Ja, ich weiß – Ich bin was die DLCs zu “Shadow of the Tomb Raider” angeht etwas in Verzug geraten. Denn immerhin ist mittlerweile sogar schon der fünfte DLC verfügbar und ich habe noch nicht mal über den dritten berichtet. Zu turbulent war die letzte Zeit, sowohl beruflich, wie auch privat und zu allem Überfluss sind seit dem Jahreswechsel so viele gute Spiele erschienen, sodass die DLCs bisher etwas unter die Räder gekommen sind. Aber nun bin ich endlich dazu gekommen und  habe mir die erschienen DLCs genauer angesehen und werde die versäumten Berichte nachholen. Bisher war ich mit den DLCs ja etwas gespalten, da diese bislang nicht die ursprünglich versprochene Fortsetzung der Story geboten haben, sondern zum einen mit „The Forge“ eine kurze Schnitzeljagd mit einem neuen Challenge Tomb und zum anderen ebenfalls mit „The Pillar“ ein Challenge Tomb und ein paar kurze neue Kämpfe waren. Zusätzlich gab es beim zweiten DLC noch das Problem mit der zeitlichen Einordnung des DLCs, der nach dem Abschluss der Hauptstory im Grunde keinen Sinn mehr gemacht hat.

 

Am 22.01.2019 ist dann allerdings das für mich bisher vielversprechendste DLC, betitelt als „The Nightmare (=Der Alptraum)“ erschienen, da auch dem Thumbnail das Lara vor ihrem Haus, Croft Manor, zu sehen war, dessen Potential in den neuen Spielen etwas zu kurz kam. Und zusätzlich gerade in Kombination mit einer vom Titel her in Aussicht gestellten Alptraum-Thematik habe ich viel erwartet. Wir werden sehen, wie es sich mit diesem DLC verhält…

 

Der DLC beginnt dabei recht vielversprechend, da Lara sofort in ein neues Areal der Suche nach einer sagenumwobenen Waffe geschickt wird, die den Bewohnern von Patiti im Kampf gegen denen übermächtigen Kult von Amaru helfen soll, auch wenn der Kult nach dem Ende der Geschichte gar nicht mehr existieren sollte. Der Startpunkt ist wie beim Vorgänger die Skull Cave in Patiti, die nun einen versteckten Zugang zu einem Unterwassersystem beinhaltet (der per Update reingepatcht wurde) und uns Zugang zum neuen Areal des DLCs eröffnet, der Lara und uns als Spieler ziemlich fordern wird, denn Lara wird direkt beim Eintritt in das neue Areal und einiger Kletterpassagen mit einem Halluzinogen infiziert, das die Grenze zwischen Traum und Realität verschwimmen lässt. Von dort an befindet sie sich in einer alptraumhaften Welt, die sie in Bereiche ihrer Vergangenheit führt, was dann auch Croft Manor vom Thumbnail betrifft. Im Vergleich zu den ersten DLCs spielt diese Erweiterung dabei geschickt mit unserer Wahrnehmung und verbindet sie mit Actionreichen Passagen und Shootouts, die allerdings den ein oder anderen Twist bereithalten. Doch auch ruhigere und wirklich gruselige Töne werden im DLC zu Tage gelegt, die ich interessierten Spieler nicht spoilern möchte, weswegen ich mich darauf beschränke zu sagen, dass hier einige Twists und interessante Aussagen bereitgehalten werden, die mich von ihrer Intensität an den DLC um die Hexe Baba Yaga aus dem Vorgänger „Rise of the Tomb Raider“ erinnert haben, wenn auch nicht so ausufernd. Es ist kein Geheimnis, dass Lara einige schwierige Entscheidungen im Rahmen des Spiels treffen musste und einige davon verheerende Konsequenzen auf die Menschen um sie herum hatten, was logischerweise zu einigen Schuldgefühlen führt. Diese verarbeitet Lara nun innerhalb des DLCs…

 

Leider muss man sagen, dass Eidos Mentreal auch einiges an Potential mit dem DLC verschenkt, denn es wird gegen Ende des DLCs eine Konfrontation heraufbeschworen, die man ohne Zweifel zu einem schicken Bosskampf hätte ausweiten können, der aber nicht kommt. Denn dort endet der alptraumhafte Teil des DLCs und wir finden uns buchstäblich direkt am Eingang eines Grabes, dass der DLC ebenfalls bereithält. Komischerweise ist dieses Grab thematisch gar nicht mit dem Grundkonzept des DLCs verbunden. Das soll nicht per se bedeuten, dass das Grab schlecht ist, aber hier wäre auf jeden Fall etwas mehr drin gewesen, denn auch wenn das Grab vielversprechend mit unterschiedlichen Pfaden beginnt kommen wir recht schnell an einen langen Raum, in welchem wir fast ausschließlich die immer gleichen Timinig-basierten Rätzel durchlaufen und Fallen ausweichen müssen, um am Ende des Raumes anzugelangen. Gerade im Vergleich zu anderen Gräber ist das Grab schon fast überraschend leicht und unspektakulär, auch wenn es versucht durch den Einsatz von Musik versucht eine bedrohliche Stimmung aufzubauen.

 

Insgesamt ist der DLC in maximal einer Stunde auch schon wieder vorbei. Zwar können wir auch das Grab wieder in den mittlerweile bekannten Modi über Zeit- und Punktejagd beliebig oft wiederholen, aber das tröstet auch nur bedingt über den kurzen Umfang hinweg, denn nicht jeder findet Gefallen an diesen Zusatzmodi. Leider ist der DLC etwas durchwachsen. Es ist zwar wirklich erfrischend, dass wir dieses Mal (etwas) mehr Story geboten bekommen, als leidglich zwei Cutscenes und sonst ein zielloses von A nach B laufen, aber das Potential wird keinesfalls ausgeschöpft, es ist viel zu schnell vorbei und die ernsten Töne verstummen so leider wieder. Zusätzlich zum Story und Grab bringt der DLC auch neue Angriffe für Lara mit sich, die darin lernt die Kraft des Halluzinogens in Form von „Fear Arrows“ und einer neuen Axt, der „Griff of Fear“ gegen ihre Gegner einzusetzen. Die Pfeile versprühen in einem fixen Radius um den Einschlagspunkt eine Wolke mit dem Gift und mit der Axt lässt uns im Nahkampf stärkere Angriffe einsetzen. Zusätzlich gibt es natürlich auch wieder passende Outfits, die Lara mit stärkerer Abwehr gegen Nahkampfangriffe ausstatten, was aber mit einer durch das Hauptspiel voll aufgelevelten Lara schon fast nicht mehr notwendig ist.

 

Erwähnenswert ist allerdings noch, dass hier wieder der merkwürdige zeitliche Kontext während der Story gewählt wurde, obwohl es wirklich nicht ungewöhnlich sein sollte, dass die Käufer des DLCs das Spiel, das vor einem halben Jahr herausgekommen ist, schon beendet haben könnten. Hier ist es zwar weniger auffällig, da keine „toten“ Charaktere innerhalb von Cutscenes auftreten, aber in Gesprächen werden diese und Ereignisse VOR dem Ende des Spiels referenziert, was wirklich merkwürdig anmutet, was aber sogar im nächsten DLC, über das ich im kommenden Bericht berichten werden, noch gravierender wird und so einen wirklich unbefriedigenden Nachgeschmack hinterlässt…

NB@14.03.2019

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