PS5 Review: „The Last of Us Part I“ #TheLastOfUs #NaughtyDog

Lange Zeit war es lediglich ein Gerücht, bis wir es Mitte Jahres endlich offiziell angekündigt wurde und jetzt herausgekommen ist. Ich bin ein absoluter Fan der Reihe und war trotzdem nicht sicher, ob man ein Remake überhaupt braucht, zumal das zu Grunde liegende Spiel gerade mal neun Jahre alt ist, bereits ein verbessertes Remaster für die bis dato aktuelle Konsolengeneration erfahren hat und das Remake mit überaus happigen 80 Euro zu Buche schlägt.

Doch worum geht es eigentlich? – Die Tage der Menschheit scheinen gezahlt, als eine rätselhafte Pilzerkrankung friedliche Menschen in rasende Monster verwandelt. Die verbleibenden Menschen organisieren sich in unterschiedlichen Siedlungen, während die Natur den Großteil des Planeten zurückerobert. Zwanzig Jahre sind seit dem Ausbruch vergangen und Joel Miller, ein verbitterter Mann mittleren Alters, der beim Ausbruch seine Tochter verloren hat, trifft auf die Vierzehnjährige Ellie, die scheinbar immun gegen die Infektion zu sein scheint. Unfreiwillig begeben sich beide gemeinsam auf eine gefährliche Reise durch die USA. Was sie allerdings noch nicht wissen ist, dass Infizierte noch das geringste ihrer Probleme sein sollen…

Entwickelt von Naughty Dog bedient man sich Elementen der Hauseigenen Uncharted-Reihe, verabschiedet sich allerdings vom den überzogenen Setpieces, sowie den Onelinern und dem allgemeinen Augenzwinkern. Die Welt von „The Last of Us“ ist roh und brutal, die Action wuchtig und realistisch, Ressourcen sind rar und das Spiel erinnert mehr an Survival Horror, als Action. Auf Grund der Ressourcenknappheit ist es meistens eher das Bestehen offenen Kämpfen aus dem Weg zu gehen, Gegner entweder lautlos auszuschalten, abzulenken, oder komplett zu umgehen. Gepaart wird das mit einer emotionalen Achterbahnfahrt, die Maßstäbe für viele weitere Spiele setzen sollte und in 2022 nicht minder mitreißend ist, wie schon in 2013.

Wer das Original damals gespielt hat, wird sich im Remake gleich zu Hause fühlen, denn auch wenn das Spiel von Grund auf neu aufgebaut wurde, so ist es in vielen Belangen absolut identisch. Man verwendet das gleiche Grundgerüst, die gleichen Layouts, die gleichen Kamerawinkel, die gleiche Synchronisation und das gleiche Motion Capturing, wie schon in der vorherigen Version. Doch technisch verwendet man Technik und Möglichkeiten von „The Last of Us Part II„, was beide Spiele mehr wie aus einem Guss erscheinen lässt. So wurden die Charaktermodelle denen der Fortsetzung angeglichen, die Steuerung ist weniger harkelig, die Gegner-KI ist schlauer, es gibt keinen erkennbaren Unterschied mehr zwischen Zwischensequenzen und dem Spiel und die Ladepausen sind quasi nicht mehr existent.

Doch es gibt noch mehr, denn wie es sich für First Party-Titel gehört, werden nahezu alle Features der PS5 unterstützt: Adaptive Trigger beim betätigen der Abzüge, was sich besonders beim Bogen richtig toll anfühlt, haptisches Feedback, 3D Audio, das besonders über Kopfhörer richtig gut rüberkommt, Aktivitäten und Spielhinweise direkt über das UI der Konsole und unterschiedliche Grafikmodi. Wahlweise kann man das Spiel in 4K, 60fps, mit HDR, Raytracing und wer die Möglichkeit hat kann sogar einen 120hz-Modus auswählen. Je nachdem ob man den Fokus auf Grafik, oder Leistung setzt muss man an anderen Richtung zwar Einschränkungen hinnehmen, aber hier ist auch für jede Präferenz etwas dabei.

Weiter gibt es eine umfangreiche Liste an Anpassungsmöglichkeiten, die es nicht im Original gab. So können wir optische Anpassungen an den Charakteren vornehmen, beispielsweise per Slowmotion beim Zielen unsere Chancen verbessern, oder die vielschichtigen Möglichkeiten für Personen mit körperlichen Einschränkungen aktivieren, um das Spiel genauso spielen zu können wie jeder andere. Diese Optionen gehen dabei noch um einiges tiefer, als die die es schon im Nachfolger gab. Und auch wenn die Synchronisation und das Motion Capturing nicht neu sind, so holt die neue Technik aus dem Vorhandenen selbst die feinsten Nuancen der Performance werden nun sichtbar und machen deutlich, dass sich aufwendiges Capturing durchaus auszahlt, selbst wenn die Technik zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht 100% damit umzugehen weiß.

Jedoch hat das Remake auch eine Chance verschenkt, denn zwar ist der DLC „Left Behind“ ebenfalls Teil des Remakes, allerdings immer noch als separate Auswahl über das Hauptmenü und nicht in die Hauptstory integriert, was ich persönlich gehofft hatte. Man hat sich allerdings entschieden die Struktur absolut identisch zum Original in Takt zu lassen. Weiter sind nicht alle Bewegungsoptionen der Fortsetzung ins Spiel eingeflossen. So kann sich Joel beispielsweise nicht hinlegen, nur an vorgegebenen Stellen springen und hat keinen Ausweichmove, was insgesamt dem Spiel eine neue Dynamik in den Kämpfen gegeben hätte, was zumindest als Option interessant gewesen wäre. Und zu guter Letzt muss man auch thematisieren, was vom Original nicht den Weg ins Remake gefunden hat, denn der komplette Multiplayer-Modus, der sich bis heute immer noch größer Popularität erfreut, ist dem Rotstift zum Opfer gefallen, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Reihe voraussichtlich im kommenden Jahr mit „The Last of Us: Factions“ einen eigenen Stand Alone-Multiplayer bekommen soll.

Insgesamt ist das Remake, trotz vertanen Chancen um ein wirklich tolles Spiel. Die technischen Vorzüge haben dazu geführt, dass mich das Spiel noch einmal genauso mitgerissen hat, wie schon in der 2013er Version. Selbstverständlich kann man darüber streiten, ob es wirklich notwendig ist, dass ein Spiel innerhalb von 10 Jahren gleich drei Mal veröffentlicht werden muss, aber ich bereue den Kauf dennoch überhaupt nicht, da es mich eins meiner Liebslingsspiele nochmal aufs Neue erleben ließ. Allerdings muss man durchaus sagen, dass der Preis von 80 Euro echt eine gewagte Entscheidung ist, besonders wenn man bedenkt, dass es das Remaster, das ebenfalls auf der PS5 lauffähig ist und sogar über mehr Inhalte verfügt, schon für unter 10 Euro gibt. So empfiehlt es sich für alle, die warten können, eher noch die Füße still zu halten, denn spätestens zum Black Friday wird das Remake voraussichtlich in einer angemesseneren Höhe angekommen sein, wie es sich kurz nach Release schon abzeichnet.

Entwickler: Naughty Dog

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf: PS5

NB@19.09.2022

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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