Xbox Review: „Young Souls“ #YoungSouls

Spätestens seit Serien wie „Stranger Things“ hat das Genre des Abenteuers mit Kindern, wie es sie in den 80ern zu Hauf gab, ein wahres Revival erfahren. Und das lässt sich durchaus auch auf „Young Souls“, das neue Action-RPG vom kleinen französischen Studio 1P2P, das von Publisher The Arcade Crew herausgebracht wird, die sich in der Vergangenheit mit Spielen wie „Infernax„, „Kunai“ und „Blazing Chrome“ einen Namen für ein gutes Gespür für ihre Spiele gemacht haben.

Wir spielen das Zwillingspaar Tristen und Jenn, die eines morgens eine schier schockierende Entdeckung machen müssen, nämlich dass unter ihrer Heimatstadt noch eine Gesellschaft von bösen Goblins lauert, die es Leid sind unter der Oberfläche zu Leben und sich daher auf einen Krieg mit den Menschen vorbereiten die Oberwelt einzunehmen. Dabei werden die beiden Teenager eher zufällig ins Geschehen herein gezogen, als ihr Ziehvater, genannt „Professor“, plötzlich verschwindet und sie in seinem Labor einen verborgenen Fahrstuhl in die Welt unter der Erde finden. Unten angekommen finden sie schnell heraus, dass Goblins und Menschen schon mehrfach in einem Konflikt befanden und dass ihre einzige Chance den Professor und die ganze Stadt zu retten ist, für das zu kämpfen, was ihnen lieb und teuer ist…

Auch wenn das Spiel anfangs eher wie ein Spiel für Kinder anmuten mag, so ist es dennoch stark an Erwachsene Spieler gerichtet, denn so schwarz und weiß die Geschichte anfänglich anmuten mag, ist sie nie keineswegs und es wird auch nicht dafür zurückgeschreckt tiefgründige Themen anzugehen. Und da die Teenager zusätzlich ziemlich viel fluchen, sollten sich Kinder das Spiel keineswegs als Vorbild nehmen. Das trägt zwar stellenweise zur Authentizität der Dialoge bei, hätte aber meines Erachtens nach auch getrost abgeschwächt, wenn nicht gar komplett weggelassen werden können. Es gibt in den Einstellungen aber auch eine Möglichkeit das auszuschalten, der Standard ist allerdings mit unzensierten Schimpfworten.

In Sachen Gameplay vereint das Spiel gleich mehrere Genres: Zum einen gibt es eine Oberwelt, die wir nach den ersten Missionen, die eher als Tutorial fungieren, relativ frei erkunden können. Dieses Hub ist RPG-typisch angelegt und besteht aus der Heimatstadt der Zwillinge, dem Anwesen des Professors und einigen weiteren Schauplätzen, die teilweise recht umfangreich ausfallen. Hier können wir mit NPCs interagieren, unsere Vorräte und Fähigkeiten verwalten, aber auch Missionen annehmen. Diese spielen sich meist in separaten Dungeons ab, wo da der zweite große Gameplay-Pfeiler deutlich wird, denn in Sachen Action ist das Spiel weniger RPG und eher ein reinrassiger Bradley, komplett mit Kombo-Ketten, Spezialattacken und Arcadiger Actionkost im Stile von Streets of Rage, River City Girls, oder Double Dragon, wobei dieser Vergleich fast am besten passt, da man ebenfalls Geschwister steuert.

Das Spiel lässt sich sowohl solo, aber auch komplett im Co-Op spielen. Spielt man alleine kann man jederzeit zwischen den Zwillingen hin- und verwechseln, wobei sich die Charaktere zwar ähnlich, aber nicht komplett gleich steuern und zusätzlich auch über unterschiedliche Attacken verfügen. Erfolgreiche Angriffe und vor allem Kombos füllen unsere Mana-Leiste auf, die für Spezialattacken genutzt werden kann. Zusätzlich liegt ein besonderer Fokus auf Konter-Angriffen, was beim Kampfsystem mehr Tiefgang verleiht, ohne dabei selbstverständlich so auszuufern, wie bei einem Souls-Game, wie zum Beispiel „Elden Ring„. Waffen und Ausrüstung teilen sich die Zwillinge und man kann sie verteilen, damit sie sich entweder ergänzen, oder ähneln, was beides seine Vor- und Nachteile hat. Ich habe als Beispiel Jenn lange im Spiel mit eher mit langsamen, aber dafür besonders starken Waffen, wie einem großen Breitschwert ausgestattet, wo hingegen Tristen mit zwei schnellen, aber eher schwachen Sais ausgestattet war. Jede Waffe kann darüber hinaus noch mit Elementareffekten ausgestattet werden, was eine gewisse taktische Komponente hinzugefügt.

Insgesamt handelt es sich bei „Young Souls“ wirklich um einen gelungenen RPG-Brawler-Hybrid, der viel Wert auf gut geschriebene Charaktere, eine interessante Spielwelt und einen ziemlich eigenen Artstyle legt. Einzig etwas unspektakulär ist die Anzahl der unterschiedlichen Gegnertypen, denn meist handelt es sich dabei nur um kleinere optische Variationen, die uns das Spiel als „neu“ versetzt. Doch das ist wahrhaft keine Seltenheit im Genre, weswegen ich es dem Spiel keineswegs negativ auslegen möchte, sondern es lediglich anmerken möchte. Das Spiel könnte zwar etwas länger sein, hat mich aber für die Spielzeit von knapp 10 Stunden so gut unterhalten, dass ich mir für die physische Version des Spiels von Limited Run Games für die Sammlung geordert habe, die sich aber momentan noch in Produktion befindet. Da das Spiel auch im Game Pass enthalten ist, sollten mindestens alle Abonnenten und generelle Fans des Genres einen Blick riskieren.

Entwickler: 1P2P

Publisher: The Arcade Crew

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@01.04.2022

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