Retro Review: „Jurassic Park (Sega Mega Drive)“ – Was bietet es heute? #TBT #ThrowbackThursday

1993 war ein tolles Jahr für Kinogänger, denn Steven Spielberg erweckte die Dinosaurier wieder zum Leben. Ich selbst war zwar erst 11 als der Film herauskam, doch meine Eltern nahmen mich trotzdem mit ins Kino. Seitdem zählt „Jurassic Park“, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Michael Chrichton zu einem meiner Lieblingsfilme, der sich auch heute durch eine clevere Kombination zwischen CGI und praktischen Effekten immer noch verdammt gut gehalten hat. Natürlich gab es damals neben unzähligen Actionfiguren und weiteren Merchandise-Artikeln auch Videospiele, die von der Popularität der Films profitieren wollten auf allen gängigen Systemen. Ich hatte damals das Spiel für den Sega Mega Drive aus der Videothek ausgeliehen (bekommen) und habe es mehrere Tage ununterbrochen gespielt, bis irgendwann der Abspann über den Bildschirm flimmerte. Und da ich das Spiel seit kurzem in meine Retro-Sammlung aufgenommen habe, dachte ich mir es wäre doch eine gute Gelegenheit es mir nach der langen Pause mal wieder anzusehen, um herauszufinden, ob sich das Spiel ebenso gut gehalten hat, wie der Film.

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Das Spiel von im Auftrag von Sega von BlueSky Software entwickelt und ist in dieser Form exklusiv auf dem Mega Drive erschienen. Es gibt zwar auch Jurassic Park-Spiele auf anderen Konsolen, doch die unterscheiden sich inhaltlich und spielerisch, da sie von anderen Entwicklerstudios stammen. Das Alleinstellungsmerkmal des Spieles gegenüber anderer Spiele mit der gleichen Lizenz ist, dass es beim Spielstart eine interessante Auswahl für uns als Spieler gibt, die zu zwei unterschiedlichen Kampagnen führt: Wir können wählen, ob wir als Dr. Grant, der im Film vom Sam Neill verkörpert wird, oder doch lieber als Velociraptor spielen wollen. Je nachdem, wie wir uns entscheiden führt uns das Spiel zwar durch die gleichen Schauplätze, die alle dem Film entliehen sind, bietet aber zwei ziemlich unterschiedliche Erfahrungen im Spiel, da Grant im Vergleich eher defensiv und der Raptor eher offensiv gespielt wird und beide ihre eigenen Stärken und Schwächen mit sich bringen.

Wahrscheinlich ist dabei für jeden Grant die erste Wahl als Spielfigur und auch wenn sich dieser Modus ziemlich nah am Film orientiert, ist der Modus auch der schwerere von beiden, denn Grant ist ziemlich schwach, kann nicht besonders schnell laufen oder weit springen und man muss einige Tricks anwenden, um mit ihm zu überleben. So gibt es unterschiedliche Waffen und Power-Ups, die Grant einsammeln kann und die man benutzen muss, um nicht auf dem Speiseplan der Dinos zu landen. Dabei ist besonders interessant, dass obwohl jeder Dino-Kontakt schmerzlich oder gar tödlich für Grant enden kann, nur Fleischfresser ihn von sich aus angreifen. Die anderen Dinos sehen ihn eher neutral und greifen nur an, wenn Grant sie zuerst angreift. Da soll man also mal nicht sagen, dass man aus Videospielen nichts lernen kann. Das Spiel für Grant beginnt, nachdem der Strom im Park ausgefallen ist, die Zäune somit deaktiviert sind und der T-Rex den Jeep in ein Gehege geworfen hat.

Von dort an muss sich Grant zurück zum Besucherzentrum kämpfen, wenn eine Chance haben möchte von der Insel zu entkommen. Zwar ist Grant im Spiel, im Gegensatz zum Film alleine unterwegs, doch mit zwei Kindern im Schlepptau wäre das Spiel wahrscheinlich zu einer endlosen Beschützermission verkommen. Wir kämpfen uns im Spiel dabei durch 8 Level, wie Dschungel, Power Station, Fluss, bis zum Besucherzentrum, wo dann auch der Showdown stattfindet, der sich interessanterweise aber am Buch und nicht am Film orientiert. Hier hat man eindeutig einen Vorteil, wenn man das Buch gelesen hat, denn mit dem Vorwissen ist der finale Kampf schon fast zu leicht. Aber der Weg bis dahin hat es durchaus in sich, denn nicht nur hält Grant nicht besonders viel aus, sondern auch abseits der normalen Dinos stellen sich ihm einige Herausforderungen, wie Bosskämpfe und Rätzel-Passagen in den Weg, die es zu meistern gilt, wenn man als Grant das Ende sehen möchte. Zu seiner Verteidigung stehen ihm zwar eine relativ umfangreiche Auswahl an Waffen, wie sogar ein Raketenwerfer zur Verfügung, die aber allesamt die Dinos zur zeitweise aufhalten und lediglich betäuben. Das wirkt zwar gerade beim Raketenwerfer etwas merkwürdig, aber verleiht dem Spiel so eine recht interessante taktische Komponente: Schieße ist meinen letzten Schuss jetzt, um es an einem Dino vorbei zu schaffen oder hebe ich ihn lieber auf und versuche einen alternativen Weg zu finden?

Der Raptor hingegen ist eine ganz andere Hausnummer. Sein Ziel ist es nach dem verehrenden Stromausfall auf der Insel zu entkommen. Ihm stellen sich dabei andere Dinos und auch die verbleibenden Menschen entgegen, die er entgegen Grant nicht von der Ferne, sondern im Nahkampf mit Sprüngen, Tritten und seinen Klauen bekämpfen muss. Dabei ist der Raptor ziemlich schnell und kann sehr hoch springen, was das Spielen mit ihm insgesamt etwas einfacher macht. Zusätzlich ist seine Kampagne auch etwas kürzer, da er zwar die gleichen Grundareale, wie Grant besucht, aber Fahrzeugpassagen, wie das Flusslevel dabei ausgelassen werden.

Grafisch unterscheiden sich beide Modi allerdings nicht, denn sie verwenden die gleichen Areale und die gleichen Assets und das sah damals zugegebenermaßen ziemlich beindruckend aus, wenn man den Mega Drive mit dem Spiel das erste Mal einschaltete und die bekannte Sega-Animation von einem schick-animierten T-Rex begleitet wurde, der zu allem Überfluss auch noch „SEGA“ als Voicesample sagt. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben den Look der Dinos so gut wie möglich auf das 16Bit-Cartridge zu bannen und haben auch nach heutigen Gesichtspunkten einen recht guten Job gemacht. Klar könnten die Sprites etwas mehr Animationen und Details vertragen, denn so kann man im Grunde nur am Outfit erkennen, dass es sich um Sam Neill’s Charakter aus dem Film handeln soll, doch bei einem mehr als 25 Jahre alten Spiel muss man über sowas hinwegsehen. Dafür gibt es viel Variation angefangen von der allgemeinen Level-Architektur bis hin zu den unterschiedlichen Dinos. Zusätzlich ist der Soundtrack, obwohl der ikonische Score von John Williams nicht für das Spiel lizensiert wurde wirklich toll geworden und holt einiges aus der Konsole raus und bietet auch heute noch einen meinen liebsten Spielesoundtracks auf Sega’s Flaggschiff, wenn man mal von der Streets of Rage- und Sonic-Reihe absieht. Jedoch muss man dem Spiel etwas ankreiden: Es ist ziemlich kurz, selbst wenn man beide Kampagnen zusammenzählt hat man das Spiel ohne größere Anstrengungen in unter 2 Stunden durch, weswegen ich es damals bei der Veröffentlichung auch nur ausgeliehen hatte und erst vor kurzem in meine Sammlung aufgenommen habe.

Dennoch hatte ich auch heute noch eine Menge Spaß mit dem Spiel. Klar hätte ich mich über die Investition bei Release in Relation zur Spielzeit wahrscheinlich sehr geärgert, doch heute ist das Spiel auf eBay und Co. für wenige Euro zu haben und das ist es allemal wert. Ich hatte das Spiel von früher noch in positiver Erinnerung und die hat mich bis heute auch nicht getrübt, denn ich hatte beim erneuten Durchspielen wieder eine Menge Spaß, den ich im Anschluss noch mit dem wiederholten Ansehen des Films abgerundet habe. Gerade in der damaligen Zeit, wo Lizenzspiele oft auf einem schmalen Grat zwischen Unterhaltung und Sondermüll wandelten und oft kaum etwas mit der Vorlage zu tun hatten, ist „Jurassic Park“ damals wie heute eine positive Überraschung, die immer noch einen Blick wert ist, sofern man noch einen Mega Drive besitzt, denn leider ist das Spiel abseits davon nirgends herausgebracht worden.

NB@19.09.2019

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Retro Review: „Jurassic Park (Sega Mega Drive)“ – Was bietet es heute? #TBT #ThrowbackThursday

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