Telltale war eins meiner liebsten Studios der letzten Jahre. Zwar waren ihre Games keinesfalls anspruchsvoll, doch sie überzeugten meiner Meinung nach durch interessante Geschichte und Entscheidungsmöglichkeiten, die zu unterschiedlichen Verläufen der Geschichten führten. Das sorgte dafür, dass ich viele der Spiele gleich mehrfach durchgespielt habe, um die unterschiedlichen Variationen in der Geschichte zu erleben. Zusätzlich waren die Geschichten, die immer in kleinen Episoden veröffentlicht wurden, also quasi Häppchenweise, perfekt um es unter der Woche zu spielen, wenn man sich nicht auf ein „größeres“ Spiel einlassen will oder kann. Und über die überaus leichten Trophäenlisten, die die Spiele quasi zu einem Mekka für Trophäenjäger machten, muss man wahrscheinlich gar nicht mehr viele Worte verlieren.

Telltale hatte wirklich einen Run. Gegründet 2004 und bestehend aus ehemaligen Mitarbeitern von Lucas Arts, griffen sie den totgeglaubten Markt der Adventures an. Nach anfänglichen Versuchen, die noch etwas durchwachsen daherkamen fand das Studio mit „The Walking Dead“ die Ausrichtung, die bei den Spielern gut ankam und bis zur Schließung des Studios, wenn man von kleineren Variationen in Sachen Engine und kleinen Mechaniken absieht, die Ausrichtung aller kommenden Spiele begründen sollte. Doch dann kam mitten in der letzten Staffel von „The Walking Dead“ der Super Gau und die Schließung des Studios, bei der alle Mitarbeiter von jetzt auf gleich ihren Job verloren haben. Ich selbst hatte bereits im Rahmen der Veröffentlichungen der zweiten Episode von „The Walking Dead – The Final Season“ und auch danach im Re-Listing und der Weiterführung durch Skybound mehrfach über das Thema berichtet, doch nun ist sogar ein Dokumentarfilm darüber erschienen, den ich euch sehr ans Herz legen kann.

Er wurde von Noclip komplett durch Crowdfunding realisiert und produziert beleuchtet das Thema von einer anderen Perspektive, denn hier darin kommen vier ehemalige Mitarbeiter zu Wort, die unterschiedliche Funktionen inne hatten und ihre persönlichen Eindrücke berichten. Interessanterweise hatte Noclip bereits vor der Schließung begonnen an einer Dokumentation über Telltale zu arbeiten und wurde, wie die Mitarbeitern auch, von der Schließung vollkommen überrascht, weswegen man sich entschloss die ursprüngliche Planung komplett zu überarbeiten und entgegen eines Berichtes über Telltale, einen Bericht über die Schließung und die Menschen, die davon betroffen waren, zu machen. So bietet „Telltalle: The Human Stories Behind The Games“ einen ungeschönten Einblick auf die Probleme im Unternehmen, die letztendlich zu einem Hauptgrund der Schließung angewachsen sind.

Die Dokumentation ist komplett gratis auf YouTube verfügbar und ist absolut zu empfehlen, wenn man sich für die Hintergründe der Spieleentwicklung interessiert, denn Telltale ist mit Sicherheit kein Einzelfall in der Brache, aber eben ein Fall, wo in kurzer Zeit so viele Faktoren zusammenkamen, dass das Studio nicht weiter bestehen konnte. Hier habe ich euch das Video verlinkt:

NB@20.05.2019

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