PS4 Review: „The Ninja Saviors: Return of the Warriors“ #NinjaSaviors #NinjaWarriors

Das Remastern von Spielen scheint momentan ein Trend zu sein, wenn man sich die aktuellen Verkaufscharts so ansieht, wo sich mit „Resident Evil 3“ und „Final Fantasy VII Remake“ gleich zwei hochkarätige Neuauflagen tummeln. Doch abseits dieser AAA gibt es auch kleinere Spiele, die klammheimlich ein Remaster in der ein oder anderen Form bekommen, wie zum Beispiel der Brawler „The Ninja Warriors“ aus dem Jahr 1994, der in sich schon eine leicht erweiterte Portierung des gleichnamigen Arcade-Spiels darstellte. Nun ist wiederrum mit „The Ninja Saviors: Return of the Warriors“, bzw. “The Ninja Warriors Once again”, wie das Spiel in Japan heißt, nochmals eine umfassende Überarbeitung des Spiels auf PS4 und Nintendo Switch erschienen, die verspricht die Essenz der vorherigen Versionen beizubehalten und stellenweise zu erweitern, damit das Spiel auch heute noch so relevant ist, wie damals. Und da die Originalentwickler von damals, die heute als Natsume Atari, bzw. das Hauseigene Tengo Project firmieren an dem Projekt gearbeitet haben, sieht das per se schon ganz vielversprechend aus. Zumal man bereits mit „Wild Guns Reloaded“, der Neuauflage des tollen Shooters „Wild Guns“, sehr viel Liebe zum Detail bewiesen hat, wenn es um Neuauflagen ihrer Spiele geht. Meine Erwartungen sind also entsprechend hoch.

Gefährlich empfinde ich dabei den Namen der Reihe, zumindest was die westlichen Veröffentlichungen angeht, zu ändern, da damit im Vergleich zu anderen Reihen eher niedrige Wiedererkennungswert noch weiter reduziert wird. Doch dabei handelt es sich um eine bewusste Entscheidung, um sich von der seit einigen Jahren populären „Ninja Warrior“-TV-Show zu distanzieren, die wahrhaftig gar nichts mit dem Spiel gemein hat. Und so hat man sich dazu entschieden aus den „Warriors“ „Saviors“ werden zu lassen und lediglich die Essenz des „Ninja“ beizubehalten. Denn Ninjas waren in den ausgehenden 80ern und beginnenden 90ern durch Actionfilme wie „American Ninja“ oder auch die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ die Versinnbildlichung der Coolness und der tollen Typen. So ist es auch wenig verwunderlich, dass sich auch etliche Spiele davon anstecken ließen, wo die Shinobi– und Ninja Gaiden-Reihe wahrscheinlich zu den prominentesten Vertretern gehören. Gerade für westliche Spieler waren die oftmals vermummten Schattengestalten mit ihrer mysteriösen Aura, dem neuen und unbekannten Arsenal an Waffen und ihren Kampftechniken einfach zu verlockend. 

Allerdings bringt „The Ninja Saviors: Return of the Warriors” einige einzigartige Elemente mit sich. So ist das Spiel in der nahen Zukunft im Jahr 1993 (!!!) angesiedelt. Die USA sind zu einem totalitären System unter der Führung ihres Machthungrigen Präsidenten geworden. Die Gesellschaft liegt in Trümmern und bewegt sich jede Minute näher zum totalen Kollaps. Als letzte Bastion legt der kleine Wiederstand alles auf eine Karte und erschafft ein Team von Cyborg Ninjas, die alles richten sollen. Sie sind die letzte Speerspitze im Kampf gegen die Tyrannei und werden daher die „Ninja Saviors“ genannt… Uns stehen dafür insgesamt 5 unterschiedliche Charaktere zur Verfügung, von denen allerdings 2 erst freigeschaltet werden müssen. Anfänglich haben wir daher die Wahl zwischen „Ninja“, dem Tank der Gruppe, der zwar langsam unterwegs ist aber dafür sowohl viel Schaden einstecken, wie auch austeilen kann. Weiter gibt es den agilen „Kamaitachi“, der das absolute Gegenteil darstellt. Er ist überaus agil und kann dafür aber weniger Schaden einstecken und austeilen. Das perfekte Mittelmaß bildet „Kunoichi“, die am ehesten wie ein klassischer Ninja daherkommt, wenn man davon absieht, dass sie einen pinken Kampfanzug trägt und ihr langer blonder Zopf herausschaut. Gerade Newcomer sind mit ihr wahrscheinlich am besten beraten, da sie meiner Meinung nach am besten ausbalanciert ist. Weiter gibt es noch die freischaltbaren „Yaksha“, einen weiblichen Cyborg mit einem kraftvollen Metall-Tentakel und einen riesigen Mecha namens „Raiden“, die man freischaltet, wenn man das Spiel einmal abgeschlossen hat. Dabei empfiehlt es sich auf jeden Fall die unterschiedlichen Charaktere alle einmal auszuprobieren, denn jeder Charakter bringt seine eigenen Skills, Sonderattacken, sowie eine Kombination aus modernen und klassischen Waffen und Kampffähigkeiten mit.

Das Spiel erstreckt sich dann über insgesamt 8 Levels von unterschiedlicher Länge, die jeweils mit ihrem eigenen Setting, sowie Zwischen- und Endbossen aufwarten. Das Gameplay ist dabei als Sidescroller-Beat-em-up-Hybrid zu klassifizieren und setzt stark auf Nahkampfangriffe, wobei unterschiedlich Starke Angriffe auch zu Kombos und Spezialangriffen zusammengefügt werden können. Zusätzlich gibt es noch Sonderattacken, die an einen Battery-Meter (unsere Protagonisten sind ja immerhin Roboter) in der unteren Bildschirmhälfte gekoppelt sind. Dabei gibt es kleinere Spezialmoves, die nur einen Teil des Balkes verbrauchen und solche, die den kompletten Balken verwenden, aber dafür auch alle Gegner auf dem Bildschirm massiv schädigen. Der Balken lädt sich über Zeit, wie auch für besonders gut ausgeführte Angriffe auf und leert sich bei Gegnertreffern, was eine gewisse taktische Komponente mit sich bringt, ob man den Balken aufspart oder einsetzt, bevor man getroffen wird. Auch wenn das Spiel in Sachen Umfang mit seinen 7 Levels eher überschaubar anmutet, so versucht das Spiel diesen Malus mit einem höheren Schwierigkeitsgrad auszugleichen, der sicher nichts im Vergleich zu modernen Hardcore-Games, wie „Nioh 2“ ist, aber stellenweise schon echt ziemlich hart sein kann. Aber da gibt es ja einen Trick: Den zweiten Spieler. – Nur leider geht dieser bei „The Ninja Saviors: Return of the Warriors“ ziemlich nach hinten los, da sich beide Spieler den gleichen Lebensbalken teilen und wenn einer stirbt heißt es dennoch „Game Over“.

Technisch macht das Spiel alles richtig. Die Animationen des Originals wurden aufgegriffen und weiterverarbeitet. Der Bildschirmausschnitt wurde vergrößert und auf 16:9 optimiert, ohne dass das Bild einfach gestreckt wurde und insgesamt wirkt das Spiel daher wirklich wie aus einem Guss. Die Sprites sehen toll aus, die Animationen sind vielschichtig und die Hintergründe strotzen nur vor Details. Gerade wenn man das Original kennt fallen einem Dabei die vielen kleinen Verbesserungen auf, die das Spiel auf eine Ebene mit modernen Neo-Retro-Spielen à la „Blazing Chrome“ heben. Die Kollegen von Hardcaoregaming101 haben dem Vergleich der Versionen einen tollen Beitrag gewidmet, den ich euch gerne hier verlinke. Auch die Soundkulisse weiß zu gefallen, denn nicht nur ist neue Soundtrack, der eine Art Remix der vorherigen Versionen darstellt, wirklich gut geworden, aber es gibt sogar die Möglichkeit die kompletten Soundtracks aus der Arcade, wie auch vom SNES freizuschalten, auch wenn man leider anmerken muss, dass das neben den neuen Charakteren das einzige Bonusmaterial ist. Denn eine Galerie mit Konzeptgrafiken, den unterschiedlichen Box-Arts, etc. sucht man leider vergebens. Ich verstehe das persönlich immer gar nicht, warum man sowas immer außer Acht lässt, zumal die Originalentwickler am Werk gearbeitet haben und daher auf jeden Fall noch Zugriff auf viele dieser Assets haben sollten. Weiter wird es bestimmt einige Leute stören, dass der Co-Op ausschließlich offline funktioniert, der zum Beispiel beim ähnlich gelagerten „Capcom Beat ’em up Bundle“ richtig Spaß gemacht hat.

Insgesamt hatte ich mit dem Spiel wirklich Spaß, auch wenn mir im Anbetracht des Umfanges der reguläre Preis von 20 Euro etwas zu hoch erscheint, besonders wenn man bedenkt, dass man das Original für weniger als die Hälfte bekommt. Sammler greifen allerdings ohnehin eher zum Retail-Release, der für ein paar Taler mehr mit auf Disk gepresst und mit Wendecover, gedruckter mehrsprachiger Anleitung, Mini-Poster und Aufklebern daherkommt. Alle anderen warten besser auf einen Sale des Spiels, das man aber dennoch nicht unbedarft abschreiben sollte, da es zwar primitiv aussehen mag, aber durch seine unterschiedlichen Charaktere und ein überraschend vielschichtiges Kampfsystem dennoch weiß zu unterhalten.

Entwickler:      Natsume Atari / Tengo Project

Publisher:        Inin Games / Taito

Erhältlich auf:  PS4, Nintendo Switch

NB@21.04.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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