PS4 Review: „Shantae and the Seven Sirens“ #Shantae #ShantaeAndTheSevenSirens

Ich bin seit Jahren ein bekennender Fan der Shantae-Reihe, die trotz ihrer eher kindlichen Optik sich als dennoch überraschend vielschichtige Metroidvania-Spiele positionieren. Und nun ist der insgesamt 5. Teil der Reihe, nach ausgelaufener Zeitexklusivität für Apple Arcade, endlich auch auf PC und Konsolen erhältlich. Dennoch drängt sich die Frage auf, ob das Spiel mit den anderen Teilen mithalten kann, wenn es bewusst so konzipiert wurde, dass es auch auf mobilen Endgeräten funktioniert. Dankenswerterweise hat mir WayForward eine Review-Version zur Verfügung gestellt, um das heraus zu finden. Einen Einfluss hat das aber selbstverständlich nicht auf die Berichterstattung.

Und um den Gleichgesinnten eine Befürchtung gleich zum Beginn zu nehmen: Man merkt im Grunde nichts von den Wurzeln der Erstveröffentlichung als „Mobile Game“. Ganz im Gegenteil, denn das Spiel ist mindestens genauso umfangreich, wenn nicht gar noch größer und abwechslungsreicher, wie seine Vorgänger. Wir finden uns dieses Mal in einem komplett neuen Setting wieder, denn nach den vorherigen Abenteuern haben sich Shantae eine Auszeit redlich verdient. Diese verschlägt die Gruppe auf die Insel Paradise Island, wo zeitgleich das Half-Genie-Festival stattfindet, was somit der perfekte Platz zum Entspannen zu sein scheint. Doch natürlich kommt alles anders, als geplant und eine unbekannte Bedrohung entführt alle Halb-Genies, abseits von Shantae.

Von dort an ist es an unserem Lieblings Halb-Genie sich an die Rettung der entführten Genies zu machen und herauszufinden, was auf der Insel genau vor sich geht. Das führt Shantae auf die entlegensten Punkte der Insel, bis tief darunter auf den Meeresgrund, komplexe Höhlensysteme, versteckte Labors, ein Geisterschiff und fiese Dungeons. Dabei bekommen PC- und Konsolenspieler von Anfang an das komplette Spiel, wo hingegen die Veröffentlichung auf Apple Arcade in Episodenform stattgefunden hat und bieten entgegen der früheren Spiele mehr Abwechslung und neuartige Mystery-Elemente.

Am Spielprinzip selbst hat sich allerdings nicht viel geändert. Wir starten recht schwach und mit überschaubaren Fähigkeiten in ein Abenteuer, bei dem wir uns frei über die Insel bewegen können. Geleitet werden wir dabei von teilweise recht kryptischen Missionsbeschreibungen und der „natürlichen Begrenzung“ durch unsere Fähigkeiten. Wie es bei Metroidvanias üblich ist stoßen wir an alle Ecken und Enden an Stellen, an denen wir für den Moment nicht weiter kommen, weil uns Fähigkeiten und Upgrades fehlen, die wir aber durch den Spielfortschritt nach und nach freischalten. Kehren wir dann später an diese Bereiche zurück eröffnen sich neue Wege und die verzahnte Spielwelt öffnet sich immer weiter.

Diese Upgrades schalten wir immer frei, wenn wir einen entführten Halb-Genie befreit haben und dieser seine Fähigkeiten mit uns teilt, was für eine gewisse Beständigkeit im Progress sorgt und uns genug Zeit gibt uns mit den neuen Mechanikern anzufreunden. An dieser Stelle muss man allerdings anmerken, dass logischerweise einiges an Backtracking im Spiel zu finden ist und auch nicht immer ganz klar ist, wo man hin muss, um im Spiel weiter zu kommen, da die Hinweise selten über „Man munkelt es gäbe im Osten ein geheimes Dorf im Wald“ hinausgehen und in der Karte zwar eingezeichnet ist, wo es prinzipiell weitergehen könnte, aber nicht so man welche Fähigkeit braucht. Jedoch werden die meisten Wege durchaus belohnt, denn es gibt viel Verstecktes zu entdecken.

Neben den Fähigkeiten, die kann durch den Spielfortschritt freischaltet gibt es auch optionale Upgrades, die man durch gefundene Herz-Quallen und Edelsteine kaufen kann. So können wir unseren Lebensbalken ausbauen und unser Waffenarsenal durch diverse Zauber erweitern, die wir per Knopfdruck aktivieren können, die aber nicht von langer Dauer sind, aber uns besonders bei den vielschichtigen Bossen sehr hilfreich sein können. Weiter gibt es noch ausrüstbare Monsterkarten, die an die Scherben aus „Bloodstained: Ritual of the Night“ erinnert. Besiegte Gegner lassen zufällig Karten mit ihrer Essenz fallen, die wir sammeln und ausrüsten können, um die Fähigkeit des Gegners für uns einzusetzen. So können wir beispielsweise schneller kriechen, sind immun gegen bestimmte Angriffe, oder können mehr Schaden austeilen/einstecken.

Technisch macht das Spiel eine gute Figur, wartet mit schicken Animationen auf und verfügt über überraschend viele hochwertig produzierte Cutscenes. Neben einem ausführlichen Intro, das mit einem Song wie der Opener einer Zeichentrickserie wirkt, gibt es vor jedem Boss eine animierte Einführung. Es ist nur schade, dass diese hochwertige Inszenierung nicht flächendeckend gehalten wird, da die Gespräche nur teilweise vertont sind und man relativ viel lesen muss. Das ist zwar nichts Neues, aber trübt immer wieder das Gesamtbild. Weiter gibt relativ viele Ladezeiten, die alle paar Bildschirme bei Wechsel auf den nächsten Screen das Spielgeschehen durch ein Schwarzbild mit einer kleinen tanzenden Shantae unterbrechen. Anfangs fällt das nicht weiter auf, da man sich relativ langsam von Bildschirm zu Bildschirm vorkämpft, Gegner besiegt und Rätsel löst, doch hat man erst einmal große Bereiche der Insel freigeschaltet und muss relativ weite Strecken zurücklegen, um mit einer neuen Fähigkeit zu einer bestimmten Stelle zu kommen, nerven die Unterbrechungen leider ziemlich.

Insgesamt hatte ich aber dennoch viel Spaß mit dem Spiel und konnte den Controller buchstäblich erst zur Seite legen, als ich das Spiel  (und die Karte) zu 100℅ abgeschlossen hatte. Das Spiel ist ein würdiger Eintrag in der Reihe und wartet dabei mit neuen charmanten Mechanikern und einer ziemlich großen und abwechslungsreichen Spielwelt auf. Einzig die stellenweise fehlende klare Richtung und die Ladezeiten trüben das Spielgefühl etwas. Die Wurzeln aus „Mobile Game“ sind, abseits von stellenweise inflationär aufkommenden Speicherpunkten und einem eher moderaten Schwierigkeitsgrad, nicht mehr erkennbar und „Shantae and the Seven Sirens“ ist der bisher beste und ausgereifteste Teil der Reihe, die hoffentlich auch in Zukunft relevant bleiben wird.

Entwickler: WayForward

Publisher: WayForward

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@12.06.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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