PS5 Review: „The Quarry“ #TheQuarry

Das englische Entwicklerstudio Supermassive Games hat seit 2015, als sie mit „Until Dawn“ ihren bisher größten Hit veröffentlicht haben, eine beachtliche Anzahl an Spielen veröffentlicht. Seien es Experimente in VR mit „The Inpatient“ und „Bravo Team“, den düsteren Thriller „Hidden Agenda„, der mittels Smartphone, im Rahmen der PlayLink-Offensive von Sony, gespielt wird, oder die Spiele der Dark Pictures Anthology, namentlich „Man of Medan„, „Little Hope“ und „House of Ashes„. Und nun ist mit „The Quarry“ ein weiteres Spiel erschienen, das mit 2K als Vertriebspartner wieder über ein merklich größeres Budget verfügt und hofft damit an den Erfolg von „Until Dawn“ anknüpfen zu können. Lasst uns daher herausfinden, ob das Ziel erreicht wird… – Ich versuche dabei bewusst auf Spoiler zu verzichten, da die Story davon lebt sie selbst zu erleben.

Ich bin ein absoluter Fan sowohl von cineastischen Spielen und Horrorfilmen, weswegen ich es kaum erwarten konnte „The Quarry“ zu spielen, das schon vom Setting als spirituelle Fortsetzung von „Until Dawn“ gewertet werden kann: Ein Gruppe stereotyper Teens findet sich in einem mehr oder minder Klischee-behafteten Setting wieder und erlebt ein Abenteuer, das mit selbst-referienziellem Humor aufwartet und uns als Spieler die Entscheidung in die Hand gibt, wer überlebt und wer stirbt. Als Setting hat man die abgelegene Schneelandschaft gegen ein Sommercamp getauscht und peppt die Geschichte mit einer Prise klassischem Monsterfilm auf.

Dramaturgisch erleben wir eine in 10 Kapitel und mit Prolog und Epilog ausgestattete Geschichte, um eine Gruppe von Betreuern des in die Jahre gekommenen Ferienlager Hackett’s Quarry, das durch eine Verkettung ungünstiger Umstände gezwungen ist eine Nacht im Lager zu bleiben, nachdem dieses bereits geschlossen ist und alle Camper abgereist sind. Kurzerhand wird allerdings aus dem Umstand eine Tugend gemacht und man beschließt es noch einmal richtig krachen zu lassen. Doch womit sie nicht gerechnet haben ist das alte Böse, das mit ihnen dort ist und nach frischem Blut verlangt… Getragen wird die Handlung dabei von einer Riege erstklassiger Schauspieler, angefangen bei (Genre-)Größen, wie David Arquette („Scream“), Lance Henriksen („Aliens“), Lin Shaye („Insidious“), Ethan Suplee („My Name is Earl“), Ted Raimi („Ash vs. Evil Dead“), aber auch aufstrebenden Newcomern wie Justice Smith („Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu“), Skyler Gisondo („Booksmart“) und Ariel Winter („Modern Family“), nebst weiterer Darsteller.

Wir spielen dabei insgesamt 9 Charaktere, in wechselnden Szenen, die wir entweder in einer Third Person-Ansicht durch kleinere offene Areale steuern, oder per Auswahl von Aktionen und Verhalten in Gesprächen beeinflussen. Das Gameplay nimmt dabei eine stark reduzierte Rolle ein und den größeren Anteil nehmen die stellenweise recht ausufernden Zwischensequenzen ein, in denen wir lediglich indirekt Einfluss nehmen, indem wir Entscheidungen für die Charaktere treffen und danach dem Ausgang unserer Entscheidung beiwohnen, ähnlich wie man es von anderen cineastischen Spielen, wie zum Beispiel „Detroit: Become Human„, „Heavy Rain“, oder auch den Spielen von Telltale kennt. Aufgelockert wird das durch kleinere Actioneinlagen in Form von Quick Time Events (QTEs), in denen wir im richtigen Moment eine Taste drücken müssen, um nicht zu stolpern, die Luft solange anhalten müssen, bis eine Gefahr vorüber ist, oder man auch eine Waffe korrekt anvisieren und feuern muss, um einen Gegner abzuwehren. Die Möglichkeiten sind vielschichtig, fallen aber im Direktvergleich zu anderen ähnlichen Spielen weniger und gefühlt auch leichter aus, zumal man sich bei den Eingaben auf wenige Tasten beschränkt.

Technisch ist das Spiel, im Vergleich zu den bisherigen Spielen der Entwickler, einen großen Schritt vorwärts, obwohl die bisherigen Spiele schon auf sehr hohem Niveau waren. Doch was Supermassive Games abliefert ist nahezu fotorealistisch und Falten, Haare, Haut und besonders die Augen sehen absolut lebensecht aus. Gleiches kann man auch für die Qualität des Motion Capturing anmerken, denn selbst kleine Nuancen wurden in das Spiel übernommen. Lediglich beim Szenenwechsel kommt es manchmal zu Popins und merklichem Zittern der Charaktermodelle, die anscheinend mitunter etwas zu langsam geladen werden. Und aus einem unerfindlichen Grund sieht spritzendes Wasser eher nach festem Nebel aus, was aber nur in einer Szene auffällt und daher eher zu vernachlässigen ist.

Insgesamt ist „The Quarry“ ein wirklich interessantes Spiel geworden, das gekonnt mit den Erwartungen des Spielers spielt und uns dabei mehr als einmal aufs Glatteis führt. Selbstverständlich muss man sich auf die reduzierte Art des Gameplays einlassen, doch im Gegensatz bietet das Spiel durch die Vielzahl von Entscheidungsmöglichkeiten einen ziemlich hohen Wiederspielwert, zumal der Verlauf der Geschichte ziemlich stark variieren kann. So können alle unsere Charaktere im Spielverlauf sterben und selbst scheinbar kleine Veränderungen können große Konsequenzen haben. Laut den Entwicklern soll es über 300 unterschiedliche Enden geben, was zwar etwas übertrieben klingt und wahrscheinlich jede kleine Abweichung als eigenes Ende zählt, aber nichts desto trotz unterhält es ungemein zu sehen, welche Verläufe die Handlung nehmen kann. Darüber hinaus ist das Spiel mit knapp 15-20 Stunden Spielzeit pro Durchgang um einiges länger, als alle Spieler der Dark Pictures Anthology zusammen. Es bleibt zu hoffen, dass „The Devil in Me“, der Abschluss der ersten Staffel der Dark Pictures Anthology, das für den Oktober diesem Jahres angekündigt ist, ebenfalls dieses hohe Niveau halten kann und wir auch in Zukunft ähnliche Spiele des Studios präsentiert bekommen.

Entwickler: Supermassive Games

Publisher: 2K Games

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbos Series X/S

NB@23.06.2022

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