Switch Review: „What the Fork“ #WhatTheFork

Spiele, bei denen das Spiel mit anderen Mitspielern zum Handicap wird, gibt es immer noch zu wenige. Dabei ist nichts spaßiger, als laut grölend, eventuell auch mit dem einen oder anderen alkoholischen Erfrischungsgetränk, mit mehreren Mitspielern zu spielen. Spiele wie die Overcooked-Reihe, oder auch das herrlich-abstruse „Heave ho“ haben nicht ohne Grund eine große Fangemeinde. Und nun gibt es mit „What the Fork“ einen neues Spiel dieser Kategorie, das mir dankenswerterweise kostenfrei für ein Review überlassen wurde, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

Neben dem Baggern, Sattelschleppern und Kränen zählen zweifelsohne auch Gabelstapler zu den Fahrzeugen von denen viele interessiert, wie sie sich steuern. Zumindest virtuell kann man das in einem Geschicklichkeits- und Party-Spiel „What the Fork“ vom kleinen deutschen Entwicklerstudio Bit2Good erkunden, das dabei große Inspiration von den Overcooked-Spielen zieht, auch wenn man dabei statt Kochlöffeln mit Gabelstaplern und Kisten rangiert.

(c) Bit2Good

Unser Auftrag, den wir vom Boss Fork, dem Äquivalent des Zwiebelkönigs, erhalten ist im Grunde recht simpel, doch unsere Umsetzung und das Zusammenspiel mit anderen spielten erweist sich als Herausforderung. Denn wir sollen mit unserem Stapler einfach Kisten in Lkws packen, um mit der Konkurrenz, die per Drohne liefert, mithalten zu können. Und der Konkurrenzkampf soll für alle mal als Wettkampf entschieden werden und wer am Ende mehr Pakete verfrachtet, bekommt das gesamte Geschäft. Alles in allem zwar eher unspektakulär, aber dennoch ist es schön, dass man immerhin eine Rechtfertigung gefunden hat uns Kisten verladen zu lassen. Boss Fork meldet sich dabei immer wieder zu Wort und versucht so viele Wortspiele in die Gespräche einzubauen, was auch den Titel des Spiels erklärt.

(c) Bit2Good

Im Storymodus erkunden wir über eine Oberwelt-Karte, die wir auch mit unserem kleinen Gabelstapler befahren, und können die Levels auswählen. Davon gibt es insgesamt 30 Stück, die sich über unterschiedliche Welten, wie Stadt, Wilder Westen, bis hin zu Mittelalter erstrecken, aber größtenteils rein optische Veränderungen mit sich bringen, die aber wirklich schön abwechslungsreich und detailliert sind. Um ein Level zu beenden müssen wir bestimmte Vorgaben erfüllen, die gleichzeitig auch die folgenden Levels freischalten.

(c) Bit2Good

Allerdings wird das Solo-Spiel nicht nur schnell eintönig, sondern auch ziemlich anspruchsvoll. So reicht es am Anfang noch Kisten aufzuheben und wenige Meter weiter in einen Lkw zu legen, doch schnell müssen wir mit mehreren farbig-kodierten Kisten und Lkws und Hindernissen in der Map umgehen, die es erforderlich machen zwischen zwei Staplern hin- und her zu wechseln. So müssen wir beispielsweise die Kisten über einen Zaun werfen, damit der andere Stapler sie aufheben kann, oder gar damit zwischen unterschiedlichen Ebenen jonglieren. Und auch wenn das Ziel in der Regel klar ist, so hapert es meist an der Umsetzung und dem ständigen Umdenken.

(c) Bit2Good

Doch was Solo frustet sorgt im Co-Op für feuchte Augen, denn hier müssen mehrere Spieler versuchen ihre gemeinsamen Aufgaben zu lösen, was schnell in planlosem Chaos endet, denn hier ist der Faktor Mensch eindeutig das Handicap. Denn auch wenn die Steuerung der Gabelstapler sich auf wenige Eingaben, wie die Fahrtrichtung, Gabel hoch und runter, greifen und einem Boost beschränkt. Doch immer wieder warten die Maps mit kleinen Fallen, Sprungbrettern, Eisflächen, usw. auf, die es von uns erfordern uns darauf anzupassen, um das gemeinsame Ziel für alle Spieler zu erreichen. Und am Ende zählt nur die Anzahl der Pakete in der vorgebenden Zeit…

(c) Bit2Good

Spielen lässt sich „What the Fork“ sowohl kooperativ, wie aber auch kompetitiv mit bis zu vier Spielern an einer Konsole, was in der Switch-Version durch die Joycons überaus leicht von der Hand geht. Jeder Spieler braucht nur einen Joycon und der Spaß kann losgehen. Ein Online-Modus steht dabei nicht zur Verfügung, wäre wahrscheinlich aber auch nicht das gleiche. Wie schon in Story Modus besteht die Möglichkeit, dass mehr Stapler, als Spieler zur Verfügung stehen, was aber eher den Spielspass trübt, da das wechseln irgendwie etwas harkelig und ungelenk ist. Das lässt sich aber natürlich auch ausstellen. Im Direktvergleich mit Overcooked sind zwar weniger Absprachen notwendig, da die einzelnen Aufgaben eben weniger Zwischenschritte haben, doch das soll nicht heissen, dass der Umgangston, besonders mit der richtigen Truppe, nicht auch mal härter und lauter werden kann, was aber durchaus ein Teil der Erfahrung ist, wenn man doch eigentlich nur „seine Pakete abliefern möchte“…

(c) Bit2Good

Insgesamt hatte ich mit „What the Fork“ wirklich Spaß. Es handelt sich um einen liebevollen Overcooked-Klon, der auf Grund des Gabelstapler-Themas schätzungsweise eher die männliche Spielerschaft ansprechen soll, was zumindest bei mir und meinen Freunden durchaus der Fall war. Das Spielprinzip ist simpel und leicht zu erlernen, bietet aber durchaus mit seinen ausgefeilten Hindernissen und Herausforderungen in den Maps auf den zweiten Blick mehr Tiefgang. Im Vergleich zu Overcooked ist es auf Dauer, und gerade Solo aber schnell monoton, oder gar mit dem hin- und herwechseln zwischen verschiedenen Staplern stellenweise frustrierend. Doch die Story, die zweifelsohne auch nicht der Hauptfokus war, ist eher als ein ausgedehntes Tutorial für diejenigen zu sehen, die ihren Freunden zeigen wollen, wo der Hammer hängt, in dem was eindeutig das Hauptaugenmerkt war: Der Co-Op, der damit nicht nur einiges wieder wett macht, sondern gerade mit Freunden zu (freundschaftlichen) Wutanfällen und Lachkrämpfen führen kann.

Entwickler: Bit2Good

Publisher: Bit2Good

Erhältlich auf: PC, Nintendo Switch

NB@13.11.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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