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Die lebenden Toten sind wieder da und das sogar in mehrerlei Hinsicht, denn nicht nur wurde am 15.01. endlich die langerwartete dritte Episode von „The Walking Dead – The Final Season“, der also letzten Staffel der Adventure-Reihe zu The Walking Dead veröffentlicht, sondern das geschah trotz der widrigen Umstände um die Schließung des Entwicklerstudios Telltale und es sah anfangs so aus, als ob diese finale Staffel unvollendet bleiben sollte. Doch Skybound, das Studio um den Erfinder von The Walking Dead, Robert Kirkman, die bereits vorher in Kooperation mit Telltale bezüglich der The Walking Dead-Spiele waren hat das Erbe angetreten und hat extra dafür ein neues Studio namens Skybound Games mit einigen ehemaligen Telltale-Mitarbeitern ins Leben gerufen, um die Staffel zu einem würdigen Ende zu bringen.

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Das ist zwar im Grunde keine bekannt durch die Ankündigung Anfang Dezember, über die ich auch berichtet habe, aber ein gewisser Zweifel blieb dennoch, zumal der Trailer zwar ein konkretes Datum, aber bei genauem Hinsehen kein neues Bildmaterial enthielt und man danach nicht mehr wirklich etwas davon gehört hatte. Zwar wurde der Verkauf in den virtuellen Markplätzen in der Zwischenzeit wieder aufgenommen aber erst seit dem 15.01. ist nun offiziell, dass es weitergeht. Obendrein haben wir auch sogar schon das Release der vierten und letzten Episode verraten bekommen, die auf allen erhältlichen Plattformen am 26.03. erscheinen soll. Wer bereits den Season pass erworben hatte, hat auf die beiden neuen Episoden nach Release sofortigen Zugriff und kann diese selbstverständlich ohne zusätzliche Kosten herunterladen, auch wenn der Kaufvertrag damals mit Telltale geschlossen wurde.

 

Wer erst mal in das Spiel reinschnuppern möchte kann sich nach wie vor immer noch die Demo dazu herunterladen, die es erlaubt die 15-20-Minütige Eröffnungssequenz zu spielen. Meine Eindrücke dazu findet ihr hier und den Download findet ihr unter anderem hier im PSN und hier auf XBOX LIVE. Weiter empfiehlt es sich bevor man weiterließt auch die ersten beiden Episoden gespielt zu haben, denn auch wenn ich versuche die Beschreibung der aktuellen Episode so weit wie möglich spoilerfrei zu halten, kann ich das leider nicht für die ersten beiden Episoden, „Episode 1: Done running“ und „Episode 2: Suffer the Children“ tun, da die Ereignisse in diesen Episoden den Ausgangspunkt und die Motivation für diese Episode bieten. Ich versuche es dennoch natürlich im Rahmen zu halten, aber wer sich auf keinen Fall irgendwas spoilern lassen möchte, sollte besser nicht weiterlesen, bis er die Episoden gespielt hat.

 

Und meine Güte, es ist viel passiert in den ersten beiden Folgen, was Clementine vor einem Scherbenhaufen ihres Lebens zurücklässt. Die mittlerweile ungefähr 16 Jahre alte Clementine und ihr Ziehsohn AJ haben sich über Jahre alleine durchgeschlagen, wenn sie plötzlich auf eine Gruppe von Jugendlichen treffen, die sich in einer verlassenen Schule für schwererziehbare Jugendliche verschanzt haben und die das Gespann wiederwillig aufnimmt. Beide Seiten können davon allerdings lernen, denn die Jugendlichen sind fast am Ende ihrer Kräfte mit zu wenig Essen und äußeren Bedrohungen angekommen und wissen nur rudimentär, wie man sich verteidigt. Gut, dass Clementine in diesem Bezug bereits einige Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen gemacht hat. Sie deckt die krummen Machenschaften des Anführers der Gruppe auf und durchkreuzt damit dessen Deal, den er mit einer gewalttätigen militanten Gruppe, genannt Raiders, hat. Denn der charismatische Anführer Marlon, der bereits in der Vergangenheit einginge seiner Mitschüler, ohne Wissen der anderen, gegen Schutz und Vorräte eingetauscht hat, möchte diesmal Clem und AJ eintauschen, was ihm allerdings im Gegenzug eine Kugel im Kopf beschert. Auch wenn die Gefahr damit fürs erst gebannt scheint, so bestehen die Raiders unter der Führung einer alten Bekannten aus der ersten Staffel, Lily, dennoch auf einen Deal und greifen die Schule mit schwerem Gerät an, um alle Jugendlichen zu entführen, um sie als Sklaven und Kindersoldaten in ihrer Gesellschaft zu verwenden. Und da Clem und Lily zusätzlich eine nicht unbedingt gut-geendete Vorgeschichte haben, kommt auch noch eine persönliche Komponente ins Spiel. Ein erbitterter Kampf entbrannte, der auf beiden Seiten mit erheblichen Verlusten endete. Zwar haben Clem und AJ den Angriff der Raiders überlebt, aber nicht ohne einige Spuren davonzutragen. Einige neue Freunde sind dabei gestorben und ein paar weitere wurden verschleppt und haben bereits angekündigt mit mehr Soldaten wieder zu kommen, um den Rest auch noch zu holen. Doch dabei haben sie ihren Rechnung ohne Clem gemacht, die einen Plan ausheckt, wie man nicht nur die Freunde zurückholen kann, sondern die Terrorherrschaft der Raiders und Lily für ein und allemal zu beenden.

 

Die Gruppe findet heraus, dass die Raiders sich auf einem Dampfschiff befinden mit dem sie in naher Zukunft zu ihrem eigentlichen Unterschlupf, dem Delta, entkommen wollen. Die einzige Chance ihre Freunde noch wiederzubekommen ist daher, bevor das Schiff seine Reise antritt. Dazu müssen wir als Clem einen Plan schmieden, wie wir unentdeckt auf das Schiff kommen und auch wieder davon entfliehen, was allerdings davon erschwert wird, dass es an Bord weitere totgeglaubte Charaktere gibt, die uns bei unserem Plan sehr gefährlich werden können, davon mal abgesehen, dass die Raiders alle eine perfekte Kampfausbildung haben, bis an die Zähne bewaffnet und auch nicht davon zurückschrecken Kinder zu erschießen. Zusätzlich ist der Dampfer zu einer wahren Festung ausgebaut und hat sogar mehrere Wachposten mit Suchscheinwerfern. Es wird also alles andere als leicht werden, sich irgendwie unentdeckt auf das Boot zu schleichen. Doch wenn man es irgendwie schafft ein großes Ablenkungsmanöver zu schaffen und zeitgleich mit einer Herde an Walkern einzudringen, könnte das Vorhaben unter Umständen von Erfolg gekrönt werden. Am Ende kommt natürlich alles etwas anders als geplant und so müssen wir uns am Ende nicht mehr zwischen richtig oder falsch, sondern eher danach entscheiden, was das kleinere Übel darstellt, bevor die Geschichte mit der letzten Episode dann ihren Abschluss bekommt.

 

Nachdem die erste Episode den Fokus sehr auf die neuen Charaktere legt und die zweite Episode einiges an Handlung und Exposition nachschob, liefert die dritte Episode einen gesunden Mix ab und wir bekommen in einige der Charaktere eine tiefere Einsicht und bekommen denn dennoch eine überaus interessante Handlung präsentiert, die auch einige Wendungen bereit hält, die man nicht unbedingt kommen sieht. Natürlich liegt der Hauptfokus weiterhin auf der Beziehung zwischen Clem und AJ, dem wir auch in dieser Episode immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, was dazu beiträgt nachhaltig seinen Charakter zu formen. Weiter gibt es auch das bereits angekündigte Wiedersehen mit Lee, dem Hauptcharakter aus der ersten Staffel, der Clementine in ihren Träumen als eine Art spiritueller Leiter zur Seite steht, was uns eindeutig zeigt, wie sich die Welt und Clementine seitdem gewandelt hat und wie sehr diese Beziehung die aktuelle zwischen Clem und AJ geprägt hat. Das hätte im Grunde wirklich die emotionalste Szene der Episode, wenn nicht gar der Staffel sein können, aber es gibt darüber hinaus noch eine weitere markante Szene, die sich nicht scheut das kontroverse Thema anzusprechen, ob Walker immer noch irgendwie Menschen sind und ob der ehemalige Mensch noch irgendwo darin ist, was auch in der TV-Serie des Öfteren thematisiert wurde. Doch gerade im Spiel gibt es eine sehr mitreißende Szene, die uns wirklich zum Nachdenken anregt und die ich deshalb auch nicht weiter spoilern werde. Wer die Episode spielt, wird aber sofort wissen, welche Szene ich meine.

 

Technisch ist die Episode wirklich solide geworden und man merkt ihr in keiner Weise irgendwie die widrigen Hintergründe der Entwicklung an. Ganz im Gegenteil, die Episode sieht aus, spielt sich und hört sich absolut identisch zu den anderen Episoden an. Ein großes Bedenken diesbezüglich war neben der Optik auch, ob man es trotz der Verzögerungen schafft die gleichen Sprecher zu bekommen und hier kann ich eine komplette Entwarnung geben, denn auch hier ist alles beim alten. Es gibt zwar den ein oder anderen Grafikfehler und die Ladezeiten zwischen den einzelnen Szenen sind gefühlt etwas länger, aber da weiß man natürlich nicht, ob diese durch den Wechsel des Studios oder weniger Erfahrung mit der Engine oder fehlendes Polishing begründet sind. Zumal auch die Outputs von Telltale immer alles andere als perfekt waren. So kann mein Resümee nur lauten, dass Skybound Games genau dort weitermacht, wo Telltale aufgehört hat und keine größeren erkennbaren Unterschiede vorliegen. Es ist schön zu wissen, dass das Ende der Reihe in guten Händen liegt und zu einem würdigen Ende gebracht wird. Wie es genau weitergeht erfahren wir dann voraussichtlich am 26.03. und wenn man von dieser Episode auf die letzten schließen darf, wird es ein Ende werden, das sich gewaschen hat…

NB@21.01.2019

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