Special: „Tops & Flops des Jahres 2019“

Wieder einmal geht ein Jahr zur Neige und auch wenn Games-Technisch nicht so viel los war, wie im letzten Jahr, möchte ich dennoch gemeinsam mit euch das Jahr ausklingen lassen und über die Tops und Flops 2019 diskutieren. Und auch wenn gefühlt weniger Spiele herausgekommen sind, da einige große Veröffentlichungen auf das Q1 2020 geschoben wurden, so gab es dennoch einiges, über das es sich zu berichten gelohnt hat. In 2019 ist dieser Bericht als Jahresabschluss mein 211. Bericht, von denen im Schnitt jeder knapp über 1.200 Worte hatte. So habt ihr jede Woche Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags einen neuen Bericht aus den Bereichen Reviews, News oder Specials bekommen.

Und bevor wir das Gaming-Jahr feierlich Revue passieren lassen, ein paar kleine allgemeine Bekanntmachungen: Da das alles neben dem Beruf abläuft blieb relativ wenig Zeit für die Pflege der Seite, weswegen ich mit diesem Bericht eine kurze Pause zur Seitenpflege antreten möchte. Doch ihr braucht keine Angst zu haben, es wird sich dabei weder um Wochen, noch Monate handeln, sondern ich plane lediglich Donnerstag und Freitag auszusetzen und die eingesparte Zeit für Optimierungen zu nutzen und euch bereits am kommenden Montag, dem 06.01.2020 mit einem angepasstem Layout und einem neuen Bericht live zu gehen.

Im ersten Schritt möchte ich mir dazu mal die Gratisspiele, die man in Verbindung mit einer kostenpflichtigen PlayStation Plus-Mitgliedschaft für das PlayStation Network (PSN), bzw. Games with Gold für Xbox Live bekommen hat. In der Vergangenheit hatte ich besonders oft Kritik an dem Lineup für PlayStation Plus und meine Bedenken, in wieweit sich die Zusammenstellung der Spiele mit dem Wegfall von PS3– und PS Vita-Spielen ändern würde, doch Sony hat wirklich das Ruder nochmal rumgerissen und einige herausragende Monate zur Verfügung gestellt, die dem Programm wieder mehr an Relevanz verleihen. Ich beschränke mich dabei auf eine Top 5, da die Auswahl bei 12 Monaten im Jahr recht gering ist und ein Top-Liste sonst fast sinnlos wäre, die interessanterweise sogar fast ausschließlich aus den Monaten stammen, in denen es nur noch die reduzierte Anzahl an Spielen gab.

Dazu widmen wir uns in einem ersten Schritt mal der Auswahl bei PlayStation Plus in den Monaten Januar bis Dezember 2019:

PS+
(c) Sony

Platz 5: PlayStation Plus – Februar 2019 u.A. mit „For Honor“, „Hitman: The Complete First Season“ und „Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots“

Platz 4: PlayStation Plus – Oktober 2019 mit „MLB The Show 19“ und „The Last of Us Remastered“

Platz 3: PlayStation Plus – Juni 2019 mit „Borderlands: The Handsome Collection“ und „Sonic Mania“

Platz 2: PlayStation Plus – Juli 2019 mit „Detroit: Become Human“ und „Horizon Chase Turbo“

Platz 1: PlayStation Plus – September 2019 mit „Batman: Arkham Knight“ und „Darksiders 3“

Als nächsten Schritt schauen wir uns mal an, was als die Top 5 der Konkurrenz mit Microsoft’s Games with Gold in den Monaten Januar bis Dezember 2019 heraus gestochen ist:

GWG
(c) Microsoft

Platz 5: Games with Gold – August 2019 u.A. mit „Gears of War 4“, „Forza 6“ und „Castlevania: Lords of Shadow“

Platz 4: Games with Gold – Januar 2019 u.A. mit „Celeste“ und „Far Cry 2“

Platz 3: Games with Gold – Oktober 2019 u.A. mit „Friday the 13th – The Game“ und „Ninja Gaiden 3: Razor’s Edge“

Platz 2: Games with Gold – Dezember 2019 u.A. mit „Jurassic World: Evolution“, „Toy Story 3“ und „Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate HD“

Platz 1: Games with Gold – Februar 2019 u.A. mit „Super Bomberman R“, „Bloodstained: Curse of the Moon“ und „Assassin’s Creed: Rogue“

Insgesamt kann man sich bei beiden Programmen inhaltlich nicht wirklich beschweren, auch wenn die Auswahl manchmal etwas besser sein könnte. Man muss allerdings auch anmerken, dass beide Programme zunehmend an Relevanz verlieren, seit es von beiden Anbietern auch ein umfangreiches Streaming-Angebot gibt. Zwar hinkt hier Sony meiner Meinung nach noch etwas hinterher, aber gerade der GamePass auf der Xbox One, dem ich erst kürzlich beigetreten bin, kann sich mehr als nur sehen lassen, was Auswahl und auch Aktualität der Inhalte angeht.

Aber kommen wir daher doch Mal zum Herzstück des Resümees und widmen uns den Tops und den Flops des Jahres und habe eine „Top Ten“ und zusätzlich eine „Flop Five“ zusammengestellt, wobei ich mich zuerst mit letzterer beschäftige. Dabei gilt für beide Listen die gleiche Vorgabe: Das Spiel muss in diesem Jahr erschienen sein, damit ich es berücksichtigen kann und ich muss es natürlich auch gespielt haben… So sind zum Beispiel „Personality and Psyhology Premium“, oder auch „Hajwala!“ leider raus, da diese bereits 2018 erschienen sind. Sofern es für einen Eintrag ein Review gibt, verlinke ich diese. Für ein paar der Games ist mein Bericht noch in Arbeit und ich hole die Verlinkung dann nach der Veröffentlichung nach. Aber jetzt ohne weitere Umschweife zur „Flop Five“ des Jahres 2018:

Flop 5: „Tom Clancy’s Ghost Recon: Breakpoint“

Die Maschinerie von Ubisoft war seit Jahren in den Augen vieler ein sinkendes Schiff, auch wenn ich sagen muss, dass diese immer wieder bei mir zieht. Man konzentrierte sich eher auf Masse, anstatt Klasse und nirgendswo wurde das deutlicher, als bei Breakpoint. Das Spiel wurde in einem mehr als unfertigen Zustand veröffentlicht, sodass es sogar dem Release von Unity Konkurrenz machte. Es gab unzählige Bugs, die zum Teil sogar den Abschluss von Missionen unterbanden, was gerade für ein AAA-Release ein Unding ist. Zusätzlich wartete das Spiel mit jeder Menge an unnötigen Items und Timesavers, die man gegen Echtgeld kaufen kann/sollte auf, was gerade in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß ist. Das ist zwar auch nichts neues, aber selbst EA hat aus diesen Fehlern gelernt… – Zumindest ist diese Kritik zumindest in Frankreich angekommen: Zwar hat man mittlerweile den Shop gegen Echtgeld massiv eingeschränkt und kann die Premiumwährung auch nicht mehr im PSN kaufen, Stand heute knapp 13GB an einige Verbesserungen implementiert und ich muss echt sagen, dass das Spiel auch echt Spaß, aber der Schaden ist erst einmal angerichtet. So ist das Spiel kurz nach Release bereits zum Budgetpreis erhältlich und der französische Konzern hat alle seine künftigen Veröffentlichungen auf unbestimmte Zeit verschoben, um mehr Zeit in die Qualität und das Polishing zu investieren. Bleibt zu hoffen, dass sich das positiv auf die kommenden Spiele auswirkt. So ist es mehr als verdient, dass das Spiel in der Flop 5 landet. Auch wenn ich wenn es heute wirklich Spaß macht, so war es zu Release mehr als ein Desaster und damit ein verdienter Platz 5!

Flop 4:Contra: Rogue Corps

Ja, das hätte Konami eigentlich kommen sehen müssen, wenn man ein Spiel unter der Marke Contra veröffentlicht, dass sich dermaßen vom Ursprung entfernt. Ich hatte wirklich Spaß mit „Contra: Rogue Corps“, aber dennoch muss man sich den Schuh anziehen, dass es sich um das wahrscheinlich schlechteste Spiel aus der Contra-Reihe handelt. Man hat eindeutig übersehen, was Contra wirklich ausmacht und so ist das kleine 2-Mann-Projekt „Blazing Chrome“ näher an der Essenz von Contra, als der aktuelle Ableger. Ein eher auf Multiplayer ausgelegtes Spiel, eine nur lose zusammenhängende Geschichte, unnötige TImelimits und überhitzende Waffen tun dann ihr übriges. Es kann zwar gerade im Co-Op durchaus Spaß machen, aber ist dennoch schon kurz nach dem Release in der Versenkung verschwunden und wird wahrscheinlich nur durch einige Listen, wie diese hier nochmal kurzzeitig in die Erinnerung zurückgerufen, bevor es endgültig in der Obskurität verschwindet, wie es hoffentlich auch das fiese „Metal Gear Survive“ macht, das Anfang 2018 erschienen ist…

Flop 3: „Anthem“

Das Spiel wird wahrscheinlich in vielen Listen der schlechtesten Spiele auftauchen. Auch wenn im Kern positive Punkte im Spiel zu finden sind, so muss man leider lange danach suchen. Zu undurchsichtig und irgendwie nichtssagend ist die Geschichte, das Levelsystem ist unausgegoren und das Loot war im Grunde alles wenig interessant, was natürlich für einen Loot-Shooter nicht gerade gut ist. Bioware ist an sich ein guter Entwickler, hat aber auf Grund von internen Problemen während der Entwicklung und zu vielen externen Faktoren das Ziel um Lichtjahre verfehlt. Soweit sogar, dass man das Spiel komplett überarbeiten möchte, anstatt am kranken Patienten zu operieren. Mal sehen, was die Zukunft für Anthem mit sich bringt und ob dem Spiel eventuell noch ein zweites Leben beschert wird…

Flop 2:Google Stadia

Ich hatte wirklich große Hoffnungen in Stadia, die bislang aber nicht eingetreten sind. So wurde der Release durch ein undurchsichtiges Verkaufsmodell, Serverprobleme, überaus kleines Spielelineup und eine merkwürdige Preisgestaltung überschattet. Kursierten am Anfang noch Vergleiche mit einem Netflix für Spiele, die man als Abonnent von Stadia Pro bekommt, so hatte man am Anfang Zugriff auf gerade mal zwei Gratisspiele, die im kommenden Monat um zwei weitere erweitert wurden, von denen sich viele eins Tage zuvor im Sale gekauft haben. Nur über Einschalten des Supports konnten einige Spieler ihr Geld für diesen sinnlosen Kauf erstattet bekommen, was einfach ein Unding ist. Zusätzlich fehlen etliche Features beim Release uns sollen IRGENDWANN nachgeliefert werden, sofern Google das Konzept nicht wieder ganz begräbt, was leider auch nicht das erste Mal wäre. An dieser Stelle wäre zumindest eine Roadmap wünschenswert gewesen. Zwar hat man in der Zwischenzeit auch schon an den Servern gearbeitet, doch eine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Konsolen sieht leider anders aus und ich kaufe mir persönlich kein Spiel rein digital auf Stadia, wenn ich es auf allen anderen Plattformen für weniger als die Hälfte bekomme, oder bereits besitze. Hoffentlich hat sich Google die Kritik genau angesehen und wird im kommenden Jahr nachlegen…

Flop 1:Left alive

Ich habe wirklich lange hin- und herüberlegt, zwischen dem ersten und dem zweiten Platz der Liste und habe mich letztendlich dafür entschieden doch Stadia „nur“ auf den zweiten Platz zu setzen, damit „Left alive“ auf Platz eins platznehmen kann. Für diese Entscheidung ist maßgeblich verantwortlich, dass Google zumindest artikuliert hat, dass nicht alle Features zum Release vorhanden sind und zumindest auch was die negative Rezeption die Chance besteht, dass man sich in Besserung übt. Bei „Left alive“ ist dieser Zug abgefahren. Ich konnte es ja selbst nicht glauben, wie schlecht das Spiel ist, als ich es bestellt habe, doch damit war es schon zu spät. Erst vor kurzem habe ich über das Spiel berichtet und habe mich zugegebenermaßen immer noch nicht ganz davon erholt. Hier hat im Grunde gar nichts gestimmt, die Geschichte war durch die unterschiedlichen Charaktere überladen und undurchsichtig, keiner der Handlungsstränge war richtig interessant und die unausgereiften Spielmechaniken haben dann noch ihr übriges getan. Es geht einfach gar nicht, wenn man ein Spiel als Stealth-Spiel konzipiert und das Stealthen dann nicht oder kaum funktioniert. Das wäre ungefähr so, als ob man in Call of Duty oder Battlefield ohne Waffe durch das Spiel wandern müsste. Und bei „Left alive“ zeigt eben, dass man nur weil man den Charakterdesigner der Metal Gear-Reihe an Bord hat man nicht zwangsläufig ein Metal Gear-Spiel bauen kann. Und mehr möchte ich dem Spiel an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr widmen… – Macht bitte einen Bogen um dieses Spiel, selbst für wenige Euro zahlt ihr sonst drauf!

So, dann aber genug mit dem negativen, denn wo Schatten ist, ist aber bekanntlich auch Licht und 2019 sind ein paar wirklich tolle Games erschienen. Insgesamt war die Release-Dichte zwar etwas niedriger, als im Vorjahr, aber langweilig wurde es auch nicht wirklich. Lediglich um die Weihnachtszeit bin ich an Punkte gekommen, wo ich mir doch etwas mehr gewünscht hätte. Aber so hatte ich immerhin auch etwas Zeit mich meinem Backlog zu widmen, der auch immer mehr anwächst, bevor es im kommenden Jahr mit ein paar Knallern und am Ende sogar mit den neuen Konsolen losgeht. Einleitend muss ich aber noch erwähnen, dass es dennoch nicht alle großen (und zweifelsfrei auch guten) Releases in die Liste geschafft haben. So ist nicht nur „Judgment“ knapp herausgefallen, sondern auch von „Days Gone“, „Control“ und „Tom Clancy’s The Division 2“ fehlt in der Top Ten aus jeweils ganz anderen Gründen jede Spur. Ich habe viel Zeit in meine persönlichen Tops dieser Jahre einfließen lassen und am Ende eine Liste erarbeitet, die neben Major-Releases auch kleinere Perlen enthält und da ich den Beitrag nicht mit einer Top 20 überfrachten wollte, gibt es eben ein paar Spiele, die es leider nicht in die Liste geschafft haben. Doch bevor wir näher auf den Ausblick eingehen, schauen wir uns doch mal meine persönliche Top 10 des Jahres 2019 an:

Top 10:Catherine Full Body

Ganz knapp hat es die Neuauflage von „Catherine“ noch in meine Top 10 geschafft und hat dabei „Judgment“ rausgekickt. Ich habe zwischen beiden Spielen für den letzten Platz geschwankt, musste aber auf Grund der tollen Präsentation und dem eigenwilligen Spielprinzip „Catherine“ den Vorrang lassen. Die Geschichte von Vincent Brooks, hat mich bereits auf der PS3 gefesselt und wurde für die Neuauflage sehr interessant und dennoch stimmig erweitert, als mit Rin ein weiterer Faktor in die komplizierte Beziehung mit Katherine und Catherine hinzukam. Die interessante Mischung aus Adventure, Visual Novel und Puzzlespiel ist zwar eigenwillig, aber nicht minder fesselnd. Und da die PS4-Version in Sachen Schwierigkeitsgrad und Steuerung um einiges eingänglicher ist, eignet sie sich auch bestens für Neulinge. Die englische Vertonung überzeugt durch professionelle Sprecher, von denen man auf jeden Fall Troy Baker und Laura Bailey herausheben muss, die immer herausragende Jobs machen. Wer bislang keine Berührungspunkte mit „Catherine“ hatte, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren…

Top 9:Far Cry – New Dawn

Und wieder eine kontroverse Entscheidung. Handelt es sich bei „Far Cry – New Dawn“ nicht nur im ein Add-on zu „Far Cry 5“? – Ja und nein, denn obwohl das Spiel zum Release schon zum Budgetpreis herausgekommen ist handelt es sich um eine nahtlose Fortsetzung des Vorgängers. –  Natürlich ist es etwas kleiner vom Umfang her, aber ich brauche persönlich nicht mit jedem Spiel eine noch größere offene Spielwelt, denn größer heißt nicht zwangsläufig besser. Hier hat hingegen die Spielwelt durch eine interessante Neuausrichtung, entgegen anderer Spiele, die nach einer Atom-Katastrophe spielen, mit Schönheit und vielen Details überzeugt und das Gameplay wurde konsequent vom Vorgänger weiterentwickelt. Ein neuer Protagonist, neue Feinde, eine interessante Geschichte und neue Waffen bieten alles, was man von einem Spiel der Reihe erwartet. Wer also den Vorgänger gespielt hat sollte New Dawn“ auf jeden Fall auch noch spielen, denn auch wenn am Ende von „Far Cry 5“ die Credits über den Bildschirm geflimmert sind, so war die Geschichte um Father Joseph Seed alles andere als abgeschlossen…

Top 8:Star Wars: Jedi Fallen Order

Auch EA besinnt sich mit dem aktuellsten Star Wars-Game auf die Stärken und hat sich eindeutig mit der Kritik der letzten Jahre beschäftigt, denn anders kann man den Sinneswandel nicht erklären, der das Release von „Star Wars: Jedi Fallen Order“ begleitet. – Ein reines Singleplayer-Abenteuer ohne DLC oder Mikrotransaktionen ist genau das, was sich die Fans seit Jahren wünschen und nun endlich bekommen haben. Die Geschichte wartet mit neuen Charakteren, die sich bestens in das Star Wars-Universum integrieren auf und überzeigt technisch und spielerisch auf der ganzen Linie als 3D-Metroidvania mit Kampf-Anleihen bei der Souls-Reihe und Sekiro. Doch auch Uncharted und Tomb Raider standen zweifelsfrei für die Geschichte des jungen Jedi Cal Kestis, der zwar zu Beginn etwas blass daherkommt, aber mit fortlaufendem Spiel gewinnt. Star Wars-Fans sollten auf jeden Fall zugreifen, denn auch wenn das Spiel nicht wirklich etwas mit dem aktuellen Film, der jetzt in den Kinos die Skywalker-Saga zu Ende bringt zu tun hat, so hat es sich noch nie so gut angefühlt mit einem Lichtschwert gegen Stormtrooper zu kämpfen…

Top 7:Concrete Genie

Als ziemlicher Gegensatz zu allen anderen Spielen in der Liste, musste auf jeden Fall das herausragende „Contrete Genie“ in die Liste aufgenommen werden. Kein anderes Spiel hat dieses Jahr so deutlich gemacht, dass Spiele eindeutig Kunst sind und auch nicht davor zurückschrecken müssen ernstere Themen aufzugreifen, die sich mit Einsamkeit, Mobbing und Freundschaft beschäftigen. Der junge Tagträumer Ash wird von Schlägern in einen verlassenen Leuchtturm gejagt, wo es angeblich spuken soll, doch findet statt einem Geist neue Freunde und Kräfte, die ihm helfen seine Heimatstadt vor der Dunkelheit, die von ihr immer mehr Besitz ergreift, zu befreien. Aus unerfindlichem Grund ist das von vielen Kritikern gelobt Spiel kommerziell ziemlich durchgefallen und wird zeitweise für um die 10 Euro gehandelt. Wer das Spiel noch nicht kennt oder zum Beispiel seinen Kindern ein gewaltfreies und dennoch unterhaltsames Spiel näherbringen möchte, der sollte auf jeden Fall zugreifen!

Top 6:Gears 5

So subtil, wie „Concrete Genie“ geht unser nächstes Spiel nicht wirklich vor, denn die Gears of War-Reihe steht für alles, was das Spiel nicht ist. Mit dem aktuellsten Outing der Reihe beschränkt man sich auf die Betitelung „Gears“, wie das Spiel in Fankreisen schon seit Jahren bezeichnet wird und verzichtet auf den Zusatz „of War“. Inhaltlich bleibt aber viel beim alten und man bekommt neben dicken Wummen, fiesen Aliens auch eine gehörige Ladung Testosteron zum Spielen, die aber trotz der teilweise übertriebenen Gewalt nicht zum Selbstzweck verkommt. Dennoch wäre es falsch die Reihe, oder besonders diesen Teil, als stumpfe Gewaltorgie abzutun, denn wir bekommen neben einer neuen Hauptfigur auch einige neue Spielelemente und eine insgesamt vielschichtige Geschichte, die sich stellenweise sogar mit Fragen des Existenzialismus beschäftigt. Besonders Kait als neue Protagonistin, die wieder von der herausragenden Laura Bailey gesprochen wird, bringt neuen Schwung in die Reihe, die sonst eventuell über kurz oder lang in der Versenkung verschwunden wäre. Darüber hinaus hat auch das Spielprinzip einige Anpassungen erfahren und so können zum ersten Mal in der Reihe auch größere Areale frei erkunden, was das Spielprinzip auflockert und neben der „schlauchigen“ Hauptmissionen auch Nebenmissionen und Rätzel umfasst, die man sonst eher aus anderen Spielen kennt. Die Geschichte kann sich mehr als sehen lassen und knüpft, nachdem „Gears of War 4“ etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, wieder an die herausragenden Teile der Reihe an. Und gerade als Xbox-Spieler kommt man an dem Spiel wohl nicht vorbei, zumal es auch im GamePass enthalten ist…

Top 5:Bloodstained – Ritual of the Night

Der legitime Nachfolger von „Castlevania – Symphony of the Night“ ohne die entsprechende Lizenz hat sich nach Jahren in der Kickstarter-Entwicklungshölle und einigen leider halbseidenen Demos dennoch wie Phoenix aus der Asche erhoben und eines der besten Metroidvanias der vergangenen Jahre abgeliefert. Herausgekommen ist ein Spiel mit anspruchsvollem, aber nicht unfairen Schwierigkeitsgrad, vielen freischaltbare Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände und teilweise sogar komplett optionalen Handlungssträngen und Bosskämpfen. Wir begleiten dabei die junge Miriam, die ein sogenannter „Shardbinder“ ist. Sie kann die Kraft ihrer Gegner absorbieren und für ihre Zwecke einsetzen. So öffnen sich durch neue Fähigkeiten und Items nach und nach neue Wege durch das riesige Schloss über unterschiedliche Dimensionen. Unterschiedliche Enden und jede Menge an RPG-Elementen mit dem Aufleveln von Waffen und Fähigkeiten wissen zusätzlich zu begeistern. Was am Ende herauskommt ist dann mehr als unterhaltsam und zeigt eindeutig, dass sowohl das Spielprinzip, wie auch die (nicht vorhandene) Marke, heute noch Relevanz hat. Ich habe das Spiel auf 100% abgeschlossen und hatte durchweg Spaß mit dem Spiel auf dem Weg dahin. Ich hoffe, dass Konami anhand des Erfolges vielleicht auch nochmal etwas mit der Lizenz macht, oder zumindest die 2D-Teile der Handhelds remastered auf modernen Konsolen herausbringt, denn alles andere wäre einfach zu schade…

Top 4:Devil May Cry 5

Capcom kann es also noch. Nach dem etwas lieblosen Reboot der Devil May Cry-Reihe mit „DMC“ und einem immensen Backlash der Fans macht man da weiter, wo man ursprünglich aufgehört hatte und liefert mit „Devil May Cry 5“ einen etwas verspäteten Nachfolger zu dem ursprünglich 2008 erschienenen „Devil May Cry 4“ ab. Und das Warten hat sich wirklich gelohnt, denn nicht nur sieht das Spiel herausragend gut aus, sondern spielt sich auch so. Wir schlüpfen dabei in die Haut von Dante, Nero und Neuling V, die sich einer Übermacht an Dämonen stellen, die die Welt bedrohen. Dabei kommt jeder Protagonist mit seinen ganz eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen daher, die auch nach vielen Spielstunden immer noch begeistern…

Top 3:A Plague Tale: Innocence

Ein Spiel, was leider in vielen Listen untergeht ist „A Plague Tale: Innocence“, was im Vorfeld bereits als „The Last of Us“ mit Mittelalter beschrieben wurde. Und auch wenn es stellenweise weniger gepolished daherkommt, wie Naughty Dog’s Meisterwerk, so beinhaltet es dennoch ähnliche gute Charaktere und eine dichte Geschichte. Wir steuern die junge Amicia, die zusammen mit ihrem Bruder Hugo vor der der Inquisition flüchten muss, als diese auf brutale Weise ihre Familie überfällt. Da Hugo an einer rätselhaften Krankheit leidet, die in anscheinend immun gegen den Ausbruch der Pest zu machen scheint, wollen böse Kräfte diese Fähigkeit für sich gewinnen, an der noch mehr dran zu sein scheint, als es am Anfang den Anschein hat… – Ich habe das Spiel gleich zweimal durchgespielt, um die Platin mitzunehmen und fand es auch beim zweiten Durchlauf immer noch grandios. Wer das Spiel bisher noch nicht gespielt hat sollte auf jeden Fall mal danach Ausschau halten, zumal es zur Zeit sogar im PSN im Angebot ist und sogar eine kostenfreie Demo bietet…

Top 2:Resident Evil 2

Bis zum Release von „Death Stranding“ stand für mich eigentlich außer Frage, dass das Remake von „Resident Evil 2“ mein Spiel des Jahres werden wird. Denn so muss ein Remake aussehen: Man nimmt die Essenz und entwickelt sie an allen Ecken und Enden weiter. Verzichtet auf, meiner Meinung nach nicht so gelungene Experiment, wie die Ego-Perspektive aus „Resident Evil 7“ (sorry, ich wurde einfach nicht warm damit…) und liefert Survival-Horror für eine neue Generation. Wir begleiten dabei wahlweise den Polizisten Leon S. Kennedy, oder Claire Redfield, die kleine Schwester des Protagonisten aus dem ersten Teil auf ihrem Weg durch eine von Zombies verseuchte Stadt. Dabei hält das Spiel auch für Kenner des Originals einige Überraschungen bereit und liefert durch die unterschiedlichen Figuren und Szenarien, in denen man die Story durchspielen kann, einiges an Wiederspielwert. Wenn das angekündigte Remake von Teil 3 nur in Ansätzen in dieselbe Richtung geht, wird 2020 auch wieder ein tolles Resi-Jahr werden…

Top 1:Death Stranding

Ich habe es selbst nicht für möglich gehalten, aber „Death Stranding“ hat mich während dem Spielen und auch danach noch so nachhaltig in seinen Bann gezogen, dass es ohne Zweifel mein Spiel des Jahres werden musste. Ich höre den Soundtrack im Auto, habe mir selbst nach meinem Durchspielen noch unzähligen Interpretationen dazu angesehen und kann förmlich nicht genug davon bekommen. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat sollte ihm unbedingt mal eine Chance geben, denn Reviews und Videos darüber werden dem Spiel alleine nicht gerecht. Es klingt nämlich auch im Nachhinein nicht besonders interessant, doch nach den ersten Tutorial-Missionen, wenn sich nach den ersten dramatischen Ereignissen die Spielwelt öffnet, ist dem Spiel wahrscheinlich jeder verfallen. Die Welt ist nach dem titelgebenden „Death Stranding“ nicht mehr dieselbe. Ein Großteil der Menschheit ist tot, die letzten verbleibenden Menschen verschanzen sich in unterirdischen Bunkern. Die Welt wird von rätselhaften Naturereignissen, die dem Timefall, der alles, mit dem er in Kontakt kommt rapide altern lässt und feindseligen Geisterwesen, den BTs zu einem Ort gemacht, den man besser meiden sollte. Es gibt allerdings eine kleine Gruppe von Menschen, die sogenannten Porters, die unerschrocken zwischen den Kolonien hin- und herreisen und auf ihrem Weg Vorräte und Ausrüstung von A nach B bringen. Unser Protagonist ist Sam Porter Bridges, der diesen Job ausführt und vom grandiosen Norman Reedus verkörpert wird. Um nicht zu viel von der Geschichte zu verraten sage ich nur so viel: Sam ist allerdings kein gewöhnlicher Mensch, denn er kann die tödlichen BTs spüren und lernt ziemlich schnell, wie er diese sogar effektiv bekämpfen kann. Dadurch wird er in eine Geschichte hereingezogen, die die letzte Chance der Menschheit zu überleben sein könnte… – Wer das Spiel noch nicht gespielt hat und eine PS4 sein Eigen nennt, sollte das schnellstens nachholen und auf keinen Fall vorher zu viel über die Geschichte lesen, denn es lohnt sich diese selbst zu erleben! – Mein Spiel des Jahres! Chapeau Sony, Chapeau Hideo Kojima, bitte weiter so!

Auch wenn die Top 10 damit abgeschlossen ist, so möchte ich noch zumindest ein Spiel herausheben, das es allerdings nicht in die Liste geschafft hat: „Wolfenstein: Youngblood“, das zwar spielerisch etwas dünn, aber dafür von seiner Entstehung her bedeutsam war, da es das erste Spiel der Reihe ist, das unzensiert in Deutschland erschienen ist und nun sogar eine unzensierte Wiederveröffentlichung der anderen Teile losgetreten hat. Denn das verleiht den Spielen noch mehr Nachdruck, als der Kampf gegen eine fiktive Einheit, die nur als das Regime bezeichnet wird. Die NS-Zeit ist leider ein Teil unserer Geschichte, den man keinesfalls totschweigen sollte. Denn nur so kann man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Zensur fand ich aus diesem Grund schon immer unangemessen. Doch es gibt auch weitere Spiele, die es nicht in die Liste geschafft haben. Sei es zum einen, weil ich sie einfach, wie zum Beispiel „Sekiro: Shadows die Twice“ noch nicht besitze, oder wie im Falle von „Shenmue 3“ noch nicht weit genug gespielt habe, um sie ernsthaft beurteilen zu können. Ich will einem Spiel ja auch nicht unrecht tun und sammele zwar während dem Spielen bereits meine Eindrücke, erlaube mir allerdings erst ein finales Urteil, wenn ich das Spiel abgeschlossen habe und so alle Facetten kenne. Dazu werde ich selbstverständlich Reviews nachreichen, sobald ich damit durch bin…

Und auch wenn sich 2019 damit dem Ende neigt, so bleibt zumindest noch der Ausblick auf das Jahr 2020, wo uns spieletechnisch auch einiges erwartet. Neben den heiß-erwarteten Releases von „Cyberpunk 2077“ und „The Last of Us 2“ freue ich mich immens auf „Resident Evil 3: Nemesis“, das Remake von „Final Fantasy 7“, aber auch kleinere Titel, wie „Ori and the Will of the Wisps und die Portierung von „Bayonetta“ und Vanquish“, die bereits im Februar auf PS4 und Xbox One landen. Ebenfalls bin ich gespannt auf „Watch Dogs: Legion“, das mit seinem asynchronen Multiplayer-Ansatz schon wirklich interessant aussieht. Allerdings ist nach dem Breakpoint-Debakel gar nicht sicher, ob das Spiel 2020 erscheint, oder noch länger auf sich warten lassen wird. Langweilig sollte es aber dennoch nicht werden, denn zusätzlich werden im Herbst ja sogar schon die neuen Konsolen erscheinen. Auch wenn es dazu momentan mehr Spekulationen, als definitive Infos gibt bin ich mehr als nur gespannt, was sich Sony und Microsoft dafür einfallen lassen, um nochmal eine Schippe draufsetzen zu können und uns durch mehr Leistung und technische Highlights, wie Raytracing ein noch immersiveres Spielerlebnis zu ermöglichen. Auch in Bezug Stadia wird sich zeigen, ob Google’s Konzept zumindest langfristig aufgehen kann und ob und welche Asse der Konzern noch im Ärmel hat, um sich im Gaming-Markt behaupten zu können. Wir können also gespannt sein, was das kommende Jahr noch alles für uns bereit hält.

Aber wie sieht eure Liste der Spiele des Jahres aus? Was waren eure High- und Lowlights und auf was freut ihr euch im kommenden Jahr 2020 besonders? Gibt es wünsche an die Zukunft der Berichterstattung? Lasst es mich und die anderen Leser gerne in den Kommentaren Wissen. Abseits davon verabschiede ich mich dann für dieses Jahr und wünsche sowohl euch, als auch euren Familien einen guten Rutsch in ein möglichst schönes und erfolgreiches Jahr 2020!

NB@31.12.2019

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Wenn euch der Beitrag gefallen hat würde ich mich natürlich über eure Likes, Retweets, Abos oder auch Feedback freuen. Gleiches trifft aber auch zu, wenn ich eurer Meinung nach etwas hätte besser machen können. Konstruktive Kritik hilft bekanntlich nur, wenn man sie auch bekommt, also lasst es mich einfach wissen.

Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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