Wie in meinem Review zu dem „True Blue Mini – Crackhead Pack“  erwähnt, gibt es von diesen USB-Sticks mit Spielen, die sich auf der Mini-Konsole abspielen lassen, mehrere Ausführungen. Und da ich bisher einige Fragen dazu bekommen habe werde ich euch nach und nach noch die weiteren Sticks vorstellen, die dafür verantwortlich sind, dass sich mein Bild von der Konsole, wie man in meinem Bericht nachlesen kann und was maßgeblich dafür verantwortlich war, dass sie auf Flop 5 in meinem Jahresrückblick 2018 gelandet ist, etwas gewandelt hat.

Denn der Veröffentlichung der Konsole ist einiges an Zeit vergangen und die sie hatte (unbespielt) einiges an Staub angesetzt, wurde von allen Händlern flächendeckend verramscht, bis sie nun ein Revival erfahren hat und in der jüngsten Vergangenheit plötzlich sehr stark von mir frequentiert wird. Was ist passiert? – Die Antwort liefert ein Add-on namens „True Blue Mini“, das es in verschiedenen Ausführungen über eBay, Amazon oder auch als Asien-Import über AliExpress und Co gibt.

Dabei handelt es sich um einen USB-Stick, der mit einem Betriebssystem und Roms ausgestattet ist, der das Abspielen der enthaltenen Spiele über ein handelsübliches PlayStation Classic ermöglicht, ohne dass man die Konsole modifizieren muss. Dabei gibt es unterschiedliche Pakete, das „Fight Pack“, das „Meth Pack“, das „Weed Pack“ und das „Crackhead Pack“, die jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl und Auswahl an vorgeladenen Spielen daherkommen. Jeder Paket hat dabei seine Vor- und Nachteile und kommt jeweils zusammen mit einem USB-Mehrfachstecker, damit man trotz der Verwendung des Sticks auch zwei Controller für die 2-Spieler-Spiele verwenden kann. Die Pakete sind für im Schnitt zwischen 20 bis 25 Euro zu bekommen und funktionieren vom Prinzip her alle gleich.

Das als „Meth Pack“ bezeichnete Päckchen kommt mit insgesamt 101 Spielen im Gepäck, die sich über viele verschiedene Genres erstrecken. Konkret handelt es sich um die folgenden Titel:

Meth

In der Box befindet sich neben dem USB-Stick mit 64GB noch der erwähnte Mehrfachadapter. Eine Anleitung liegt nicht bei, ist aber auf der Packung aufgedruckt. Der Stick an sich macht einen guten Eindruck, ist mit einem Aufkleber mit Paketbezeichnung versehen und verfügt über eine Schutzkappe. Der Adapter macht auf Grund von ganz billigem Plastik und unsauberer Verarbeitung an allen Ecken und Übergängen, funktioniert aber dennoch. Natürlich muss man ihn nicht verwenden, was ich persönlich auch nicht getan habe, da ich eher alleine spiele.

Die Bedienung ist dabei denkbar einfach. Man steckt den Stick in den Port des zweiten Spielers und muss lediglich darauf achten, dass die Konsole dabei ausgeschaltet und vom Strom getrennt ist. Verbindet man die Konsole darauf mit dem Strom und schaltet sie ein startet die Konsole über das Image auf dem Stick und bietet Zugang zu den Spielen des Paketes. Die Anordnung ist analog zur normalen Konsole im Kreismenü angeordnet und für jedes Spiel steht neben einer virtuellen Speicherkarte auch ein Speicherslot zur Verfügung, der standardmäßig beim Verlassen eines Spiels angelegt wird.

Die Spiele laufen flüssig und es ließen sich für mich keine Unterschiede zum Abspielen der gleichen Games auf einer normalen PS1 feststellen, wenn man von den systembedingten Ladezeiten absieht, die auf der Mini-Konsole kaum noch vorhanden sind. Möchte man wieder die normalen werksseitig installierten Spiele spielen so reicht es im ausgeschalteten und vom Strom getrennten Zustand den Stick wieder abzuziehen, die Konsole wieder mit dem Strom zu verbinden und zu starten.  Und das Beste ist auch nach mehrmaligem Betrieb mit und ohne Stick sind die Speicherstände beider „Modi“ unberührt und stehen jederzeit zur Verfügung, wenn man sie braucht…

Insgesamt ist das Add-on eine wirklich gelungene Erweiterung für den wohl größten Konsolen-Flop der jüngsten Vergangenheit und sorgte mittlerweile sogar für eine steigende Nachfrage der Konsole. Natürlich muss man sich darüber bewusst sein, dass das Ding nicht gerade als legal zu bezeichnen ist, auch wenn Sony (bislang) noch nichts dagegen zu tun scheint, denn im Grunde werden damit Roms verkauft. Auch wenn es sich dabei um Spiele handelt, die locker 20 Jahre auf dem Buckel haben ist das Abspielen von Backups dennoch nur geduldet wenn man das Original besitzt. Fakt ist allerdings, dass nicht nur das Add-on momentan ein wahrer Verkaufsschlager auf Amazon ist, sondern auch die Konsole wieder im Preis gestiegen ist und sich auch wieder in den täglichen Verkaufscharts befindet, was am Ende auch Sony neue Einnahmen beschert. So hat sich die Konsole sogar jüngst beim Prime Day in UK, wo man sie für umgerechnet 22 Euro (!!!) bekam, zum Verkaufshit entwickelt, obwohl die Konsole zum Release im Grunde niemand haben wollte…

NB@19.07.2019

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