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Es war eine ziemlich umfangreiche Reise, die uns für Lara’s aktuellstes Abenteuer geboten wurde. Nach der Veröffentlichung des Spieles am 14.09.2018 wurden insgesamt 7 unterschiedliche DLCs veröffentlicht. Nach „The Forge“, „The Pillar“, „The Nightmare“, „The Prize of Survival“, „The Serpent’s Heart“ und „The Grand Caiman“ ist nun per 23.04.2019 mit „The Path Home“ (= Der Weg nach Hause) der siebte und somit letzte geplante DLC erschienen.

Und wie es für einen Abschluss passend ist, ist der finale DLC endlich auch NACH dem Ende der normalen Story angesiedelt. Das war meiner Meinung nach eins der größten Probleme der bisherigen DLCs. Auch wenn die DLCs in Sachen Umfang und Spielspaß geschwankt haben, so waren die aufkommenden Logiklöcher, die entstanden sind, wenn man die DLCs gespielt hat, nachdem man die Story beendet hat, nicht von der Hand zu weisen und wirkten nicht nur schlecht durchdacht, sondern schon wirklich störend. Macht es Sinn, wenn wir Monate, nachdem wir dem Kult von Amaru in einem epischen Bosskampf den Gar ausgemacht haben und damit den Weltuntergang abgewendet haben, plötzlich im Rahmen eines DLCs wieder den gleichen Gegnern gegenüberstehen? – Nein, nicht wirklich. Hier hätte man wirklich besser darauf achten müssen, dass sowas entweder nicht passiert oder das ganze vielleicht in Form von Rückblenden erzählen müssen. Aber endlich ist das kein Problem mehr, denn der Beginn von „The Path Home“ ist nach dem Klimax angesiedelt und sowohl die Spielwelt, wie auch die Spielfiguren sind somit auf dem gleichen Wissenstand, wie wir als Spieler.

Und auch wenn das Böse besiegt zu sein scheint gibt es noch etwas für Lara zu tun, wie sie erfährt, als sie zum Missionsstart in die kleine Kirche der Mission von San Juan kommt, denn die Beschützer von Paititi, die unterirdisch lebenden Yaaxil, die Lara in Ihrem Kampf überraschenderweise zur Seite gestanden haben, sind verschwunden. Und wir reden dabei nicht um ein paar Leute, sondern um ein komplettes Volk, das von jetzt auf gleich nicht mehr auffindbar ist…

Lara begibt sich auf Ihrer Suche in neue Bereiche in den Katakomben unter der Mission, wo sie auch auf die letzten verbleibenden Soldaten von Trinity trifft, die anscheinend das Memo noch nicht bekommen haben, dass ihr Plan vereitelt wurde und ihr Anführer nicht mehr unter den Lebenden weilt.  Hier ziehen die Entwickler nochmal alle Register und liefern uns gleich mehrere umfassende Feuergefechte in den teilweise von überfluteten Katakomben, wo wir uns gegen gepanzerte Gegner und massive Geschütztürme zur Wehr setzen müssen, die sehr viel intensiver sind, als viele der Kämpfe aus vorherigen DLCs.

Sobald der Rauch der Gefechte verflogen ist eröffnet sich das wahre Herz des DLCs mit einem massiven Höhlensystem, wo sich das Geheimnis des Verbleibs der Yaaxil in einem massiven Challenge Tomb namens „Mother Protector“, gespickt mit Fallen und umfangreichen Rätzeln verbirgt. Insgesamt ist das Grab dabei zwar kleiner in seinem Umfang, macht das Ganze aber durch mehr unterschiedliche Rätzel mehr als wieder weg, bevor Lara im Herz des Grabes die überraschende Auflösung findet, die ich natürlich nicht spoilern möchte. Insgesamt ist das zwar ein würdiger unter schöner Abschluss für das Abenteuer, doch ein wenig mehr Inhalt hätte meiner Meinung nach noch drin sein können. Denn wo andere DLCs 2-3 Stunden unterhalten haben, ist dieses hier bereits in knapp 1 Stunde beendet und endet fast abrupt. Ich hatte persönlich in Zusammenhang mit dem Titel des DLCs gehofft, dass wir wirklich den Weg nach Hause finden und Croft Manor abseits der kurzen Rückblende im Rahmen der Hauptstory und des Ausfluges in „The Nightmare“ frei erkunden können, wie es in früheren Tomb Raider-Teilen der Fall war.

Interessanterweise ist der DLC auch der einzige, der ausschließlich in Zusammenhang mit dem Season Pass erhältlich ist. Die vorherigen DLCs konnte man alle separat zum Preis von jeweils 4,99€ erwerben, aber bei diesem ist kein separater Kauf möglich:

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(c) Sony

Ich hatte in der Retrospektive mit den DLCs eine ganze Menge Spaß, da diese auf den Stärken dies Spiels sinnvoll ausgebaut haben. Natürlich hätte ich mir auch gerade in Hinsicht auf die zeitliche Einordung im Spiel von Eidos Montréal, bzw. Square Enix als Publisher etwas mehr Information gewünscht, was aber gerade in Relation zum gebotenen Inhalt der DLCs oder des Season Pass per se, wirklich jammern auf hohem Niveau ist. Hier könnten sich in Sachen Umfang wirklich andere Staffelpässe eine Scheibe abschneiden. Für mich ist das Spiel in Gänze wirklich toll und rundet die Geschichte um die junge Lara in ihrer Reboot-Trilogie gut ab. Laut der Entwicklung wird damit (erstmal) das Buch um Lara und Tomb Raider geschlossen und sich auf neue Themen konzentriert, doch wenn uns die Vergangenheit eins gelehrt hat, wird es irgendwann bestimmt ein Wiedersehen mit Lara geben, denn dafür ist die Reihe einfach zu gut…

NB@10.05.2019

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