PS5 Review: „Uncharted: The Lost Legacy [The Legacy of Thieves Collection]“ #UnchartedTheLostLegacy

Nachdem wir uns bereits letzte Woche mit dem ersten Bestandteil der „Uncharted: The Legacy of Thieves Collection“, namentlich „Uncharted 4: A Thief’s End“ beschäftigt haben, widmen wir uns heute noch dem Spin-Off, „Uncharted: The Lost Legacy„, das chronologisch an den vierten Teil anknüpft. – Ursprünglich wurde das Spiel 2017 und damit knapp ein Jahr nach dem vierten Teil, mit dem Entwickler Naughty Dog es in meinen Augen geschafft Formel der Reihe zu perfektionieren: Gut geschriebene Charaktere, witzige Dialoge, fordernde Shootouts, Rätzeleinlagen und ein insgesamt runder Abschluss der Geschichte um den Abenteurer Nathan Drake und seine Freunde. Doch auch wenn das Spiel der Abschluss der Geschichte um Nathan Drake sein sollte, wurde gleich nach Veröffentlichung ein Story-DLC angekündigt, der zwar nicht von Nathan Drake handeln, aber die Geschichte von Uncharted fortsetzen sollte, denn Uncharted bedeutet laut den Entwicklern nicht zwangsläufig Nathan Drake, auch wenn dieser bislang in allen Teile der Reihe die Hauptfigur gewesen ist.

Doch ein Uncharted ohne Nathan Drake? Kann das gut gehen? – Nun ist es endlich soweit und der angekündigte Story-DLC ist verfügbar, auch wenn in der Zwischenzeit nicht mehr als DLC, sondern als eigenständiges Spiel. Die Entwickler begannen an ihrem Story-DLC zu arbeiten und mussten im Verlauf ihrer Arbeit feststellen, dass das erarbeitete umfangreich genug für eine Solo-Veröffentlichung und Story-technisch nicht stark genug mit Teil 4 verwurzelt ist, um es nur in Verbindung damit spielen zu können. Aus diesem Grund ist das Spiel dann losgelöst, als eigenständiges Spiel veröffentlicht worden. Auch wenn zu Beginn die Abwesenheit von Nathan Drake schon fast etwas Essenzielles vermissen lässt, ist dieses Gefühl nach eine kurzen Eingewöhnungszeit verflogen und die charmante, wie auch schlagfertige Protagonisten Chloe Frazer füllt diese Leere sehr gut, zumal sie den Kennern der Serie ja auch nicht unbekannt sein sollte. Aber ich greife damit schon etwas vorweg, denn um was geht es eigentlich in „The Lost Legacy“ und wie verhält es sich im Vergleich zu den Vorgängern?

Die Geschichte setzt in etwa ein Jahr nach dem Ende von Teil 4, jedoch vor dem Epilog der Geschichte, ein und erzählt dabei eine in sich geschlossene Geschichte, die vollkommen losgelöst von den anderen Teilen der Reihe ist. Es  gibt zwar einige Anspielungen auf andere Teile der Geschichte, Nathan Drake, seinen Bruder Sam und weitere Elemente, aber es ist nicht zwingend notwendig auch nur ein anderes Uncharted-Spiel gespielt zu haben, obwohl einem damit einige großartige Spiele entgangen sind, versteht sich… – Jedoch sind unsere Protagonisten, bzw. Protagonistinnen für Fans der Reihe keine Unbekannten, sondern um Charaktere, die man bereits aus anderen Teilen kennt: Dabei handelt es sich um die bereits erwähnte Chloe Frazer eine Abenteuerin, die bereits eine prominente Rolle in „Uncharted 2: Among Thieves“ inne hatte und die Söldnerin Nadine Ross, die in „Uncharted 4 – A Thief’s End“ als Unterstützung des Antagonisten fungiert hatte.

Diese beiden starken Charaktere verschlägt es nach Indien auf der Suche nach einem sagenumwobenen Artefakt, dem „Stoßzahn von Ganesha“. Doch wie es für Uncharted, und auch eigentlich alle anderen Abenteuerfilme und -Spiele von Indiana Jones bis Tomb Raider typisch ist, sind unsere beiden Protagonistinnen nicht die einzigen, die auf der Suche nach dem Artefakt sind, denn auch der skrupellose Warlord Asav möchte das Artefakt sein Eigen nennen und seine mystische Kraft für sich beanspruchen… Auch wenn diese Geschichte damit zunächst eher unspektakulär und straight forward anmutet, wartet die Handlung mit einigen überraschenden Wendungen und natürlich auch tollen Setpieces auf. Am Spielprinzip hat sich nichts grundlegendes geändert: Wir sehen unserem unseren Protagonisten in 3rd-Person-Ansicht und kämpfen uns immer noch in bester Covershooter-Manier durch unterschiedliche Areale, Klettern an Felswänden und lösen auf unserem Weg auch das ein oder andere Rätzel. Eine sinnvolle Neuerung ist allerdings, dass die Levelabschnitte insgesamt offener gestaltet sind und man dadurch auch manchmal mehrere Wege zum Ziel hat. Zusätzlich hat man in vielen Konfrontationen auch die Wahl, ob man diese kämpfend oder schleichend (oder eine Kombination der beiden Varianten) bewältigt. Das war in den Vorgängern eher selten möglich und ist hier eine wirkliche Alternative.

Wie man es aus Teil 4 kennt steuern wir dabei eine Chloe und Nadine begleitet uns, ist nicht spielbar und wird von der CPU gesteuert. Dabei werden die Handlungen an die unseren angepasst. Wenn wir uns in ein Feuergefecht begeben, begibt sich Nadine ebenfalls in Deckung und eröffnet das Feuer auf die Gegenspieler, wenn wir beschließen doch das hohe Gras zu schleichen und die Gegner lautlos auszuschalten, macht Nadine das ebenso. Diese Mechanik, wie auch viele andere Elemente wurde 1:1 aus dem Vorgänger übernommen: So gibt es auch wieder automatisch-gestartete Unterhaltungen während wir von A nach B laufen oder Optionale, die auf Knopfdruck an bestimmten Stellen aktiviert werden können. Und genauso wie Nathan und Sam haben auch Chloe und Nadine einen Enterhaken im Gepäck dabei, der für die Klettereinlagen verwendet wird. Doch Chloe hat sogar noch weitere Fähigkeiten mehr im Gepäck, denn sie kann im Gegensatz zu Nathan auch Schlösser knacken und sich analog zu Lara Croft auch mit Hilfe eines Messers an Wänden festhalten.

Aber kommen wir mal zur Technik, denn dabei findet man selbstverständlich die meisten Veränderungen im Vergleich zur ersten Veröffentlichung, auch wenn dieser schon stellenweise verdammt beeindruckend aussah. Das, was Naughty Dog da auf die Beine gestellt hat ist einfach toll. – Tolle Detailtiefe, überragende Charakteranimationen und super Lichteffekte dieses Mal dargestellt in 4K mit Raytracing und 30fps im Grafikmodus, oder wahlweise auch einer variablen Auflösung bei 60fps, was gerade bei den Kämpfen durchaus einen Unterschied macht. Zusätzlich verwendet das Spiel auch die Vorzüge des DualSense Controllers, unterstützt auch Aktivitäten und bietet so gut wie keine (erkennbare) Ladezeiten, hier hat man also wirklich einiges aus der Technik rausgeholt. Der Vollständigkeit halber muss aber auch hier erwähnt werden, dass im Vergleich zur Version auf der PS4 der Multiplayer fehlt, den sich das Spiel mit dem vierten Teil „geteilt“ hat und der sich bis heute noch immenser Popularität erfreut, weswegen diese Designentscheidung nicht ganz nachvollziehbar ist. Einzig was Lost Legacy von anderen Spielen der Reihe, wenn man von der Hauptfigur absieht, unterscheidet ist die Länge des Spiels.

Hierfür muss man aber bedenken, dass das Spiel ursprünglich als DLC geplant war. Die anderen Spiele der Reihe halten immer eine sehr umfangreiche Story aufgeteilt in über 20 Kapitel an vielen verschiedenen Orten bereit. Das unterscheidet sich hier ungemein, denn wir agieren mehr oder minder nur an einem umfangreichen Ort in Form eine freien Karte mit vielen Punkten/Bereichen für einzelne Missionen. Insgesamt ist das Spiel in 10 Kapitel aufgeteilt und bietet so eine ungefähre Spielzeit von 7-8 Stunden, die sich lediglich über den Schwierigkeitsgrad, oder die Sammelobjekte strecken lässt. – Gerade als Doppelpack mit den beiden Spielen gibt es in Bezug auf die Länge eigentlich nichts zu meckern, zumal die Sammlung durch eine günstige Upgrade-Funktion und einen Import des Savegames der alten Version, fast keine Wünsche offen lässt.

Denn wer einen der beiden Teile der Sammlung, sei es digital, oder auch auf Disk, sein Eigen nennt, der kann für schmale 10 Euro eine digitale Version beider Spiele in der Neuauflage erwerben. Hiervon ist lediglich die Version aus PlayStation Plus ausgenommen. Und wer sich fragt, ob der Saveimport auf Auswirkungen auf die Trophäen hat, dem kann ich bestätigen, dass zwar nicht alle, aber die meisten (und schwersten) Trophäen automatisch freigeschaltet werden, sofern man diese in der früheren Veröffentlichung freigeschaltet hat, versteht sich. So ist die Neuauflage auch etwas für Trophäenjäger. Doch selbst unabhängig davon kann das Urteil nur lauten: Wer das Spiel bisher nicht gespielt hat sollte das unbedingt nachholen. Dabei ist es fast unerheblich zu welcher man greift. Von der technischen Seite hat selbstverständlich das Remaster die Nase vorn. Naughty Dog hat für das erste Uncharted ohne Nathan Drake nochmal die Muskeln spielen lassen und holt alles aus dem vier Jahre alten Spiel heraus, was irgendwie geht. Eine absolute Empfehlung!

Entwickler: Naughty Dog

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf: PS5

NB@07.02.2022

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