Marvel Mann auch eine reichhaltige Geschichte von Videospielen zurückblicken und Limited Run Games hat einige davon nun im Rahmen der „Marvel MaXimum Collection“ auf moderne Konsolen portiert. Die Sammlung bündelt 13 klassische Marvel-Titel aus der 8-Bit-, 16-Bit- und Arcade-Ära und versteht sich als kuratierter Rückblick auf eine Zeit, in der Superheldenspiele vor allem durch unmittelbare Action und zugängliches Gameplay definiert wurden.

(c) Limited Run Games

Man spricht zwar von 13 Titeln, diese verteilen sich aber auf sechs zentrale Spiele, die teilweise in unterschiedlichen Versionen und Plattformwn vorliegen. Konkret sind diese Titel enthalten:

  • Silver Surfer (1990, NES)
  • Captain America and The Avengers (1991, Arcade / NES / Mega Drive)
  • X-Men (1992, Arcade)
  • Spider-Man and the X-Men in Arcade’s Revenge (1992, SNES / Mega Drive / Game Boy / Game Gear)
  • Spider-Man and Venom: Maximum Carnage (1994, SNES / Mega Drive)
  • Venom/Spider-Man: Separation Anxiety (1995, SNES / Mega Drive)
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Auffällig ist dabei aber, dass man bei einigen Spielen ein paar Varianten ausgespart hat und leider auch auf die herausragenden XMen-Titel für den Mega Drive, „Wolverine: Adamantium Rage“ auf Mega Drive und SNES, sowie „Wolverine“ und „The Uncanny X-Men“, beides auf dem NES, nicht Bestandteil der Sammlung ist, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

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Inhaltlich spiegelt die Veröffentlichung die Vielfalt des Marvel-Universums wider, auch wenn die erzählerische Tiefe der einzelnen Titel naturgemäß begrenzt bleibt. Figuren wie Spider-Man, die XMen, Captain America oder Venom treten in klar umrissenen Konflikten gegen ikonische Gegenspieler an. Gerade die Präsentation orientiert sich stark an den Comic- und Cartoon-Vorlagen der frühen 90er-Jahre, wodurch ein bewusst nostalgischer Ton entsteht. Die Geschichten dienen primär als Rahmen für das Gameplay, entfalten aber durch ihre Einfachheit und Direktheit einen eigenen Charme, der heute fast schon ungewohnt wirkt.

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Spielerisch zeigt sich die Sammlung vielseitig, wobei Beat ’em Up-Mechaniken einen großen Teil des Angebots prägen. Titel wie „Captain America and The Avengers“ oder „Spider-Man and Venom: Maximum Carnage“ liefern klassische Prügelaction mit klar strukturierten Levels, bekannten Gegnerwellen und einem Fokus auf Timing und Positionsspiel. Ergänzt wird dies durch Side-Scrolling-Action und genretypische Experimente, die den damaligen Umgang mit der Marvel-Lizenz widerspiegeln.

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Dabei wird schnell deutlich, dass sich die Qualität der einzelnen Spiele unterscheidet. Während einige Titel auch heute noch flüssig spielbar sind, wirken andere in ihrem Aufbau repetitiver oder sperriger. Moderne Komfortfunktionen wie Speicherstände oder optionale Anpassungen sorgen jedoch dafür, dass selbst schwierigere oder unausgewogene Passagen weniger frustrierend ausfallen.

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Eine besondere Stellung innerhalb der Sammlung nimmt eindeutig das „X-Men“-Arcade-Spiel ein, das klar als Herzstück der Veröffentlichung verstanden werden kann und in das die meiste Arbeit gesteckt wurde. Ursprünglich für Spielhallen konzipiert, entfaltet es auch heute noch eine bemerkenswerte Dynamik: Große Spielfiguren, flüssige Animationen und ein hohes Tempo sorgen für ein unmittelbares, fast schon energiegeladenes Spielerlebnis. Besonders prägend ist dabei der kooperative Ansatz, der in der Collection deutlich ausgebaut wurde.

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Die Möglichkeit, das Spiel mit bis zu sechs Spielern gleichzeitig zu erleben – sowohl lokal als auch online – rekonstruiert das ursprüngliche Arcade-Gefühl auf beeindruckende Weise. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere, darunter Cyclops, Wolverine oder Storm, bringt eine spielerische Tiefe mit sich, die über das reine Button-Mashing hinausgeht. Gleichzeitig profitieren Spieler von modernen Anpassungen wie vereinfachtem Zugang, Speicherfunktionen und einer insgesamt zugänglicheren Struktur. Trotz dieser Verbesserungen bleibt der ursprüngliche Charakter erhalten, wodurch das Spiel seine Authentizität nicht verliert. Innerhalb der Sammlung wirkt dieser Titel dadurch nicht nur wie ein Highlight, sondern wie der eigentliche Mittelpunkt, um den sich das restliche Paket gruppiert. Das merkt man auch in der Tatsache, dass das Spiel, analog der Spielhalle, sowohl in der zwei-, vier- und sechs-Spieler Variante gestartet werden kann, was neben der Spieleranzahl auch Auswirkung auf Bildschirmausschnitt und Skalierung hat.

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Die Pixelgrafik der frühen 90er-Jahre dominiert das Gesamtbild und ist auch heute noch toll anzusehen. Das wird durch optionale Filter ergänzt, die eine Anpassung an moderne Displays ermöglichen. Besonders Arcade-Titel profitieren von dieser Präsentation, da sie bereits im Original durch detaillierte Sprites und lebendige Animationen überzeugten. Die übrigen Spiele profitieren ebenfalls von diesen Komfortfunktionen, auch wenn sie nicht alle gleichermaßen überzeugen. Unterschiede in Designqualität und Spielfluss bleiben spürbar, was jedoch auch die historische Entwicklung dieser Art von Spielen widerspiegelt. Ein Game Gear-Spiel, das für ein 3,2 Zoll kleines Display konzipiert war wirkt selbstverständlich auf einem modernen Großbildschirm sehr viel rauer, wie ein ehemaliges Spielhallenspiel…

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Ähnlich verhält es sich mit dem Audioerlebnis. Der Soundtrack bewegt sich im klassischen Rahmen seiner Zeit und der jeweiligen Plattform: man bekommt durchweg eingängige Melodien, klare Rhythmen und eine funktionale Untermalung des Geschehens, allerdings mal reduzierter und mal bombastischer. Gerade im Mehrspieler-Kontext – insbesondere beim „X-Men“-Arcade-Spiel – entsteht dadurch eine dichte, beinahe hektische Atmosphäre, die den Reiz der damaligen Spielhallen gut einfängt. Technisch läuft das Gesamtpaket flüssig und überaus stabil und ohne nennenswerte Probleme.

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Limited Run Games bleibt mit dieser Veröffentlichung seiner Linie treu und setzt erneut auf die Bewahrung von Videospielgeschichte. In Zusammenarbeit mit Marvel Games und ursprünglichen Entwicklern wie Konami oder Data East entsteht eine Sammlung, die sich klar an Liebhaber richtet. Die technische Umsetzung sorgt für Stabilität, während gleichzeitig der ursprüngliche Charakter der Spiele erhalten bleibt. Die bewusste Gewichtung des „X-Men“-Arcade-Spiels als zentrales Element verleiht dem Gesamtpaket dabei eine klare Identität.

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Insgesamt bietet die Sammlung ein nostalgisches Gesamtpaket mit einem deutlichen Schwerpunkt. Zwar lässt die Auswahl an Spielen ein paar Highlights vermissen, bietet aber dennoch eine gute und breite Auswahl klassischer Marvel-Spiele.  Die technische Umsetzung ist mehr als gelungen und die Spiele unterhalten auch heute noch mit ihrer Kombination aus fesselndem Gameplay, Varianz, hoherDynamik und gelungenen Modernisierungen. Die Collection richtet sich selbstverständlich vor allem an Retro-Fans und Liebhaber klassischer Arcade-Erfahrungen. Wer sich dabei auf die Eigenheiten älterer Spiele einlassen kann, findet hier eine abwechslungsreiche Zusammenstellung – mit einem klaren Highlight, das auch heute noch zeigt, wie zeitlos gutes Arcade-Design sein kann.

Entwickler: Limited Run Games, Konami, Data East

Publisher: Limited Run Games

Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

Getestet auf: PlayStation 5

NB@30.04.2026

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!

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