PS5 Review: „Ghostbusters: Spirits Unleashed“ #Ghostbusters #GhostbustersSpiritsUnleashed

Spiele, die auf einer Lizenz aus Film- und Fernsehen basieren genießen normalerweise kein besonders gutes Ansehen und auch wenn sich das Blatt in den letzten Jahren etwas gewandelt hat ist Ghostbusters zweifelsfrei eine Marke mit einem eher positiven Trackrecord. So konnte zwar nicht das Spiel für das NES, aber dafür konnten das 16-Bit-Spiel und vor allem „Ghostbusters: The Videogame“ umso mehr überzeugen. Aus diesem Grund und da die Marken der 80er momentan ein Revival erfahren, war es nur eine Frage der Zeit, bis es ein neues Ghostbusters-Spiel geben würde.

Dieses Mal handelt es sich aber nicht um ein Jump n Run, oder ein Action-Adventure, sondern um einen asymmetrischen Multiplayer-Titel von niemand geringerem als Illfonic, die durch „Friday the 13th: The Game“ und „Predator: Hunting Grounds“ einiges an Erfahrung im Genre haben und damit auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, dass sie mit viel Liebe zum Detail an den IPs arbeiten und damit selbst eingefleischte Fans mehr als zufrieden stellen können.

Die Geschichte ist dabei im Grunde absolut zu vernachlässigen, bietet sie lediglich eine rudimentäre Motivation uns als Gruppe von Geisterjägern in den Kampf gegen allerlei schleimige Kreaturen zu schicken. Schön hingegen ist allerdings der Versuch das alles überhaupt in eine Geschichte einzubetten, kommen die meisten reinen Multiplayer Titel doch komplett ohne aus. Wir sind ein neuer Rekrut in den Reihen der Geisterjäger und beziehen als Basis des Spiels die ikonische Feuerwache im Herzen New Yorks. Denn die Ereignisse im Film „Ghostbusters Legacy“ haben selbst den alten Recken gezeigt, dass ihre Dienste noch gebraucht werden. Richtig brenzlig wird es allerdings, als ein Dämon von Winston Zeddemore besitzt ergreift und wir in die Dimension der Geister übertreten müssen, um ihn zu retten…

(c) Illfonic

Anstatt wie bei anderen Spielen des Genres auf stereotype Charaktere zu setzen, können wir unseren Charakter komplett frei erstellen. Er lässt sich im Spielverlauf immer weiter optimieren und verbessern, vom Rekruten bis zum „echten“ Geisterjäger. Das geschieht zwischen den Matches in der Feuerwache, die für Fans zusätzlich viele Easter Eggs bereithält. Der Kern des Spiels sind allerdings die Multiplayer Gefechte, in denen vier Geisterjäger gegen einen übermächtigen Geist antreten.

(c) Illfonic

Die fünf unterschiedlichen Maps, die zur Zeit zur Verfügung stehen, variieren im Umfang haben aber leider nur lose Verbindungen zu den Filmen. So findet man sich zwar in einem Map in einem Hotel, das an den ersten Teil angelehnt ist wieder, doch der Rest ist eher generisch. Die Geisterjäger haben zur Aufgabe den Geist zu fangen, was allerdings kein wirklich leichtes Unterfangen ist. Der Geist hingegen hat bessere Karten, denn auch wenn er alleine unterwegs ist hat er viele unterschiedliche Fähigkeiten im Gepäck, die es ihm leicht machen das Match zu gewinnen, indem er lang genug Terror verbreitet. Zusätzlich kann er nicht nur in unterschiedlichen Formen spuken, sondern auch Gegenstände zum Leben erwecken, Fallen stellen, durch Wände und Decken gleiten, fliegen und drei Mal respawnen, wenn er doch gefangen wird. Die Geisterjäger müssen ihn nämlich entweder drei Mal einfangen, oder auch seine Respawn-Punkte zerstören, wenn sie gewinnen wollen, was ein gut koordiniertes Team erfordert.

(c) Illfonic

Das Gameplay wird dabei von unterschiedlichen Gadgets und Perks aufgelockert, oder zumindest so in der Theorie. Neben den charakteristischen Protonen-Packs und dem PKE-Meter gibt es also noch mehr, das für Chancengleichheit sorgen soll, auch wenn das stellenweise nicht ganz aufgeht, da der Geist ohnehin schon übermächtig ist. Die Gadgets unterliegen einem Cooldown, können vom Geist auch manipuliert werden und selbst wenn wir den Geist in unserem Strom haben, kann es gut sein, dass es nochmal entkommt, wenn wir zu niedrige Fähigkeiten, oder die falschen Perks ausgerüstet haben. Hier sollte Illfonic unbedingt nachbessern, denn auch wenn es für mich kein wirklich nerviges Match gab, leidet die Langzeitmotivation darunter.

(c) Illfonic

Das Blatt wendet sich allerdings schnell, wenn wir nicht, oder nur teilweise mit menschlichen Mitspielen unterwegs sind, denn die KI ist quasi nicht der Rede Wert und ich würde sagen, dass es sogar intelligentere Staubsaugerroboter gibt, als die KI im Spiel. Einen KI-Mitstreiter kann man dabei mit gutem Teamwork noch einigermaßen kompensieren, aber ein KI-Geist ist quasi ein Todesurteil für den Spielspass, da er jegliche Taktik vermissen lässt und die Matches dadurch wiederum viel zu einfach werden. Da wäre es durchaus schön, wenn es etwas Abwechslung in den Spielmodi gäbe, doch das ist leider nicht der Fall, denn es gibt im Grunde nur den einen Spielmodus, wobei hier in Zukunft noch mehr kommen soll.

(c) Illfonic

Insgesamt hinterlässt das Spiel dadurch einen etwas bitteren Geschmack im Mund, denn so viel Potential das Setup auch hat, bleibt es bisher noch stark hinter seinen Möglichkeiten zurück und wirkt dadurch eher wie ein Early Access, anstatt einer normalen Veröffentlichung, denn gerade mal 5 Maps und ein einziger Modus sind dann doch etwas dünn. Allerdings sah das bei den bisherigen Spielen von Illfonic zugegebenermaßen auch nicht sehr viel anders aus und die Entwickler haben bisher immer rapide neue Inhalte nachgeliefert, weswegen dieser Punkt noch einmal mit etwas mehr Abstand erneut betrachtet werden muss. Und ja, die Story kann man an sich getrost vergessen, aber immerhin hat man es geschafft die Schauspieler Dan Aykroyd und Ernie Hudson wieder für ihre Rollen gewinnen zu können, was selbst einen kleinen Dialog zu einem Fest für Fans macht. Und gerade der Fanservice, die Tonnen Easter Eggs und die Möglichkeit die Feuerwache bis in die letzte Ecke zu untersuchen machen dabei wieder einige Meter gut, bis die fehlenden Inhalte nachgeliefert werden…

Entwickler: Illfonic

Publisher: Illfonic

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S

NB@18.11.2022

—Hinweise & Disclaimer—

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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