PS5 Review: „Return to Monkey Island“ #ReturnToMonkeyIsland #Point&Click

Schlappe 31 Jahre ist es her, dass uns „Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge“ mit einem der größten Cliffhanger der Videospielgeschichte zurückließ und nachdem ich mir vor knapp einem Monat die PC-Version intensiv angesehen habe, ist nun auch die Konsolenversion erschienen, die sogar mit komplett deutscher Lokalisierung ausgestattet ist. – Grund genug sich das Spiel nochmal genau anzusehen und erneut die Segel Richtung Monkey Island zu setzen…

Doch warum ist ein neuer Teil der Reihe eigentlich eine große Nummer? Das liegt eindeutig an der Entstehungsgeschichte der Fortsetzung. Zwar sind nach dem zweiten Teil noch zwei Fortsetzungen, die Lucas Arts selbst entwickelt hatte und ein Episodenspiel von Telltale, das die Geschichte fortsetzte erschienen, aber die Auflösung des Cliffhangers fehlte, da Serienschöpfer und Schreiber Ron Gilbert nach dem Zweiten Teil seinen Hut bei Lucas Arts nahm. Und das Geheimnis um das Ende nahm er mit. Jahrelang sah es so aus, als ob wir nie erfahren würden was sich Ron Gilbert dabei gedacht hatte, da er sämtliche Fragen dazu Interviews unbeantwortet ließ. Doch jetzt ist er zurück um zu vollenden, was vor einer gefühlten Ewigkeit angefangen hat…

Der Anfang von „Return to Monkey Island“ setzt exakt an dem Punkt ein, an dem der zweite Teil damals aufgehört hatte, was den Prolog für das neue Abenteuer bildet und nur so vor unzähligen Anspielungen strotzt. Und nein, ich werde nicht auflösen, wie sich der Twist auflöst, bevor uns das Spiel in die eigentliche Handlung entlässt. So finden wir uns nach dem Prolog auf bekannten Pfaden wieder, als Guybrush Threepwood, der wie schon in „The Secret of Monkey Island“ am Aussichtspunkt hoch über Melee Island ankommt.

Das letzte Mal, als er dort angekommen war, wollte er nichts lieber als ein mächtiger Pirat werden. Doch das liegt hinter ihm, denn er hat sogar das sagenumwobene Monkey Island gefunden, den Geisterpirat LeChuck besiegt und die Liebe seines Lebens geheiratet. Nur eine Sache, die hat er nie gefunden: Das eigentliche Geheimnis von Monkey Island. Und diese Lücke möchte Guybrush ein für alle Mal schließen.

Irgendwie bekannt, aber dennoch neu ist das Setting der Geschichte, denn Melee Island hat sich verändert. LeChuck’s Schiff liegt ohne Probleme am Dock, die Oberpiraten wurden durch ein paar Hipster ersetzt, Carla ist die neue Gouverneurin der Insel, Stan sitzt im Gefängnis und die Wirtschaft auf der Insel ist am Ende, was es überaus schwer für Guybrush macht ein Schiff und eine Crew anzuheuern, um wieder nach Monkey Island zu segeln.

Alte Bekannte, wie die Voodoo Lady, Elaine, Otis, oder den Koch der Scumm-Bar gesellen sich zu neuen charismatischen, wie skurrilen Charakteren, wie Iron Rose, den ersten Maat auf LeChuck’s Schiff, bis hin zu kleinen Nebencharakteren, wie die clever benannte Locke Smith, die einen Schlüsseldienst auf Melee betreibt, oder Conrad, der für sein Museum allerlei Fundstücke unserer Abenteuer zusammengetragen hat, aber irgendwie vollkommen falsche Geschichten dazu kennt… Für Neulinge ist das alles keineswegs etwas, denn auch wenn die Geschichte in sich geschlossen ist, so richtet sich Return zweifellos an die Fans alten Teile, vornehmlich natürlich Teil eins und zwei, wobei auch die weiteren Teile nicht komplett ignoriert werden.

Der gewählte Artstyle wurde im Vorfeld ziemlich kritisiert und ich muss auch zugeben, dass ich etwas unentschlossen in Bezug darauf war, doch alle Zweifel waren mit dem Spielstart wie weggeblasen. Der comichafte Stil ist in sich stimmig, ist hochwertig animiert und überzeugt. Gleiches gilt für moderne Annehmlichkeiten, die dem Genre des Point and Click-Adventures treu bleibt, aber es sinnvoll in das 21. Jahrhundert transportiert. Dazu gehören zum Beispiel Verbesserungen, wie ein Highlight- und Hilfe-System und eine intuitive Steuerung, die das umständliche zusammenklicken von Verben zurücklässt und Kontext sensitive operiert. Und auch wenn sie Rätsel im direkten Vergleich zwar dadurch gefühlt etwas leichter ausfallen, so fügen sie sich gut in den Kanon der Reihe ein und machen ebenso viel Spaß wie damals, wobei es Serien typisch auch wieder zwei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt… Und wer noch mehr Story haben möchte kann in den Einstellungen gerne den sogenannten „Writer’s Cut“ einschalten, der noch zusätzliche Interaktionen und Dialoge hinzugefügt.

Insgesamt hatte ich nochmal eine Menge Spaß mit der Rückkehr des Klassikers, der in dieser Veröffentlichung sogar noch einen Mehrwert bietet. Denn entgegen der PC-Veröffentlichung, bei der ich noch die fehlende deutsche Lokalisierung angeprangert hatte, immerhin wurde das Original vor allem in seiner deutschen Version mit der tollen Übersetzung von Boris Schneider-Johne zu Kultspiel, wird mit der Konsolenversion gleichzeitig eine komplett deutsche Version ausgerollt. Guybrush wird dabei übrigens wieder von Norman Matt gesprochen, der ihm bereits seit „The Curse of Monkey Island“ seine deutsche Stimme lieh. Die Steuerung funktioniert auch per Controller wirklich gut und egal auf welcher Plattform ist es toll, dass der wahrscheinlich längste Cliffhanger der Videospielgeschichte endlich eine Auflösung bekommen hat. Auch wenn das Adventure den Pixellook der Vergangenheit hinter sich gelassen hat, schafft man es die Essenz, die Monkey Island ausgemacht hat, einzufangen.

Entwickler: Terrible Toybox

Publisher: Devolver Digital, Lucasfilm Games

NB@14.11.2022

—Hinweise & Disclaimer—

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