PC Review: „Delores: A Thimbleweed Park Mini-Adventure“ #ThimbleweedPark #Delores

Adventure-Legende Ron Gilbert, der federführend für Klassiker des Genres, wie „Maniac Mansion“, „The Secret of Monkey Island“ und „Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge“ mitgearbeitet hat und als Erfinder der berühmten Script Creation Utility for Maniac Mansion, bzw. kurz SCUMM, gilt, meldet sich mit einem besonderen Geschenk aus der Quarantäne. Denn aus Langeweile hat er ein Mini-Adventure zusammengebastelt, das ab sofort gratis zum Download zur Verfügung steht: „Delores: A Thimbleweed Park Mini-Adventure“

Dabei handelt es sich um ein Zusatzkapitel zum 2017er Retro-Adventure „Thimbleweed Park“, das uns in den Rollen verschiedener Protagonisten durch die verschlafene Kleinstadt Thimbleweed Park führte, um einen mysteriösen Mord aufzuklären. Das Spiel wurde seinerzeit auf Kickstarter finanziert und wurde einer der ersten wirklich großen Erfolge auf der Crowdfunding-Plattform. Dabei war es eindeutig eine „versoftete“ Reminiszenz an das, was Point & Click-Adventures von Lucas Arts, bzw. davor Lucasfilm Games ausgemacht hatten und zog massive Inspiration von Mystery-Serien, wie „Akte X“, „Twilight Zone“ und „Twin Peaks“.

Auch wenn man laut Aussagen von Ron Gilbert das Hauptspiel nicht unbedingt gespielt haben muss, was ich zwar prinzipiell unterschreiben würde, bekommt man viele Anspielungen in den Gesprächen nicht mit. Und zumindest an einer Stelle wird das überraschende Ende des Hauptspiels angedeutet, das man auf jeden Fall selbst erleben sollte, sofern man noch vor hat das Hauptspiel zu spielen. Im Gegensatz zu Hauptspiel, wo wir insgesamt 5 unterschiedliche Charaktere gesteuert haben, steuern wir in „Delores: A Thimbleweed Park Mini-Adventure“ nur einen Charakter, die Titelgebende Delores. Die Handlung ist im Jahr 1988, knapp ein Jahr nach dem Beginn des Hauptspiels angesiedelt und obwohl Delores mittlerweile eine aufstrebende Adventure-Entwicklerin ist, versucht sie sich als Fotojournalistin noch ein kleines Zubrot zu verdienen.

Wirklich viel Story gibt es im Spiel nicht, da es ursprünglich mehr als eine Art Tech-Demo gedacht war, die Gilbert verwenden wollte, um die neue Engine zu testen. Auf Grund von Langeweile in der Quarantäne hat er dann aber kurzerhand ein Mini-Adventure draus gemacht, das dabei auf Assets und Soundeffekte des Hauptspiels zurückgreift. Die neue Engine verzichtet auf die klassische SCUMM-Leiste, bei der dauerhaft eine Liste an Verben und ein Teil des Inventars eingeblendet ist, damit mehr vom Bildschirm sichtbar ist. Immerhin hat die klassische Ansicht knapp ein Drittel des Bildschirms geschluckt. Jetzt wird unser Inventar am unteren Bildschirmrand dargestellt und wir haben unterschiedliche Arten der Interaktion mit der Spielwelt. Zum einen wird durch einfaches Anklicken eines Hotspots eine vordefinierte Aktion durchgeführt, was in den meisten Fällen „Schaue“, oder bei Türen „öffne“ ist. Zusätzlich lässt sich für jeden Gegenstand ein Kontextmenü öffnen, das weitere Möglichkeiten der Interaktion auflistet.

Das Spiel beginnt damit, dass Delores ihren Nebenjob als Fotojournalistin antritt. Wir bekommen eine Kamera und eine teilweise recht kryptische Liste an Dingen, die wir bildlich festhalten sollen, um die Journalistin der ortsansässigen Zeitung zu unterstützen. Darauf werden wir in die Spielwelt entlassen und können diese frei erkunden, wobei nur ein kleiner Bereich des Hauptspiels zur Verfügung steht und andere Bereiche abgesperrt sind. Nebst der Zeitung können das Rathaus, das Diner, die Post, den Buchladen, den Supermarkt, den Aussichtspunkt und die verbindenden Straßen erkunden, um unsere Aufgabenliste abzuarbeiten. In gewohnter Weise können wir dabei mit Leuten Sprechen, mit allem Möglichen interagieren und müssen auch das ein oder andere kleinere Rätsel lösen, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Sogar die Pixelgroßen Staubkörner kann man wieder sammeln, auch wenn diese im Vergleich zum Hauptspiel nicht mit einer Trophäe entlohnt werden. Haben wir die 5 geforderten Fotos gemacht bringen wir diese zurück zur Zeitung und das Spiel endet.

Wobei man aber der Vollständigkeit halber erwähnen muss, dass das Spiel durchaus zu erneutem Durchspielen einlädt, da es insgesamt 30 Fotos zu machen gilt, von denen wir pro Durchgang 5 als Aufgabe bekommen. Sind die Fotos beim ersten Durchgang noch recht simpel, so steigt die Herausforderung bei erneuten Durchgängen an und erfordert teilweise sogar mehrschichtige Rätsel, um an die Lösung zu kommen. Man sollte das Spiel also nicht nach einem Durchgang zur Seite legen. Ein Durchgang hat dabei jeweils eine ungefähre Spielzeit von einer Stunde, je nachdem wie gut man sich bereits in der Welt auskennt und die gut man im Kombinieren der Hinweise ist, die uns das Spiel zur Identifizierung der Fotos gibt.

Insgesamt unterhält das Mini-Adventure wirklich und gut und ist eine nette Gelegenheit nochmal in die skurrile Welt von Thimbleweed Park zurückzukehren. Die neue Engine ist eine gute Weiterentwicklung, auch wenn die komplette Verbliste, wie sie im Hauptspiel verwendet wurde aus nostalgischen Gesichtspunkten natürlich auch ihren Charme hatte. Natürlich merkt man auch, dass es sich um ein kleines Nebenprojekt handelt, denn so sind die die immer noch gut geschriebenen Texte leider nicht vertont und können ausschließlich gelesen werden, was aber sonst bestimmt den Rahmen gesprengt hätte. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass es sich auch um ein komplett gratis erhältliches Spiel handelt, das sowohl auf Steam, wie auch im Epic Games Store verfügbar ist.

Entwickler: Terrible Toybox

Publisher: Terrible Toybox

Erhältlich auf: PC

NB@14.05.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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