PS5 Review: „The Dark Pictures Anthology: The Devil in Me“ #TheDarkPicturesAnthology #TheDevilInMe

Supermassive Games war besonders fleißig in diesem Jahr, denn nicht nur haben sie unter Publisher 2K GamesThe Quarry“ herausgebracht und damit dem angestaubten Werwolf-Mythos einen neuen Twist verpasst, sondern auch Nextgen-Versionen von „Man of Medan“ und „Little Hope“ als Gratisupdate veröffentlicht und dann mit „The Devil in Me“ noch die erste Staffel der The Dark Pictures-Reihe, bestehend aus den ebenerwähnten „Man of Medan“, „Little Hope“, „House of Ashes“ und „The Devil in Me“ abgeschlossen. Eine mehr als beachtliche Leistung wenn man bedenkt, dass derartige Projekte gerne mehrere Jahre in Entwicklung sind und allein die The Dark Pictures-Reihe über einen jährlichen Releasezyklus verfügte. Bleibt nur zu hoffe, dass dabei nicht die Qualität irgendwann auf der Strecke bleibt…

Doch in dieser Beziehung kann ich gleich Entwarnung geben, gab es zwar zum Release durchaus ein paar unschöne Bugs, auf die ich in der Betrachtung der Technik eingehen werde, doch selbst trotz dieser ist es das bisher beste Spiel der Reihe geworden und ist meines Erachtens fast gleich auf mit den größeren Produktionen, wie „Until Dawn“, oder „The Quarry“, was auch daran liegen mag, dass man sich einer bekannteren Grundgeschichte als Inspiration bedient hat und diese gekonnt mit Motiven klassischer und moderner Horrorfilme abschmeckt.

Für die Inspiration zieht man die Geschichte von Henry Howard Holmes, Amerikas ersten Serienmörder heran, der in Chicago ein Hotel betrieb, das er mit versteckten Gängen und Folterräumen ausgestattet hatte und darin angeblich mehr als 200 Menschen tötete, wovon er lediglich 27 Morde zugab, nachdem er 1894 gefasst wurde. Er starb 1896 durch Erhängen und bietet allerdings bis heute eine dankbare Vorlage für Film und Fernsehen, so gibt es unter anderem Folgen von Supernatural, American Horror Story und sogar Sherlock, die ihn, seine Verbrechen, oder sein Hotel, die sogenannte „Mörderburg“ porträtieren.

Und genau diese Faszination macht sich auch das Spiel zu nutze, als wir nach einem kurzen Prolog, der als thematische Einführung für H.H. Holmes fungiert, eine Gruppe von Filmemachern begleiten, die gerade daran sind eine Dokumentation über Holmes zu erstellen. Der abgehalfterte Regisseur Charlie Lonnit erhält einen Anruf von Granthem Du’Met, einem reichen industriellen, der neben vielen Sammelstücken aus Holmes‘ Verbrechen auch eine originalgetreue Nachbildung der Mörderburg besitzt, die er auf seiner Privatinsel erbaut hat. Alles bietet er dem Team kostenfrei für ihre Dreharbeiten an, wenn sie bereit sind umgehend anzureisen. Auch wenn das Team all das etwas merkwürdig findet und ebenso sauer aufstößt, dass sie sämtliche Smartphones vor dem Übersetzen auf die Insel abzugeben haben, will sich niemand diese einmalige Chance entgehen lassen.

Auf der Insel angekommen hat man zwar direkt ein merkwürdiges Gefühl, wenn immense Sicherheitsvorkehrungen und nervöser Druck, den Du’Met aufbaut, um uns vom Anleger zum Haus zu bringen, doch das weicht schnell einer Faszination, als man erkennt mit wie viel Hingabe das Anwesen der Vorlage nachempfunden wurde. Doch spätestens als  Du’Met nicht wie verabredet zum Abendessen erscheint, das erste Teammitglied in einem scheinbar verlassenen Raum eingeschlossen wird, wo sie Potentiell sterben kann und sich Wände der Korridore anscheinend zu verändern beginnen, um das Team in die Irre zu führen, müssen sie erkennen, dass diese Gelegenheit keineswegs ohne Gegenleistung kommt. Doch dann macht bereits ein maskierter Killer jagt auf das Team jagt…

Wer bereits eins der Spiele von Supermassive Games gespielt hat wird sich direkt zu Hause fühlen, denn es gibt lediglich wenige Veränderungen an der Mechanik. Wir sehen teilweise Minutenlange Zwischensequenzen, die einige der wahrscheinlich besten Motion Capturings enthalten, die es bis Dato gibt und müssen hier und da Entscheidungen treffen, die sich entweder als durchführbare Aktion (z.B. „Wegrennen“, oder „Verstecken“), oder Dialogentscheidungen, die immer aus einer Antwortmöglichkeit und einer Intention (z.B. „Barsch: Es hilft mir aber…“) bestehen. Nicht immer ist dabei ersichtlich in welche Richtung der weitere Verlauf sich dadurch entwickelt, doch es gibt dabei keine richtigen, oder falschen Entscheidungen, da das Spiel mit unserer Entscheidung weitergeht, auch wenn das bedeutet, dass ein Charakter stirbt und von dort an aus dem weiteren Verlauf entfernt wird.

Das zweite große Element sind frei erkundbare Areale, die eher an klassische Adventure-Spiele erinnern, indem wir einen Charakter frei durch einen abgesteckten Bereich bewegen, um Hinweise zu finden, oder Rätsel zu lösen. Diese wurden im Vergleich zu den Vorgängern offener angelegt und bieten mehr Möglichkeiten der Interaktion. So verfügen wir in diesem Spiel sogar über ein rudimentäres Inventar, jeder Charakter hat von Haus aus ein paar Gegenstände dabei, die ihm einzigartige Möglichkeiten bieten. So hat zum Beispiel Kameramann Mark eine Kamera samt Blitz und Stativ dabei, was ihm erlaubt Fotos zu machen, mit dem Blitz kurzeitig dunkle Bereiche zu erhellen und mit dem Stativ eigentlich unerreichbare Gegenstände zu bekommen. Allerdings hat dieses System auch seine Grenzen, da das Spiel vorgibt wann wir welchen Charakter spielen und dadurch leider keine komplett unterschiedlichen Lösungswege bietet.

Technisch bietet das Spiel einen Wechsel auf eine neuere Version der Unreal 4-Engine, auf der das Spiel entwickelt wurde und bietet im Direktvergleich mehr Details und kürzere Ladezeiten, was besonders auf modernen Konsolen mit SSD zum Tragen kommt. Allerdings sind auch dadurch die Übergänge von Szenen und Varianten der Szenen nicht komplett fließend und werden stellenweise von einem einsekündigen Schwarzbild unterbrochen, was aber dennoch auffällig ist und die Immersion stört. Weiter gab es besonders zum Release noch ein paar kleinere Bugs, wie fehlende Texturen, Clippingfehler, oder nicht spielbare Charaktere, die entweder an der Architektur der Levels festhingen, oder in eine merkwürdige Warteanimation verfallen sind, bis wir als Spieler die Story weiter voran getrieben haben, doch der Großteil dieser Fehler wurde mit Updates zum und kurz nach dem Release bereits behoben. Und auch wenn das insgesamt nichts gravierendes ist und in Anbetracht der tollen Animationen, die das Spiel bietet eindeutig zu verschmerzen ist, bedeutet das allerdings auch, dass man das Spiel besser updaten sollte, bevor man damit anfängt, sofern man zur Disk-Version gegriffen hat, um das möglichst beste Erlebnis zu haben.

Insgesamt hatte ich so viel Spaß mit dem Spiel, dass ich sogar „God of War Ragnarök“ aufgeschoben habe, um „The Devil in Me“ zunächst mehrfach durchzuspielen, um möglichst auch alle Variationen zu sehen. Dabei mag es sich mit Sicherheit auch um eine persönliche Vorliebe für Spiele mit filmischer Inszenierung und Horror im Allgemeinen handeln, aber dennoch gibt es so etwas heutzutage eher selten, da man als professioneller Journalist immer einen gewissen Zeitdruck hat. „The Devil in Me“ konnte ich allerdings wirklich erst zur Seite legen, als ich das Gefühl hatte wirklich alles gesehen zu haben und zusätzlich die glitzernde Platin-Trophäe verdient war. An dieser Stelle allerdings ein Wort der Warnung an alle Trophäenjäger, denn um alle Sammelobjekte zu bekommen braucht man auch den „Curator’s Cut“, einen DLC, der es erlaubt die Geschichte aus anderen Perspektiven zu erleben und damit auch neue Szenen offenbart, die man im normalen Cut gar nicht zu Gesicht bekommt. Dieser DLC steht bisher nur Vorbestellern des Spiels zur Verfügung und wird erst in den kommenden Monaten für die breite Masse Gratis nachgeliefert. Wer das Spiel also nur wegen der recht einfachen Trophäenliste spielen möchte sollte auf jeden Fall warten bis der DLC für Jedermann verfügbar ist.

Abseits davon kann ich das Spiel aber jedem Empfehlen, der Spiele mit einer filmischen Inszenierung und im Gegenzug stellenweise reduziertem Gameplay mag und nicht zu schreckhaft ist, denn gerade im ersten Drittel bietet das Spiel ein paar wirklich Nervenaufreibende Szenen und Jumpscares. Wer sich vor dem Kauf ein Bild vom Spiel machen möchte, der kann sogar eine kostenfreie Demo aus den digitalen Markplätzen herunterladen, die einen ziemlich guten Einblick in das fertige Spiel bietet, auch wenn sie an bestimmten Stellen verändert wurde.

Entwickler: Supermassive Games

Publisher: Bandai Namco

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S

NB@30.11.2022

—Hinweise & Disclaimer—

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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