobjekt avanciert, was auch der Grund ist, warum er nun für die Xbox One (und Windows 10) nochmal neu aufgelegt wurde. – Ich war bereits ein Fan des ursprünglichen Duke und musste demnach nicht lange überlegen, dass ich mir diese Neuauflage auf jeden Fall mal ansehen muss…

Die Neuauflage ist zwar von Microsoft für Xbox One und Windows 10 lizensiert, aber wird von Hyperkin hergestellt und vertrieben, die bereits seit Jahren Konsolenzubehör und Klonkonsolen, wie die Retron-Reihe, die immer mehrere Modulschächte für Originalmodule verfügen, vertreiben. Da ich gerade mit dem „Retron 5“ etwas durchwachsene Erfahrungen gemacht habe. Generell mag ich diese Konsolen mit mehreren Modulschächten, da sie platzsparend sind, sich ohne Probleme an moderne TVs anschließen lassen und man dennoch seine Originalmodule spielen kann. Die Emulation war zwar nicht perfekt, aber ging meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung und auch optisch fand ich das Gerät recht ansprechend, wären da nicht anscheinend einige Probleme im Innerendes Systems. So kam es nämlich, dass meine Konsole ist bereits nach kürzester Zeit zwei Mal kaputtgegangen ist und ausgetauscht werden musste, bis ich sie auf Grund dessen dauerhaft gegen den „Retro Freak“ von Cyber Gadget ersetzt habe, der seitdem ohne erkennbare Probleme funktioniert. . – Immerhin heißt es ja bekanntlich, im Zweifel für den Angeklagten, denn ich kann schlichtweg auch einfach Pech gehabt haben und lasse mich daher unbefangen auf den neuen Controller ein, den ich nun in meinen Händen halten kann.

Er kommt in einer schicken Box, die neben dem eigentlichen Controller auch ein USB-Kabel und eine Anleitung enthält. Entgegen anderer Controller bei denen das Kabel allerdings nur zum Laden beigelegt ist, muss dieser Controller mit dem Kabel eingesteckt werden, denn es handelt sich um einen kabelgebundenen Controller ohne eingebaute Batterie und Funktechnologie. Der Controller ist also auch in dieser Beziehung etwas Oldschool, wo sonst fast jeder Controller kabellos daherkommt. Es ist zwar klar, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um eine Entscheidung zu Drücken der Kosten handelt, passt aber gerade zu diesem Controller der selbst ja quasi ein Relikt aus einer anderen Zeit darstellt. Ob das allerdings im Langzeittest noch praktikabel ist, wird sich erweisen.

Auf den ersten Blick sieht der Controller richtig toll aus und ist seinem direkten Vorbild sehr ähnlich, wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann, wo ich beide mal nebeneinander gepackt habe:

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Microsoft hat bei ihren Controllern schon immer sehr auf die Verwendung von guten Materialien und schöne kleine Details geachtet, die den Geräten einen edlen Touch verleihen. Seien es die Knöpfe aus durchsichtigem Acryl mit eingearbeiteten Farben und Symbolen auch einfach das fast edel-anmutende Plastik des Gehäuses, ein Punkt den Sony gerade in der Vergangenheit hat etwas schleifen lassen. Im direkten Vergleich muss man schon Mal ein Lob an Hyperkin aussprechen, denn sowohl von den Maßen her, wie auch von den verwendeten Materialien ist der Controller echt nah am Original dran und lässt dennoch keine modernen Erweiterungen vermissen.

  • LCD-Screen: Gleich zu Beginn mal die offensichtlichste Erweiterung, denn der erhabene Aufkleber mit dem Logo ist einem kleinen LCD-Screen gewichen, der beim Drücken den Startup-Screen der ersten Xbox Das braucht man zwar in keiner Weise, es hat auch wirklich keinerlei Mehrwert, aber schick ist es dennoch und befriedigt das Sammlerherz… Hier habe ich daher die Animation für euch mal aufgenommen:

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  • Zusätzliche Tasten: Da der Originalcontroller noch nicht über die zwei zusätzlichen Schultertasten verfügte, dieser aber heute Standard sind, wurden sie dezent eingearbeitet, damit auch dieser Controller zu 100% mit allen Spielen kompatibel ist…
  • Fehlende Slots: Da wir heute keine Slots mehr am Controller brauchen, um Rumble-Packs, etc. einzustecken, wurden die Slots weggelassen und sind einer schlichten Abdeckung mit der gleichen Maserung gewichen…
  • Kabel und Stecker: Der Anschluss an die Konsole erfolgt heute über USB und Micro-USB am Controller und die klobigen Stecker der ersten Xbox gibt es demnach nicht mehr. Allerdings ist hierbei auch noch anzumerken, dass hier die Hommage nicht perfekt ist, denn wo das neue Kabel schlicht in schwarz gehalten ist, war das Original doch in grün/grau mit einer leichten Transparenz und sah etwas schicker aus…

Aber abseits davon ist alles beim alten und der Controller liegt genauso gut/oder schlecht, je nachdem wie man es auch vom Original kennt, in der Hand. Hier ist Hyperkin auf Nummer sicher gegangen und hat im Grunde alles 1:1 nachgebaut, ohne sich, abseits vom LCD-Screen und die anderen kleinen Anpassungen, auf irgendwelche Experiment einzulassen. Die Steuerung über die Sticks funktioniert super, die Tasten und das D-Pad reagieren umgehend und alles wirkt sehr wertig. Und ich muss echt sagen, wenn man mit diesem „alten“ Controller neue Spiele spielt hat das schon etwas. Auf Grund des Kabels ist man zwar in seiner Bewegungsfreiheit etwas mehr eingeschränkt, aber ich spiele eh im Sitzen von der Couch aus und da stellt das kein wirkliches Problem dar. Und man muss auch bedenken, dass man für den Betrieb dann keine Batterien wechseln, bzw. Akkus laden muss, auch wenn man sich natürlich drüber streiten kann, ob der Controller dann überhaupt sein Geld wert ist, wenn er neben der Optik und ein paar schicken Modernisierungen nichts anderes bietet, als der normale Controller, der bereits der Konsole beiliegt.

Am Ende muss man sich die Frage stellen, ob einem die Nostalgie in diesem Fall wert ist, denn er kostet nicht weniger, als ein handelsüblicher Controller, sondern teilweise sogar mehr. Ich habe das gerade mal überprüft und normale Controller ohne spezielles Branding sind teilweise für 50 Euro zu bekommen, ausgefallene Farben oder Controller mit einem speziellen Branding kostet im Schnitt 10 bis 20 Euro mehr und dieser Controller ist momentan (heruntergesetzt) auf knapp unter 60 Euro. Für mich, der schon den alten Controller toll fand, ist das natürlich toller Fanservice, der sich an Nostalgiker und Sammler richtet, aber für alle anderen ist es wahrscheinlich nur ein „komischer und klobiger“ Controller…

NB@11.02.2019