PS5 Review: „Immortals Fenyx Rising“ #ImmortalsFenyxRising #Immortals

Die Open-World-Spiele von Ubisoft sind für gewöhnlich eine eher ernste Angelegenheit und auch wenn es, wie zum Beispiel bei „Watch Dogs 2“ auch mal humoristische Untertöne gibt, so weicht man selten von der Ausrichtung ab. Anders sieht es aber mit „Immortals Fenyx Rising“, das mir freundlicherweise kostenfrei für die Berichterstattung von Ubisoft überlassen wurde, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf die Bewertung hat, aus. Denn das Spiel, das ursprünglich als „Gods & Monsters“ betitelt war, aber auf Grund von rechtlichen Problemen umgetauft wurde, nimmt sich selbst nicht besonders ernst und weicht auch optisch ziemlich stark von den sonst eher realistischen Spielen ab.

Das Spiel wurde vom hauseigenen Studio in Quebec entwickelt, die vorher unter anderem an „Assassin’s Creed: Syndicate“ und „Assassin’s Creed: Odyssey“ gearbeitet haben und mit Immortals ebenfalls wie bei letztgenannten der griechischen Mythologie treu bleiben, auch wenn die Umsetzung selbstverständlich ziemlich anders ist. Denn auch wenn das Spiel einige Gameplay-Technische Gemeinsamkeiten mit AC aufweist, so ist es insgeheim viel näher an Zelda, und konkret „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“. Denn schon rein optisch verwenden beide Spiele einen stilisierten Comic-Look in kräftigen Farben, sind in einer übersättigten offenen Spielwelt angesiedelt, die jede Menge Aufgaben bereithält, wobei sich ein Großteil des Abenteuers auch in separaten Dungeons abspielt, wo man nicht nur kämpft, sondern auch rätseln muss.

Die Handlung ist in einer fiktiven Version von Griechenland angesiedelt, die leider von den dämonischen Armeen von Typhon bedroht wird, der auf Rache aus ist, nachdem Zeus ihn eingesperrt hatte. Doch aus zunächst unbekanntem Grund hat er es nicht nur geschafft sich zu befreien, sondern ist auch kurz davor ein für alle Mal die Oberhand zu gewinnen, indem er alle mächtigen Krieger und Götter, die Zeus ihm vorgesetzt hatte, besiegt hat. Zeus wendet sich als letzte Instanz an Prometheus, der ihm beginnt die Geschichte von Fenyx, der letzten Hoffnung zu erzählen, während wir sie spielen, was für einige interessante Situationen sorgt, wenn sie Geschichte plötzlich angepasst wird und sich gleichzeitig die Spielwelt verändert. Gleichzeitig lernt man dabei einiges über die griechische Mythologie und bekommt auch einige witzige Dialoge zu hören, wenn sich Zeus und Prometheus teilweise wir ein altes Ehepaar necken.

Wir spielen Fenyx, eine oder einen sterblichen, wobei wir sowohl Geschlecht und Aussehen frei bestimmen können. Ich habe mir eine weibliche Fenyx erstellt aus welchem Grund ich ab jetzt das Femininum verwenden werde. Entgegen anderer ähnlicher Spiele handelt es sich bei Fenyx nicht um eine Kriegerin, sondern lediglich um eine Schildträgerin ohne nennenswerte Kampferfahrung, die ihr Abenteuer zu allem Überfluss auch noch komplett unbewaffnet beginnt. Sie erwacht nach einem Schiffbruch am Strand und findet ihre Freunde und alle anderen Menschen zu Stein verwandelt wieder. Die Welt wird bevölkert von Monstern es ist an ihr herauszufinden was passiert ist und wie sie die Menschen zurück verwandeln kann. Nach kurzer Zeit macht sie Bekanntheit mit Hermes, der sie von dort an moralisch unterstützt, denn um überhaupt eine Chance gegen Typhon zu haben wird sie die Hilfe von weiteren Göttern benötigen, die sie allerdings erst befreien muss, da Typhon sie verschleppt und verwandelt hat, um sie unschädlich zu machen. Das sorgt für einige spaßige Momente, da zum Beispiel Aphrodite ihr Dasein als Baum und Ares als Hahn fristet und Typhon’s Zauber nicht leicht zu brechen sind…

Die Spielwelt ist dabei ziemlich groß und abwechslungsreich, ohne dabei zu groß und langweilig zu sein. Die goldenen Inseln sind in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt, die wir nach und nach im Spielverlauf freischalten. So sehen wir anfangs nur einen kleinen Teil der Inseln und der Rest ist von Nebel verdeckt, doch Nebel lichtet sich mit der Zeit. Neben den Hauptmissionen gibt es in bester RPG-Manier Nebenmissionen, optionale Dungeons, Random-Encounters, Herausforderungen, Schätze und Ressourcen. Allerdings sind die RPG-Mechaniken eher rudimentär und gehen nicht zu sehr ins Detail. Es gibt unterschiedliche Ressourcen, die wir zum Verbessern bestimmter Attribute (Kraft, Stamina, etc.), neue Fähigkeiten im Skill-Tree, oder zum Verbessern unserer Ausrüstung benutzen können. Weiter gibt es unterschiedliche Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die ähnlich wie bei Odyssey jederzeit gewechselt werden können und mitunter unterschiedliche Buffs mit sich bringen.

Wir erkunden diese Spielwelt entweder zu Fuss, per Reittier, von denen wir im Spiel unterschiedliche zähmen und damit freischalten können, oder fliegend, bzw. gleitend. Denn wir schalten unterschiedliche Flügel frei mit denen wir aus dem Sprung oder von einem hohen Punkt, gleiten können, was die Fortbewegung ziemlich einfach gestaltet. Zusätzlich gibt es auch Schnellreise, die auf der PS5 in wenigen Sekunden funktioniert. Allerdings beraubt man sich dabei vielen versteckten Elementen in der Spielwelt, die man auf dem Weg finden kann. Denn klassische Türme, oder ähnliches gibt es nicht. Wir können jederzeit in eine Fernsicht wechseln und interessante Punkte über die Vibration des Controllers finden, die danach auf der Karte vermerkt werden. Dazu klettern wir einfach irgendwo hoch, was sich sehr ähnlich zum aktuellen Zelda und auch der Assassin’s Creed-Reihe spielt. Entgehen AC können wir aber nicht uneingeschränkt klettern, sondern nur so viel unsere Stamina uns lässt, was aber nur in Ausnahmefällen zu Problemen führen dürfte, da der Balken sich nach eine kurzen Pause wieder sehr flott auffüllt.

In der Spielwelt treffen wir auf zufällige Gegner, aber auch versteckte Schätze, die von uns meist erfordern ein Rätsel zu lösen, deren Mechaniken sich zwar wiederholen, die aber dennoch vielschichtig genug sind und sogar für einige Kopfnüsse sorgen kann. Anders sieht es aber mit den zufälligen Aufeinandertreffen mit Gegnern aus, denn obwohl das Kampfsystem sich gut steuert und gerade aufgelevelt einige tolle Kombos bereithält, sind sie insgesamt eher leicht. In der Tat oft sogar zu leicht, weswegen ich jedem geübten Spieler empfehlen würde auf einem der höheren Schwierigkeitsgrade zu starten, damit es nicht langweilig wird. Denn an sich weiß das Kampfsystem wirklich zu überzeugen. Es steuert sich flott und direkt und bietet neben den Standards, wie leichter Angriff, schwerer Angriff, Block, Konter und Ausweichen auch Spezialattacken.

Insgesamt hatte ich mit Immortals eine Menge Spaß während meinen knapp 30 Stunden, die ich für den Abschluss der Hauptstory und ein paar der Nebenaufgaben gebraucht habe. Man sollte sich keinesfalls von der etwas kindlichen Optik abschrecken lassen, denn das Spiel ist alles andere als ein Kinderspiel, sondern ein ernstzunehmender Titel, der viel Inspiration von Zelda zieht. Entgegen Nintendo’s Titel ist das Spiel aber auf der Höhe der Technik und macht besonders auf der Nextgen eine gute Figur mit vielen Details, kurzen Ladezeiten, 4K und flüssigen 60fps, was auf den bisherigen Generationen auf maximal 30fps möglich ist. Der größte Pluspunkt ist die interessante Geschichte, die pointiert und mit Augenzwinkern erzählt wird, denn auch wenn das Spiel auch sonst mehr als solide ist, so unterstreicht diese Designentscheidung die weiteren Vorzüge. Ohne wäre das Spiel wahrscheinlich nur eins von vielen, so ist es aber eine ernstzunehmende neue IP, die durchaus weitergeführt werden könnte.

Entwickler: Ubisoft Quebec

Publisher: Ubisoft

Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

NB@18.12.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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