„Wolfenstein: Youngblood“, der aktuellste Ableger der beliebten Actionreihe, Entwickelt von Machine Games und herausgebracht von Bethesda ist eines der bedeutendsten Spiele der Reihe, ohne durch besondere spielerische Qualitäten zu überzeugen. Das liegt an der Tatsache, dass es das erste Spiel der Reihe, ist das auch in Deutschland komplett ungeschnitten inklusive der als verfassungsfeindlichen Symbole veröffentlicht wird. Denn hat man bisher noch nie in Deutschland mit dem Segen des Jugendschutzes gegen Nazis gekämpft, sondern hat die angepasste Version, in der man gegen „das Regime“ antritt, so hat sich das nun geändert. Wahlweise können deutsche Spieler zwar auch zur angepassten Version greifen, die ebenfalls erhältlich ist, doch nun muss man sich auch nicht mehr schlecht fühlen, wenn man die Originalversion spielt. Bethesda hat kurzerhand um alle zufrieden zu stellen einfach beide Versionen in den Handel gebracht, die beide von der USK mit einer Jugendfreigabe ab 18 Jahren versehen wurden. – Sowas gab es bisher noch nie, weswegen ich dem Thema an sich, wie auch dem Spiel jeweils einen separaten Bericht widmen werde. Den Anfang macht dabei die gesetzliche Veränderung, die für das ungeschnittene Release gesorgt hat. In einem zweiten Schritt berichte ich euch dann ausführlich über das Spiel.

Teil 1) Die Hintergründe der Veröffentlichung in zwei unterschiedlichen Versionen:

Hintergrund ist dabei der, dass die Sozialadäquanzklausel im Bewertungsverfahren, die schon seit Jahren Anwendung auf Film- und Fernsehen findet, nun auch auf Videospiele angewendet werden kann. Das bedeutet damit, dass das Medium des Videospiels endlich auch als ernstzunehmende Kunst anzusehen ist und nicht mehr nur als minderwertiger Zeitvertreib abgetan wird. Diese Änderung erlaubt es den Publishern, wie in diesem Fall Bethesda, das Spiel auf eben diese Relevanz überprüfen zu lassen. Und da das Spiel zu keiner Zeit zum Selbstzweck mit der Symbolik arbeitet und diese auch nicht glorifiziert, sondern kritisch betrachtet, wurde dem Antrag in diesem Fall stattgegeben. Meiner Meinung war dieser Schritt mehr als Überfällig, denn im Grunde beschützte diese Zensur der Symbolik und allem, was die Gegner im Spiel als Nazis identifizierbar macht, nicht die Spieler des Spiels, sondern die Verfechter von eben diesem rechten Gedankengut, da der Gegner nicht mehr das dritte Reich, sondern eben (nur) das Regime war…

So findet man also zwei unterschiedliche Versionen des Spiels im Einzelhandel und den elektronischen Marktplätzen. Neben der normalen deutschen Version gibt es noch die internationale Version. Die Versionen sehen von außen fast identisch aus, unterscheiden sich aber im Inneren, weswegen ich sie euch sowohl äußerlich, wie auch innerlich mal gegenüberstelle:

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Übersicht

Und da es nun also zwei Versionen gibt kann jeder selbst entscheiden, welche Version er sich zulegen möchte. Immerhin hat man nun die Wahl dazu. Nichts desto trotz bleibt auch diese Änderung der Gesetzeslage nicht ohne Kritik, denn so hat sich zum Beispiel das Unternehmen um die beiden größten Elektromarkt-Ketten in Deutschland, ebenso wie eine sehr verbreite Kette, die gebrauchte Spiele an- und verkauft gegen einen Verkauf der internationalen Version entschieden und rechtfertigt das damit, dass man das auf Grund der „sensiblen Thematik des Inhalts“ (Quelle) tut. Allerdings muss man sich die Frage stellen, ob man sich wirklich mit dem angesprochenen Inhalt auseinandergesetzt hat, denn zum einen kämpfen wir ja gegen die Nazis und nicht für sie und zum anderen ist alles in dem Spiel, von der bewusst platten Geschichte, über die agierenden Figuren, bis zur übermäßigen Gewaltdarstellung dermaßen überzogen, dass es im Grunde von niemanden ernst genommen werden kann. Und wenn es bei der „sensiblen Thematik des Inhalts“ allein um die Verwendung der Symbolik des dritten Reiches geht, dann müsste man folgerichtig eigentlich auch Filme wie „Inglorious Basterds“, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Der Untergang“ und sogar „Casablanca“, um nur ein paar ausgewählte Beispiele zu nennen, aus dem Verkehr ziehen, denn auch dort treten Nazis auf und werden verfassungsfeindliche Symbole verwendet. Zusätzlich müsste man wohl die Ausstrahlung von unzähligen Dokumentationen, wie auch einen starken Fokus des Schulunterrichts zu dem Thema überdenken. Wir können allerdings nur aus unserer Vergangenheit lernen, wenn wir uns mit ihr beschäftigen und eine künstlerische Art der Vergangenheitsbewältigung kann auch ein Videospiel wie „Wolfenstein: Youngblood“ darstellen, das das Gedankenspiel, << Was wäre wenn die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten >> , das ebenfalls von erfolgreichen Serien, wie „Man in the High Castle“ betrachtet wird, ad absurdum führt.

Ich habe zu diesem Thema Kontakt mit dem Publisher des Spiels Bethesda aufgenommen und um eine Stellungnahme zu dieser merkwürdigen Entwicklung geben und zusätzlich unter anderem die Frage in dem Raum geworfen, ob man neue Teile eventuell wieder ausschließlich zensiert herausbringen möchte, um solch einen negativen Backlash zu umgehen. Leider habe ich bislang dazu noch Rückmeldung bekommen und werde die Info selbstverständlich nachreichen, wenn eine Antwort auf meine Fragen eingeht.

Aber wie beurteilt ihr den Sacherhalt? – Seht ihr die Anpassung der Gesetzeslage, wie es nun die USK lebt für überfällig oder seht ihr das ganze ebenso kritisch, wie die Unternehmen, die auf einen Verkauf dieser Versionen verzichten? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

NB@23.08.2019

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